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Cancel Culture. „aufgeschnappt“ von Nadia Weiss

Auf Apple TV ist seit einigen Wochen die zweite Staffel des US-Hits „The Morning Show“ abrufbar. Die Filmstars Jennifer Aniston und Reese Whiterspoon spielen zwei TV-Stars, die im Frühstückfernsehen die amerikanische Nation mit mehr Soft News als Hard Facts unterhalten. Der Blick hinter die Kulissen ist ironisch, entlarvend und auf weite Strecken überraschend tiefsinnig.

Wieviel Aniston und Whiterspoon in den Rollen stecken ist reine Spekualtion. Beide Superstars waren stets auf die Bewahrung ihrer Privatsphäre bedacht, die über gesteuerte Home Stories und abgesegnete Interviews hinausgeht.

Disziplin und die perfekte Kenntnis der sozialen Verhaltenscodes ist im Allgemeinen Voraussetzung um in diese Sphäre des Erfolges zu gelangen.

Augenscheinlich hat sich dabei beim Thema Diversität in den vergangenen fünf Jahren Grundlegendes geändert. Dies ist auch der rote Faden durch den ohnehin ziemlich geradlinigen Erzählstrang.

Die Aufdeckung mehrerer Fälle sexuellen Fehlverhaltens am Arbeitsplatz zwingen die Führungsriege zum Handeln und schließlich zur Etablierung einer neuen Unternehmenskultur.

Ein Prozess, der schmerzhaft und voller Komplikationen abläuft.

Zu Denken gibt mir ganz am Ende der zweiten Staffel der Begriff „Cancel Culture“. Suchen wir nicht alle gerne einen Sündenbock und waschen uns mit unserer Empörung von unseren eigenen Unachtsamkeiten, Vorurteilen und falschen Handlungsweisen rein?

Das „Cancelling“ von Personen ist wie das ebenfalls in Mode gekommene „Ghosting“ statt einer klaren Beendigung einer Beziehung. Es bringt im Grunde nur noch mehr Unverständnis.

Mehr WE statt ausschließlich SHE ist daher ein Leitgedanke, der mich 2022 auf dieser Plattform begleiten soll.

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