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Tiroler Unternehmen zeigen Haltung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

An welchem Punkt beginnt sexuelle Belästigung? Und wie soll im Arbeitsumfeld damit umgegangen werden? Angestellte wie Vorgesetzte beschäftigen diese Fragen gleichermaßen. Das Erasmus+ Projekt Be Aware! von Frauen im Brennpunkt hat in den vergangenen drei Jahren Seminare entwickelt, die heute zahlreichen Unternehmen und Organisationen in Tirol helfen, dieses Thema professionell und sensibel zu behandeln.

„Es macht Sinn sich mit dem Thema zu befassen bevor man mit einem Anlassfall konfrontiert ist.”, schreibt ein Teilnehmer des Seminars in seine Abschlussreflexion. Manche zögerten zuerst, offen über den Umgang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu sprechen, für andere war es ein längst überfälliger Schritt. Projekt- und Seminarleiterin Sonja Karbon berichtet aus ihren Erfahrungen der vergangenen Monate: „Viele Unternehmen halten es zuerst für ein Schuldeingeständnis, wenn sie sich offiziell mit sexueller Belästigung auseinandersetzen. Aber dann erkennen sie meistens schon in den Vorgesprächen zu unseren Seminaren: Es zeugt von Professionalität und Sensibilität, sich frühzeitig innerhalb der Organisation mit sexueller Belästigung zu beschäftigen. Denn sie ist nicht nur dort vorhanden, wo Skandale öffentlich werden, sondern geschieht häufig sehr subtil, abseits der allgemeinen Aufmerksamkeit.”

Der Verein Frauen im Brennpunkt hat in den vergangenen drei Jahren im Rahmen des EU-gefördertern Projekts Be Aware! gemeinsam mit Projektpartnern aus Spanien, der Türkei, Bulgarien und Litauen ein Programm entwickelt, das Unternehmen nutzen können, um ihre Führungspersonen und Verantwortungsträger*innen für das Thema zu sensibilisieren. Ein kostenloses E-Learning-Programm informiert über rechtliche Rahmenbedingungen, mögliche Reaktionen und Präventionsmaßnahmen. Unternehmen können auch maßgeschneiderte Schulungen buchen, in welchen über bestehende Machtverhältnisse und deren Wirkung, Strategien zur Risikominimierung und den Schlüsselfaktor der internen Organisationskultur gesprochen wird. Ida Karner von der nationalen Agentur Erasmus+ Bildung im OeAD, hat den Projektfortschritt während der vergangenen drei Jahre begleitet und meint: „Trotz der herausfordernden Zeit der Pandemie konnten zahlreiche Unternehmen erreicht werden – sowohl in digitalen als auch persönlichen Weiterbildungsmaßnahmen, die auch in Zukunft noch zur Verfügung stehen.”

Verbessertes Betriebsklima durch Offenheit und Sensibilisierung

Mit Informationsveranstaltungen, dem flexiblen E-Learning und für jede Organisation angepassten Seminaren konnte das Team von Frauen im Brennpunkt bisher über 20 nationale und internationale Unternehmen in Tirol, die insgesamt über 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, erreichen. Unter anderem haben MED-EL, das Rote Kreuz Innsbruck und das AMS Tirol das Angebot in Anspruch genommen. „Wir freuen uns über jedes Unternehmen, das sich aktiv für diesen Weg mit uns entscheidet”, sagt Sonja Karbon. „Denn wir sehen, welche Verbesserung des Betriebsklimas wir damit leisten können. Sowohl Männer als auch Frauen fühlen sich am Arbeitsplatz wohler, wenn die Unternehmensführung selbstbewusst signalisiert: Belästigungen sind hier fehl am Platz.”

Details zu den Be Aware! Seminarangeboten und dem kostenlosen E-Learning finden Sie auf den Webseiten www.beaware.eu.com und www.fib.at

 

 

Bildunterschrift: In den Seminaren von Be Aware! reflektieren Führungspersonen, wann ein Handeln gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz notwendig wird.

 

Bildnachweise: Frauen im Brennpunkt

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