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Die beste Version von uns selbst

Die Travel Trends 2024: Jeder soll ,seinen‘ Platz finden, um sich das Beste vom Leben zu holen. Welche Faktoren und Wünsche das Reisen in Zukunft beeinflussen und welche Herausforderungen vor allem auf den gehobenen Reisemarkt zukommen, hat sheconomy-Travel-Expertin Angelica Freyler beleuchtet.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: 2022 stieg die Zahl der Urlaubsreisen auf 22,2 Millionen und lag damit bereits über dem Vorkrisenniveau von 2019. Auch aus dem heimischen Tourismusmarkt kommen Rekordmeldungen. Der September 2023 verbuchte mit 12,2 Millionen Nächtigungen das höchste jemals erhobene September-Ergebnis.

Beleuchtet man nur das Segment der Luxusreisen, haben diese – ähnlich wie die Flugreisen – das Vorkrisenjahr 2019 bereits weit übertroffen. Bis 2032 prognostizieren die Expert*innen ein jährliches Wachstum der Tourismusbranche um 5,8 Prozent. Corona hat den Menschen gezeigt, dass man Wünsche besser nicht aufschieben sollte.

Individuell und persönlich

Die Angst, in einem fernen Land zu „stranden“, die das Reiseverhalten der letzten beiden Jahre stark geprägt hat, geht langsam zurück. Die berühmten „goldenen Wasserhähne“ als Symbol für materiellen Luxus auf Reisen machen es alleine nicht mehr aus. Der Wert des Erlebens definiert den neuen Luxus, der Preis spielt dabei häufig eine Nebenrolle. Es geht um tiefe und unvergessliche Erinnerungen, die im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbar sind.

Nachhaltigkeit, Slow Tourism, Reiseziele, die Naturschutz und den Erhalt der Umwelt fördern, bislang verborgene regionale Besonderheiten und Kultur in Verbindung mit „sich Zeit nehmen“, individueller Service und herausragende Genussmomente stehen auf dem luxuriösen Reiseplan.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Thema Gesundheit. Die Verbindung zwischen qualifizierten Präventionsmaßnahmen, Wellness und medizinischer Kompetenz wird fixer Bestandteil des ganzheitlichen Wohlfühlerlebnisses für eine Auszeit. Aber auch technologische Innovationen spielen eine wichtige Rolle. Die Möglichkeit, Reisen mithilfe von Apps und anderen digitalen Plattformen zu personalisieren, ist gefragt, und Künstliche Intelligenz wird verstärkt für die Reiseplanung genutzt werden.

Unvergessliche Erinnerungen schaffen, gewinnt beim Reisen an Bedeutung.

Der Wert einer Urlaubsreise

Eine neue globalen Studie von Hilton zeigt, dass fast die Hälfte der Reisenden in Deutschland ihre Ausgaben für Reisen nächstes Jahr priorisieren werden und bereit sind, für Reisen mehr Geld auszugeben. Das liegt nicht nur an den höheren Preisen, sondern auch der persönliche Wert einer Urlaubsreise ist gestiegen.

Der wichtigste Grund für eine Reise im Jahr 2024 ist, sich auszuruhen und neue Energie zu tanken. Reisende werden nach nahtlosen digitalen Lösungen suchen, aber weiterhin den menschlichen Faktor der Gastfreundschaft schätzen. Am wichtigsten ist das laut Hilton für die Generation der Babyboomer.

Von Set-Jetting bis Destination Dupes

Die Buchungsplattform Booking.com präsentiert in einer Umfrage unter mehr als 27.000 Reisenden in 33 Ländern die Reisetrends für das kommende Jahr. „Unsere Reisetrends für 2024 spiegeln die Idee wider, dass Reisen kein Mittel ist, dem Leben zu entfliehen, sondern vielmehr ein Katalysator, um unser ,bestes‘ Leben zu leben“, sagt Nadine Stachel, Regional Managerin DACH bei Booking.com. „Von aufregenden Abenteuern bis hin zum Spüren des eigenen Pulsschlags, einer neuen Kultur – Reisen ermöglicht es uns, die beste Version von uns selbst zu werden“.

Im neuen Reisetrendreport Unpack 24 von Expedia und FeWo-direkt stechen drei Reisetrends hervor. Das Set-Jetting, worunter man das Reisen an Orte versteht, an denen Filme spielen oder gedreht wurden, sowie das Bereisen von „Dupes“, Alternativ Destinationen, die dem Original sehr ähnlich sind wie zum Beispiel Taipeh statt Seoul oder Sapporo statt Zermatt.

Auch das Prinzip „Any Occasion“, bei dem Jubiläen zum Anlass genommen
werden, um mit der Familie und Freunden zu verreisen, gewinnt an Wert. Weil damit Momente mit Erinnerungswert geschaffen werden.

Quo Vadis, Hotellerie?

Die Reisetrends der Zukunft stellen gerade die gehobene Hotellerie vor neue Herausforderungen. Sie sind nicht nur gefordert, das eigentliche Hotelservice auf entsprechendem Niveau zu halten, sondern auch, den Ansprüchen einer einzigartigen Erlebnisqualität gerecht zu werden. In der Vermarktung bedeutet dies, sich nicht nur selbst zu präsentieren, sondern auf unverwechselbare Art und Weise zu inspirieren und Sehnsüchte zu wecken.

„Wellnessreisen und Workation werden in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen.“
Petra Deuter, Geschäftsführerin und CEO der Travel Charme Hotels und Hirmer Hospitality

Kürzer, intensiver und mit neuen Motiven

Petra Deuter, Geschäftsführerin und CEO der Travel Charme Hotels und Hirmer Hospitality, sieht die Zukunft des Reisens folgendermaßen: „Der Fokus wird auf kürzeren und schnelleren Anreisen liegen. Auch setzt sich der Trend der Wellnessreisen und Workations fort. Unsere Häuser bieten für jedes dieser Bedürfnisse maßgeschneiderte Pakete an, die je nach Trend, Jahreszeiten und äußere Gegebenheiten aktualisiert werden. Das Leben wird immer schneller und unvorhersehbarer, wie die aktuellen Ereignisse zeigen. Da ist es schön, wenn im Hotel der Wahl „neue“ Bedürfnisse schnell erkannt und bedient werden können. Das kürzlich eröffnete Grand Hotel Straubinger in Bad Gastein etwa wurde zum Entspannen und Arbeiten eingerichtet, ungestörte Calls sind hier möglich. Gleichzeitig lädt der Wellness-Bereich mit seinen zwei Saunen zum Verweilen ein. Von dort aus hat man den Blick auf den berühmten Wasserfall und das atemberaubende Bergpanorama. Zudem ist das Thema ,alleinreisende Frauen‘ immer stärker im Kommen. Hier sind uns Sicherheit und Intimität wichtig. Natürlich begleiten uns auch die Themen Nachhaltigkeit und Slow Tourism“.

Das Grand Hotel Straubinger in Bad Gastein mit seinem bemerkenswerten Pool am Dach. Zwischen zwei „Arbeits-Gängen“ lässt sich hier schon mal gut entspannen.
„Investieren in die Servicequalität statt ständiges Wachstum.“ Michael Oberhofer, Geschäftsführer von Belvita Leading Wellnesshotels Südtirol und teilhabender Geschäftsführer von Brandnamic

Weg von der Immer-mehr-Mentalität

Michael Oberhofer, Geschäftsführer von Belvita Leading Wellnesshotels Südtirol und teilhabender Geschäftsführer von Brandnamic, sieht „Degrowth“ als Post-Wachstum im Tourismus. „Ganz im Sinne der künftigen Gäste ist es erstrebenswert, nachhaltig zu wirtschaften ohne ständiges Wachstum vor Augen. Stattdessen geht es darum, Strukturen und Kosten zu überdenken und zu optimieren und gleichzeitig die eigene Positionierung zu stärken“, meint Oberhofer. „Ökonomisch wirtschaften lässt sich zunehmend auch ohne die ausschließliche Konzentration auf den Faktor Nächtigungszahl. Durch den latenten Fachkräftemangel steht eine Vollauslastung nicht mehr unbedingt an erster Stelle. Es gibt die Möglichkeit, mehr Umsatz zu erzielen, indem man stärkeren Fokus auf die Software wie Service- und Erlebnisqualität legt, statt mit einer Immer-mehr-Mentalität auf die Hardware fokussiert zu sein. In Zukunft werden die Wertschöpfung pro Gast, eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer, zum Beispiel durch Workation, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch die ökologischen Auswirkungen von Anreise und Aufenthalt werden relevanter sowie soziale Kriterien – etwa die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen und Kooperationen der Betriebe untereinander“, ergänzt Oberhofer.

Wohlbefinden und mit besonderer Privatsphäre stehen im 4*Panorama Royal in Tirol im Mittelpunkt.

Raum schaffen für das Ich

Aus einem anderen Blickwinkel sieht der Tiroler Hotelier Peter Mayer, Inhaber des 4*s Panorama Royal in Bad Häring, die Zukunft des Reisens. Er hat gerade den Ausbau seines Wellnessbereichs auf 7.500 m² mit großer Wasserwelt, Relax Area und Saunawelt abgeschlossen.

„Für mich geht der Trend eindeutig dahin, dass die Menschen mehr denn je Unterstützung brauchen, für sich selbst die Zeit anzuhalten, und außergewöhnliche Orte und Plätze finden, um sich mit viel Platz und Privatsphäre ungestört auf eine kleine Reise ins innere Ich zu begeben. Kreativen Gedanken nachhängen, eingefahrene Strukturen in Ruhe überdenken und wieder richtig entspannen und genießen können. Das war für uns auch Leitgedanke bei der Gestaltung unserer neuen Relax Dream World. Jeder soll „seinen“ Platz finden“.


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