StartBusinessGelungene Premiere: Erste Sheconomy Night in München

Gelungene Premiere: Erste Sheconomy Night in München

Zum Launch der Deutschland-Ausgabe kamen rund 150 Gäste zum Netzwerken, Feiern und Teilen von „Brain Tattoos“ – denn der Abend im neuen Meta Office stand ganz im Zeichen von "How Women Shape The Future". Top-Managerinnen aus dem Sustainability-Umfeld zeigten, wie sie in ihren Konzernen nachhaltige Entscheidungen rund um Investitionen und Innovationen treffen.

Unternehmen, die rund ein Drittel Frauen in ihren Vorständen vorweisen können, erzielen auch hervorragende Nachhaltigkeitsergebnisse. „Und zwar ohne, dass diese Frauen speziell für Nachhaltigkeit verantwortlich sind – alle C-Level-Rollen führen zu diesem Ergebnis. Frauen an der Spitze des grünen Wandels zu positionieren, ist deshalb keine Frage der Gleichberechtigung, sondern eine strategische Notwendigkeit“, so Christina Bösenberg, Managing Director und DEI Lead bei Boston Consulting (BCG), im Zuge der Diskussionsrunde anlässlich der offiziellen Premiere der Deutschland-Ausgabe von Sheconomy. Im neuen Office von Meta auf dem Campus der Ideen feierten 150 Gäste das neue Medienangebot.

Die Zukunft ist weiblich

Passend zur aktuellen Ausgabe des Heftes, das unter der Federführung von Dagmar Zimmermann (Redaktionsleitung Deutschland) und Michaela Ernst (Herausgeberin und Chefredakteurin) das Thema Nachhaltigkeit beleuchtet, stand der Abend unter dem Motto „How Women Shape the Future“.

„Frauen sind mutiger, unpopuläre Maßnahmen umzusetzen und denken langfristiger – deswegen sind sie auch erfolgreicher in Sachen Nachhaltigkeit“, erklärte Christina Bösenberg den Zusammenhang, den eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung BCG zeigt. „Wären rund 30 % Frauen in Vorständen, könnten die weltweiten CO2-Emissionen pro Jahr um rund 1,5 Gigatonnen gesenkt werden – so viel, wie die globale Luftfahrtindustrie pro Jahr ausstößt“, so Bösenberg.“

Eine dieser Vorstandsfrauen ist Kiri Trier, die auf der Bühne die Maßnahmen des französischen Kosmetikkonzerns L’Orèal skizzierte. „Wir sind das einzige Unternehmen weltweit, das für seinen Beitrag zum Schutz von Klima, Wasser und Wäldern sieben Mal in Folge mit einem Triple-A-Rating des Carbon Disclosure Projects (CDP) ausgezeichnet wurde“, erwähnte Trier stolz. Mehr als 450 Beschäftigte würden im Nachhaltigkeitsmanagement des Konzerns arbeiten.

Ebenso wie Kiri Trier wirkt auch Sophie Röcken, Global Sustainability Manager beim Hygiene-Konzern Essity darauf hin, konkrete Maßnahmen umzusetzen und deren Außenwirkung zu stärken. Dazu könnten auch neueste Technologien etwa aus dem Bereich KI oder VR beitragen. Röcken verwies insbesondere auf die Bedeutung von neuen Produkt- und Materialentwicklungen.

„Als erstes und einziges Tissue-Unternehmen in Europa ist Essity dazu in der Lage, das regionale landwirtschaftliche Restprodukt Stroh in den Materialkreislauf zurück zu führen und daraus hochwertigen Zellstoff herzustellen“, nannte Röcken ein Beispiel. Der in Mannheim produzierte neuartige Zellstoff aus Stroh sei dabei genauso weich, reißfest und saugstark wie herkömmlicher Zellstoff aus Holzfasern. „Wir verarbeiten es so, dass die Konsument:innen keinen Unterschied bemerken, brauchen aber deutlich weniger Wasser“, so die Expertin.

Wasser ist auch Teil der Anstrengungen bei Meta. „Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 eine positive Wasserbilanz zu erreichen. Das bedeutet, dass Meta mehr Wasser an die Umwelt zurückgeben wird, als wir für unsere globalen Aktivitäten verbrauchen“, sagt Marie-Eve Schröder, Group Director D-A-CH bei Meta. Darüber hinaus setze der Konzern weiter auf erneuerbare Energien und neue Technologien, wie das Metaverse. „Virtual Reality kann dazu beitragen, Bewusstsein für den Klimawandel zu schaffen. So könnte vieles im Bereich Education transformiert werden. Wir schulen auch unsere Mitarbeitenden in Sachen Nachhaltigkeit, unter anderem mit einem eigenen Climate Science Center“, so Schröder.

Die Diskutantinnen räumten ein, dass noch viel Handlungsbedarf bestehe, vor allem in der Außenwirkung und Produktkommunikation. „Nachhaltigkeit darf kein komplexes Thema sein, sondern alle im und außerhalb des Unternehmens müssen verstehen, dass die nachhaltige Transformation vor allem von den kleinen Schritten lebt, die wir Tag für Tag umsetzen. Wir alle sind Teil der Lösung“, betonte Kiri Trier. „Eine unserer größten Herausforderungen im Bereich Consumer Tissue ist Abfall. Um diese zu überwinden, müssen wir den Kreislauf eines Produkts verstehen und dort die Hebel ansetzen“, ergänzt Sophie Röcken.

Doch nicht nur der Umwelt-Aspekt zählt auf das Thema Nachhaltigkeit ein, auch die soziale Komponente müsse im Auge behalten werden, appellierten Panelistinnen und Teilnehmende. Irène Kilubi, Gründerin von Joint Generations, Bestseller-Autorin („Du bist mehr als eine Zahl – Warum das Alter keine Rolle spielt“ sowie Covermodell der Dezember-Ausgabe der Weconomy powered by Sheconomy, wies in diesem Zusammenhang auf die wachsende Bedeutung eines generationsübergreifendes Miteinander in Unternehmen sowie auf das Potenzial von mehr Altersdiversität im Hinblick auf den aktuellen Fachkräftemangel hin. Zwar wisse die Mehrheit der Unternehmen, dass altersdiverse Teams kreativ und produktiv sind – darauf vorbereitet fühlen sich jedoch nur eine Minderheit, so Kilubi.

Magazin mit nachhaltigem Anspruch

Was bedeutet Nachhaltigkeit also? „Gerade für Unternehmer:innen ist diese Frage relevant. Sie müssen sie für sich schlüssig beantworten, um sich zukunftssicher aufzustellen“, weiß Dagmar Zimmermann, Redaktionsleiterin Deutschland der Sheconomy. „Die Lösung kann sehr unterschiedlich – und immer wieder spannend – aussehen. Das ist der Grund, warum wir diese Ausgabe unter die Themen Nachhaltigkeit und Investitionen stellen. Nachhaltigkeit steht auf der Agenda der CEOs, Gründerinnen, Neu- und Umdenkerinnen.“

Yvonne Molek, Herausgeberin von Sheconomy fasst zusammen: „Es ist Zeit zur Diskussion und Klärung: Was verdient das Prädikat „nachhaltig“? Ist es ein Trend, ein Marketinginstrument oder gar eine gesellschaftliche Notwendigkeit, die unser Miteinander auf Dauer prägt?“ Mit Blick auf ihre Rolle beim dem Magazins, das 2018 in Österreich gegründet wurde und bereits 2021 in Deutschland in Testbereichen an den Start gebracht wurde, betonte sie: „Wir geben starken Frauen starke Stimmen.“

Michaela Ernst, Mitgründerin von Sheconomy sowie Herausgeberin und Chefredakteurin, appellierte an die zahlreichen Gäste: „Wir sind angetreten, um erfolgreiche Frauen in der Wirtschaft vor den Vorhang zu holen. Frauen sind sich ihrer Erfolge oft nicht bewusst und unterschätzen daher, wie sehr sie Role Models für die nachkommende Generation sind.“

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