Start Shedaily Dienstag // DIE KOLUMNE Save it. "aufgeschnappt" von Nadia Weiss

Save it. “aufgeschnappt” von Nadia Weiss

Gehören Sie zu den Menschen, die ihren Kontostand immer genau auf den Cent am Radar haben? Oder löst der Blick auf die Finanzen bei Ihnen Stress-Symptome aus, die nicht einmal von der positiven oder negativen Sachlage abhängen? Eines ist sicher: Ganz kalt lässt das Thema Geld Niemanden.  In der Wirtschaft ist Geld die Währung des Erfolges. Und dieses Geld schenkt uns Freiheit und Selbstbestimmung. Während der Lockdown-Monate ist eine meiner persönlichen Eskapismus-Möglichkeiten das Wiederentdecken alter Klassiker. Und damit meine ich nicht nur „Kinder“-Schokoriegel, die tatsächlich Glücksgefühle auslösen können. Für geistige Reisen empfiehlt sich immer noch das Abenteuer im Kopf, unkompliziert über den Blick zwischen zwei Deckeln erreichbar, also im guten alten Buch. So las ich unlängst in Stefan Zweigs autobiographischen Erinnerungen „Die Welt von Gestern“: „Wenn ich versuche für die Zeit vor dem ersten Weltkriege, in der ich aufgewachsen bin, eine handliche Formel zu finden, so hoffe ich am prägnantesten zu sein, wenn ich sage: es war das goldene Zeitalter der Sicherheit. (…) Heute, da das große Gewitter sie längst zerschmettert hat, wissen wir endgültig, das jene Welt der Sicherheit ein Traumschloss gewesen. Aber doch, meine Eltern haben darin gewohnt wie in einem steinernen Haus. Kein einziges Mal ist ein Sturm oder eine scharfe Zugluft in ihre warme, behagliche Existenz eingebrochen; freilich hatten sie noch einen besonderen Windschutz: sie waren vermögende Leute, die allmählich reich und sogar sehr reich wurden, und das polsterte in jenen Zeiten verlässlich Fenster und Wand.“

Wer genug Geld hat, kann besser schlafen und besser planen. Kann sein, dass es sich um Traumschlösser handelt, der Weltenlauf einen Strich durch die Rechnung macht und eine Katastrophe unaufhaltsam über uns hereinbricht. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit mit geringeren Verlusten auszusteigen mit Ressourcen höher als ohne. Warum ich diese bekannten Weisheiten thematisiere? Viele Frauen verlassen sich bei der finanziellen Vorsorge noch immer auf andere, vertrauen dem Schicksal und nicht ihrem eigenen Instinkt. Finanzielle Bildung und Interesse an der eigenen Vorsorge ist der Schlüssel zu dem, was Stefan Zweig als eine sichere Welt beschrieb – und sei es nur eine Momentaufnahme im Spiel des Lebens: Diese Karten, diese Möglichkeiten, sollten wir nicht aus der Hand legen.

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