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Handeln oder überholt werden: Die Automobilindustrie am Wendepunkt

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Handeln oder überholt werden: Die Automobilindustrie am Wendepunkt

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Während klassische Automobilhersteller mit Schwierigkeiten kämpfen, entwickelte sich Innovationsführer Tesla 2020 zu einem der größten Börsenaufsteiger. Die Automobilindustrie steht vor Veränderungen die vor allem durch technologische Lösungen in Angriff genommen werden müssen

Elektromobilität, fahrerlose Autos, digitale Verkäufe und Carsharing. Auch schon vor COVID-19 hatte die Automobilindustrie alle Hände voll zu tun um den Wandel der Zeit zu entsprechen. Durch die Einschränkung des Reiseverkehrs in der Pandemie, müssen sie sich nun auch noch mit stark einbrechenden Verkaufszahlen herumschlagen. Die vergangenen Monate lassen die mögliche Zukunft der Industrie erahnen, wobei die größten Veränderungen erst anstehen.

Das politische Klima hat sich verändert
Autos sind in der EU für etwa 12 Prozent der gesamten Emissionen von Kohlendioxid (CO2) verantwortlich. Aus diesem Grund trat am 1. Januar 2020 die neue Verordnung des Europäischen Parlaments, die strengere CO2-Emissionsnormen für neu gebaute Personenkraftwagen und Lieferwagen vorsieht, in Kraft. Seit 2021 beträgt das durchschnittliche Emissionsziel für neue PKWs 95 g CO2/km. Zwischen 2015 und 2019, lag der Wert bei 130 Gramm CO2 pro Kilometer. Richtwerte an die sich Autohersteller anpassen. Denn 2020 war auch das erste Jahr, in dem sie für das Verfehlen der Ziele Strafen zahlen mussten.

So haben BMW und Daimler laut eigenen Angaben das Ziel erreicht. Volkswagen tat sich dabei schwerer und verpasste den Wert knapp, obwohl auch sie den durchschnittlichen Wert ihrer C02-Emissionen senken konnten. Für die Verfehlung muss VW 100 Millionen Euro an die EU-Kommission bezahlen. Doch es gibt auch Schlupflöcher. Konzerne dürfen ihre Werte mit anderen Herstellern „poolen“. Fiat Chrysler führte die Flottenwerte aus diesem Grund mit Tesla zusammen, die E-Autos der Kalifornier werden nämlich als Nullemissionsfahrzeuge gezählt.

Elektrofahrzeuge und digitale Kundenkommunikation auf dem Vormarsch
Um ihre Emissionswerte zu senken, müssen Autohersteller viel mehr Elektrofahrzeuge verkaufen. Die globalen Herausforderung, um eine kohlendioxidneutrale Mobilität zu gewährleisten, spielt Tesla in die Karten. Die Tech-Vorreiter der Automobilindustrie konnten ihren Börsenwert 2020 um das Siebenfache steigern. Mit dem Model 3 bietet Tesla zudem ihre erste Modellreihe an, die in Serienfertigung gebaut wird. Das Fahrzeug gilt als ernstzunehmende Konkurrenz bei den etablierten Herstellern, denn die Großen haben Schwierigkeiten technisch, und vor allem bei der Batteriereichweite, mit Tesla mitzuhalten. In Europa wurden bis November 2020 nur vom Renault Zoe mehr Einheiten als vom Model 3 verkauft.

Vor der COVID-19-Krise waren die Akteure in der Automobilindustrie zögerlich, was die Nutzung digitaler Kanäle angeht. Infolgedessen hinkt die Automobilindustrie nun anderen Branchen in diesem Bereich hinterher. Mittlerweile hat die Branche erkannt, dass Remote-Verkaufsmodelle zur nächsten Normalität werden. Auch hier übernimmt Tesla eine Vorreiter-Rolle, sie haben sich in eine Mischung aus Autohersteller und Software-Konzern gewandelt, die mit Software- und IT-Dienstleistungen viel höhere Gewinnmargen erzielen können als allein durch den Verkauf von Autos.

Autos fahren von selbst und werden miteinander geteilt
Das sich die Mobilität verändert bestätigte uns Anja Hendel, Managing Director des VW Digitalberaters diconium, bereits in ihrem SHEconomy Interview 2020.  “Car-Sharing und autonomes Fahren sind zwei sehr große Themen. Mit diesen Veränderungen gehen aber nicht nur technologische Herausforderungen, sondern auch viele wirtschaftliche Fragestellungen einher. Für mich ist bei all diesen Überlegungen das Thema Sicherheit zentral. Jedes Jahr sterben immer noch mehr als eine Million Menschen aufgrund von Autounfällen. Technologien zu entwickeln, die diese Risiken minimieren, halte ich für unglaublich wichtig.”

Die Entwicklung von Fahrzeugen, die kein menschliches Eingreifen benötigen, wird die Nutzung des öffentlichen Verkehrs reduzieren und neuen Nutzergruppen individuelle Mobilität bieten. Dafür benötigen sie nicht mal mehr ein eigenes Auto, denn professionell gemanagte Shared-Mobility-Systeme werden das Ausleihen und Teilen von Fahrzeugen in der Gesellschaft etablieren. Um sich anzupassen, haben viele Mobilitätsanbieter ihre Angebote bereits neu positioniert. Zum Beispiel bieten mehr Vermietungsunternehmen Kurzzeit-Leasing als Alternative zum Autokauf an, und einige Erstausrüster ziehen nach.

Miteinander sprechende Fahrzeuge die jährlich aktualisiert werden
Autos sind künftig digital miteinander verbunden, dies gilt in gleicher Weise für Verkehrsmanagement-Infrastrukturen, Fahrzeuginsassen und die Außenwelt. Die Autos der Zukunft sollen ein Zwischenort aus Zuhause und Arbeitsplatz werden. Dafür benötigt es strategische Partnerschaften wie sie VW mit diconium eingegangen ist. Wie Managing Direcor Anja Kohm schilderte: „Aus dem VW-Konzern kommt sehr viel Hardware-Expertise, die wir mit unserem Know-how aus dem Softwarebereich anreichern. Dabei spielt auch die Entwicklung von VW.OS, dem eigenen Volkswagen-Betriebssystem, eine wichtige Rolle.“

Voraussagen von PwC zufolge sollen künftig auch die Modellpaletten der Autohersteller jährlich aktualisiert werden, um die neuesten Hardware- und Softwareentwicklungen zu integrieren und auf die sich ändernden Anforderungen der Anbieter von On-Demand-Mobilität zu reagieren. Ihre Prognosen deuten darauf hin, dass im Jahr 2030 bereits mehr als jeder dritte gefahrene Kilometer auf Sharing-Konzepten beruhen könnte. Gleichzeitig werden sich die Präferenzen der Nutzer stärker in Richtung autonome Mobilität bewegen. Um künftig Wachstum erzielen zu können, müssen Unternehmen der Automobilbranche also die entsprechenden Investitionen und Ressourcen einsetzen um den neuen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

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