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Frauen in Führungspositionen sind in Österreich eine Seltenheit

In Österreich sind Spitzenpositionen nach wie vor eine Männerdomäne. Auch das geschlechtsspezifische Lohngefälle zwischen Frauen und Männern ist im internationalen Vergleich hoch. Die Arbeiterkammer sieht in der Quote einen Lösungsansatz.

Die Führung von Unternehmen ist in Österreich nach wie vor Männersache. Nur 14 der derzeit 192 Vorstände der im Wiener Börsenindex gelisteten Unternehmen sind weiblich, wie das Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) kürzlich ermittelte. Aus Sicht der Arbeiterkammer liegt Österreich damit im europäischen Vergleich weit hinter den Erwartungen zurück. Nur Luxemburg steht mit vier Prozent noch schlechter da als Österreich. Auch in einer Liste, unter den 200 umsatzstärksten Unternehmen des Landes, finden sich nur wenige Frauen; der Anteil der Geschäftsführerinnen liegt bei neun Prozent.

Die Quote funktioniert

Für die Arbeiterkammer ist der Bericht ein Zeichen dafür, dass Quoten funktionieren. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der quotenpflichtigen, börsennotierten Unternehmen ist seit der Einführung der verpflichtenden Quote von mindestens 30 Prozent deutlich von 22,4 auf 32,3 Prozent gestiegen. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der quotenpflichtigen Unternehmen erfüllen bereits die Mindestquote von 30 Prozent Frauen im Aufsichtsrat, 29,6 Prozent von ihnen erreichen sogar einen Anteil von 40 Prozent und mehr. Bei den nicht quotenpflichtigen börsennotierten Unternehmen lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten im Jänner 2021 hingegen bei vergleichsweise niedrigen 18,3 Prozent.

Wenig Frauen an der Spitze

Dass Österreich bei der Gleichberechtigung von Frauen in der Wirtschaft Nachholbedarf hat, zeigen auch andere Vergleiche: Im Global Gender Gap Report 2020 des Weltwirtschaftsforums (WEF) liegt Österreich bei der wirtschaftlichen Beteiligung von Frauen nur auf Platz 86 von 157 Ländern. Der Anteil der Frauen in den Führungsetagen ist in der Konsumgüterbranche mit fast einem Viertel am höchsten. Es folgen die IT-Branche (9,1 Prozent) und der Finanzsektor (7,4 Prozent). In den börsennotierten Unternehmen der Automobil-, Immobilien-, Rohstoff-, Telekommunikations- und Transportbranche ist hingegen keine einzige Frau an der Spitze zu finden.

Hohes Lohngefälle

Auch das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern ist in Österreich im internationalen Vergleich hoch. Nach Angaben der Statistik Austria verdienen Frauen pro Stunde rund ein Fünftel weniger als Männer. Angesichts der Corona-Pandemie und ihrer Folgen droht dieser Einkommensunterschied wieder zu wachsen, warnt das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Denn sinkende Beschäftigung und steigende Arbeitslosigkeit wirken sich bei Frauen – ausgehend von einem niedrigeren Niveau – langfristig stärker negativ auf das Einkommen aus als bei Männern.

Quelle: faz.net

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