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Forderung nach mehr Wirtschaftsbildung in Schulen

Die Stärkung und Ausweitung von Wirtschaftsinhalten in Schulen ist eine zentrale Forderung der Jungen Wirtschaft der Wirtschaftskammer Wien. Aus Sicht der Organisation gehört die Bildungslücke, wenn es um unternehmerische Begrifflichkeiten geht geschlossen. 

Laut der Jungen Wirtschaft Wien, soll in allen Schulformen mit 12 bzw. 13 Schulstufen nach der Volksschule ein Pflichtfach „Wirtschaft“ implementiert werden, das grundlegendes Wirtschafts- und Finanzwissen beinhaltet. Auch am Ende der Schullaufbahn in der AHS und BMHS (12., 13. Schulstufe) soll Berufsinformation und Bildungsberatung gezielt eingesetzt werden, um den Schülerinnen und Schülern alle beruflichen Möglichkeiten in der Wirtschaft aufzuzeigen (also z.B. auch Matura und Lehre).

„Die Schule vermittelt derzeit zu wenig Wirtschaftskompetenz. Den Jugendlichen fehlt das Verständnis für grundlegende wirtschaftliche Vorgänge und Zusammenhänge“, so die Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien, Barbara Havel. Eine Überarbeitung bestehender Lehrinhalte sei unerlässlich, bereits weit vor dem Weg in eine Handelsakademie oder ein betriebswirtschaftliches Studium. „Wenn Begriffe wie brutto, netto oder Jahresabschluss Fremdwörter bleiben, fördert das den Unternehmergedanken und damit den heimischen Standort freilich nicht.“, so Havel.

Barbara Havel, Landesvorsitzende von Junge Wirtschaft Wien (© Mindworker/Lehner)

Wirtschaftliches Basiswissen ist nicht nur für UnternehmerInnen vorteilhaft. „Es würde jedem Bürger und jeder Bürgerin helfen, in diesem Bereich Know-how zu haben. Schließlich trifft jeder in seinem Leben ständig wirtschaftliche Entscheidungen – z.B. bei der eigenen Finanzplanung oder bei einer größeren Investition wie Auto- oder Wohnungskauf. Unternehmerinnen und Unternehmer würden ebenfalls davon profitieren, wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein gutes wirtschaftliches Basiswissen haben“, so die Landesvorsitzende.

Das Interesse der Jugend am Wirtschaftswissen ist laut Barbara Havel vorhanden: „Untersuchungen zeigen, dass sie gern mehr wissen wollen, sich aber nicht als aktiver Teil des Wirtschaftslebens begreifen“. Unter www.schule-trifft-wirtschaft.at sind hunderte Angebote für PädagogInnen zu finden, die dem Wirtschaftsunterricht wie auch der Berufsorientierung dienen. Die Initiative der Wirtschaftskammer „Unternehmerin macht Schule“ bietet darüber hinaus auch in Zeiten von Distance Learning die Möglichkeit, Unternehmerinnen als Role-Models in den Unterricht zu holen.

„Vieles rund um das Thema Unternehmertum klingt für viele Menschen abstrakt und es wird dabei oft nur an große Konzerne oder Unternehmen mit einer Nähe zu akademischen Ausbildungen gedacht“, so Havel. Dabei betreffe Unternehmertum so viele unterschiedliche Bereiche – von Friseursalons über Restaurants bis hin zum klassischen Handwerk. Zu verstehen, was ein Unternehmen oder eine Organisation ausmacht, kann allen MitarbeiterInnen helfen und sogar noch wertvoller für diejenigen sein, die danach streben, eine Führungskraft zu werden oder ihr eigenes Unternehmen zu führen. Daher wäre es erfreulich wenn sich in diesem Bereich wieder etwas bewegt.


Gut zu Wissen: Die Stiftung Wirtschaftsbildung hat die Stärkung einer breiten wirtschaftlichen Allgemeinbildung in Österreich zum Ziel. Sie wurde von der Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit Arbeiterkammer, ERSTE Stiftung, Industriellenvereinigung, Innovationsstiftung für Bildung, MEGA Bildungsstiftung und Österreichische Nationalbank gegründet.

Fotomaterial© unsplash.com

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