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Es darf auch leicht sein

Blicken Sie noch durch bei all den Buzzwords rund um die Digitalisierung? Angebote für mehr technisches Know-how sollten leichter zugänglich sein, um den digitalen Graben nicht zu vertiefen, sagt Redakteurin Simone Fasse im Meinungsbeitrag.

Wann sind Sie zuletzt an der Technik verzweifelt? Bei unserem letzten Besuch im Freiluftkino scheiterten wir an einem „Zurück“-Button bei der Popcorn-Bestellung – am Ende hieß es dann doch: Bitte gehen Sie an die Theke und fragen sie unser Team. Da mussten Entspannung und Filmstart noch ein bisschen warten.

Dabei sind Automatisierung und neue Technologien eigentlich mein Metier. Seit Jahren schreibe ich über aktuelle Entwicklungen und die Zukunft, die uns erwarten könnte. Ich bin fasziniert von Robotern und freue mich auf meinen anstehenden Ausflug ins Metaverse. Nur das mit den „völlig selbsterklärenden“ Tools, das war noch nie meine Welt. Damit bin ich offenbar nicht allein. Laut aktuellen Untersuchungen geht vielen das digitale Tempo zwar in Deutschland zu langsam voran, und der Großteil sieht die Digitalisierung grundsätzlich positiv – gleichzeitig sorgt sich die Hälfte der Befragten aber auch, im digitalen Wandel den Anschluss zu verlieren.

Diese Entwicklung sollten wir vor dem Hintergrund der ohnehin wachsenden gesellschaftlichen Risse nicht unterschätzen. Der Wunsch nach kostenlosen Schulungen sowie Unterstützungsangeboten ist in vielen Teilen der Bevölkerung groß. Viele Städte bieten bereits digitale Sprechstunden an, um konkrete Hilfe zu ermöglichen. Eine wertvolle österreichische Plattform ist iMooX.at wo frei zugängliche und offen lizenzierte Online-Kurse (Massive Open Online Courses) zu unterschiedlichen Themen für eine breite Bevölkerungsschicht angeboten werden. Initiativen wie der Digitaltag oder öffentliche Konferenzen sind ebenfalls gute Ansätze, und auch Museen sind aus meiner Sicht ein wichtiger Hebel, um das Interesse an neuen Technologien zu wecken und mit Leichtigkeit Lust aufs Experimentieren zu machen.

Wichtig ist jedoch, dass die Angebote nicht nur eine sowieso schon interessierte Schicht anziehen, die es gewohnt ist, Ausstellungen zu besuchen oder Kurse zu buchen. Die Faszination für neue Technologien gepaart mit Medienkompetenz muss gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und immer neuen Buzzwords breiter denn je gefördert werden. Ganz nach dem Motto: Es darf auch leicht sein. Dasselbe gilt für das lebenslange Lernen, das wir im beruflichen Umfeld mehr denn je brauchen. Oft bleibt bei allen „offenen Tabs“ im Job oder privat nur noch wenig Raum, sich mit den neuesten Tools und Technologien auseinander zu setzen.

Vielleicht haben Sie ja Lust, im Urlaub Zukunftsorte wie die Ars Electronica in Linz, das Futurium Berlin oder das Deutsche Museum in München zu besuchen, um Kunst und Technik ganz entspannt miteinander zu verbinden. Als Sommerlektüre empfehlen wir – natürlich – die aktuelle Ausgabe der Sheconomy, mit zahlreichen Tipps rund um Upskilling und Interviews mit spannenden Zukunftsmacherinnen wie Maja Göpel, Kenza Ait Si Abbou und Tijen Onaran.


Dieses Meinungsstück erschien auch im aktuellen Newsletter der Sheconomy als Editorial. Hier können Sie unseren wöchentlichen Newsletter (im Sommer zweiwöchig) abonnieren.

Fotomaterial© Pixabay

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