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Der Krieg auf leisen Sohlen

Virtuelle Angriffe auf IT-Einrichtungen von Unternehmen und staatlichen Betrieben nehmen dramatisch zu. Im Kampf gegen die wachsende Cyberkriminalität sind Lösungen von innovativen Tech-Konzernen umso gefragter. Das eröffnet auch langfristige Anlagechancen.

Der 23. Juni 2021 wird den Mitarbeiter*innen der SalzburgMilch noch länger in Erinnerung bleiben. An diesem Tag wurden sämtliche IT-Systeme in der drittgrößten Molkerei Österreichs aufgrund eines Cyberangriffes lahmgelegt, weshalb Auslieferungen und Bestellungen nicht bearbeitet werden konnten. Die Milchprodukte wurden stattdessen vorübergehend in einer Molkerei in Bayern eingelagert. Virtuelle Übergriffe wie dieser sind dabei längst kein Einzelfall mehr und obendrein meist auch an Lösegeldforderungen in Form von Kryptowährungen gekoppelt.

Eine besonders hohe Summe verlangten im vergangenen Mai etwa Hacker aus den USA bei ihrem Angriff auf den Betreiber der Colonial Pipeline – insgesamt 75 Bitcoin, nach damaligem Wert 4,4 Millionen US-Dollar. Der Pipelinebetreiber knickte ein. Schließlich versorgt das Energieunternehmen die gesamte Ostküste mit Treibstoff für die Tankstellen. Nach dem Hackerangriff drohten Lieferengpässe bei Benzin und Diesel, Hamsterkäufe waren die Folge.

Dabei sind nicht nur Unternehmen betroffen. Öffentliche Einrichtungen können sich Hack-Attacks ebenso wenig entziehen. Anfang vergangenen Julis wurden bei einem virtuellen Übergriff in Deutschland sämtliche Dateien des deutschen Landkreises Anhalt-Bitterfeld infiziert und verschlüsselt. Zahlreiche öffentliche Dienstleistungen – etwa die Auszahlung des Arbeitslosengeldes – konnten nicht mehr umgesetzt werden. In Italien stuft man nach einem Angriff auf eine öffentliche Anmeldestelle für Corona-Impfungen Anfang August solch eine Tat gar als einen Akt des Terrorismus ein.

Verständlich, dass die Angriffe inzwischen auch bei den Polizeibehörden weltweit mit zunehmender Sorge beobachtet werden. Allein in Österreich verdoppelten sich 2020 die Fälle gegenüber dem Vorjahr auf mehr als 10.000 angezeigte Fälle im engeren Sinne. Cybercrime im engeren Sinne umfasst laut österreichischem Innenministerium jene kriminellen Handlungen, bei denen Angriffe auf Daten oder Computersysteme unter Verwendung der Informations- und Kommunikationstechnik begangen werden. Ähnlich dramatisch ist die Entwicklung anderswo. In Deutschland registrierte das Bundeskriminalamt für 2020 rund 108.000 CybercrimeDelikte im engeren Sinne.

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