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Depressionen und Panikattacken weltweit stark gestiegen

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Fälle von Depressionen und Panikattacken weltweit um mehr als ein Viertel angestiegen. Frauen sind davon unverhältnismäßig stark betroffen wie eine neue Studie zeigt. 

Die Corona-bedingten Lockdowns der vergangenen beiden Jahre hinterlassen Spuren. Der Psychologe Johann Beran wies zu Beginn des Jahres darauf hin, dass sich die Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit der Menschen erst zeigen werden, wenn die Restriktionen nachlassen. Nun zeigt einer Studie, dass die Fälle von Depressionen und Panikattacken im ersten Jahr der Corona-Pandemie weltweit um mehr als ein Viertel angestiegen sind.

Die Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde, geht davon aus, dass im vergangenen Jahr weltweit 52 Millionen Menschen mehr an einer schweren depressiven Störung litten, als es ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Die Zahl der unter Angstzuständen leidenden Menschen lag um 76 Millionen höher.

Frauen und junge Menschen stärker betroffen 

Die Analyse ergab, dass Frauen unverhältnismäßig stark von den negativen Auswirkungen auf die mentale Gesundheit betroffen sind. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Pandemie-Maßnahmen in den meisten Ländern die bestehenden gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten noch verschärfen. Es entstand eine Mehrfachbelastung, da die zusätzlichen Betreuungs- und Haushaltspflichten hauptsächlich von Frauen übernommen wurden. Frauen sind zudem weitaus häufiger Opfer häuslicher Gewalt, die während der Pandemie stark zugenommen hatte.

Den Forscher*innen zufolge schlug sich die Pandemie auch bei den 20- bis 24-Jährigen  überdurchschnittlich auf die Psyche nieder. Ein wichtiger Grund dafür sei, dass die Schulschließungen die Möglichkeiten junger Menschen, zu lernen mit Gleichaltrigen in Kontakt zu treten und einen Arbeitsplatz zu finden, stark eingeschränkt habe.

Professionelle Hilfe muss zugänglich sein

Der Hauptautor der Studie, Damian Santomauro, von der School of Public Health der University of Queensland in Australien, appellierte an alle Länder, dass die psychosozialen Dienste „dringend gestärkt werden müssen, um die wachsende Belastung durch schwere Depressionen und Angststörungen weltweit zu bewältigen.“ Die Studienergebnisse seien alarmierend und man komme nicht darum herum, den zusätzlichen Bedarf an Psycholog*innen, Psychiater*innen und Sozialarbeiter*innen zu decken. Ein Abwarten sei nämlich keine Option.

 

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