Als Ballerina gibt es Momente auf der Bühne, in denen mein Körper einfach nicht mehr mitmacht. Alles wird schwer, der Atem brennt, manchmal wird mir sogar kurz schwarz vor Augen. Und trotzdem muss ich weiter tanzen und lächeln, als wäre alles ganz leicht. Das Publikum soll nicht merken, wie anstrengend es wirklich ist. Für Augenblicke wie diese würde ich gern ein Superpower-Pflaster erfinden. Eines, das genau in dem Moment aktiviert wird, in dem man denkt: jetzt kann ich wirklich nicht mehr. Ein Pflaster, das spürt, wenn man an der eigenen Grenze ist und frische Kraftreserven freisetzt. Einen kurzen Boost, genau dann, wenn man ihn wirklich braucht.

Nicht nur auf der Bühne wäre das hilfreich, sondern auch als Mutter. Besonders in Phasen, in denen man kaum schläft und trotzdem funktionieren muss. Im ersten Jahr mit meinen Zwillingen saß ich oft nachts mit einem Kind auf dem Gymnastikball, während das andere schlief, und sah zu, wie es draußen langsam hell wurde. Am Abend stand ich wieder auf der Bühne. Wir alle kommen manchmal an unsere Grenzen, und oft würde schon ein kleiner Energieschub reichen, um weiterzumachen.


Zur Person: Ketevan Papava

Ihre Karriere führte die georgisch-österreichische Tänzerin vom Mariinski-Theater in St. Petersburg über das Nationale Opern- und Ballett-Theater Sofia nach Wien, wo sie 2015 zur Ersten Solistin des Wiener Staatsballetts ernannt wurde. Seit Jänner 2026 ist sie zudem Protagonistin der „Women with Purpose“-Initiative des Schweizer Modehauses Akris.

FIONA NOEVER
Salon Rolemodels Featured