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Wissen Sie eigentlich was andere über Sie denken?

Ihre Positionierung: WOW oder mau? ist eine Kolumnen-Serie in vier Teilen von Gabriele Strodl-Sollak, Kommunikationsberaterin, Business-Coach und Autorin des Buches Boost your career, Sister!

Sie erinnern sich an die Geschichte von Sophie, die in einer exquisiten Manufaktur arbeitet?

Ihr Chef sagte anerkennend über sie: „Wenn Sophie im Dienst ist, dann merke ich das an den Verkaufszahlen. Ihre gute Laune ist so ansteckend, sie hebt die Stimmung allein dadurch, dass sie da ist und alle verkaufen besser.“

Alle im Team wussten das. Nur eine nicht – Sophie selbst. Für sie war die Stimmung im Store ja immer gut – schließlich war sie auch immer mit von der Partie. Sie kannte den atmosphärischen Unterschied nicht zu den Tagen, an denen sie abwesend war.

Neigen Sie auch dazu, Ihre Stärken als selbstverständlich zu qualifizieren, weil sie für Sie so mühelos und leicht daherkommen?

Stellen Sie sich einen warmen, feinen Sommerregen vor. Genauso fühlt es sich an, wenn Ihnen ein anderer Mensch sagt, was ihm an Ihnen positiv auffällt, markant ist. Wenn jemand Sie und Ihre Besonderheiten erfasst hat, Ihr WHY so locker aus der Hüfte beschreiben kann und Sie sich denken: „Wow, das alles verkörpere ich?“

Denken Sie vielleicht: „Oh, warum gibt es für mich keinen schönen, warmen Sommerregen?“

Nun, wahrscheinlich haben Sie niemanden danach gefragt …. Kann das sein? Vor Positionierungsworkshops leiten wir die Teilnehmerinnen an, die Wetterfee zu mimen und diesen erfrischenden Sommerregen zu initiieren.

Damit sind wir schon beim 2. Tipp für Ihre passgenaue WOW-Positionierung – das „Fremdbild“ abfragen. Und so können Sie vorgehen:

Wählen Sie drei Personen aus Ihrem beruflichen Umfeld

Wichtiges Kriterium: Sie sollen aktuell in keinerlei Machtverhältnis zu dir stehen (z.B. durch Weisungen). Sie sollen keine Eigeninteressen an dem folgenden Gespräch haben. Oft finden sich diese Menschen bei vorhergehenden Arbeitgebern, sind Kolleg*innen aus Fortbildungen, und beruflichen Netzwerken, Lieferant*innen, Mentor*innen. Wer definitiv nicht dazugehört sind Familienmitglieder und aktuelle Vorgesetzte.

Fragen Sie nach einem Gesprächstermin. Das geht auch über Zoom, am Telefon, beim Spazierengehen und in Österreich nun auch wieder im Lieblingscafé.

So können Sie beispielsweise die Frage stellen: „Ariane, wir haben schon länger nichts voneinander gehört. Ich wollte mal nachfragen wie es dir gerade so geht … und ich habe auch ein Anliegen. Ich überlege mir, wie ich beruflich durchstarten kann (oder: mich weiterentwickeln kann). Mir hilft es, wenn du mir Feedback gibst, wie du mich (damals) erlebt hast. Darf ich dir dazu ein paar Fragen stellen?“ – dann vereinbart ihr einen Termin.

Ihre Fragen zum Sommerregen-Gesprächstermin

Welche Fragen stellst du nun? Bewährt haben sich diese:

  • Wir kennen einander seit …. Was war das Erste, das dir an mir aufgefallen ist?
  • Was denkst du, sind meine drei größten Stärken, die ich beruflich habe?
  • Welche Eigenschaften fallen dir aktuell an mir auf? Sind das andere Eigenschaften und Stärken als damals?
  • Was meinst du unterscheidet mich beruflich von meinem Umfeld?
  • Welche Eigenschaften denkst du, werden mich karrieremäßig voranbringen?

Euer Gesprächstermin ist eigentlich ein Interviewtermin, bei dem du Fragen stellst und nach jeder Frage gaaaaaanz gut zuhörst.

Die Versuchung ist groß, in ein Gespräch zu switchen, zu kommentieren, Ihre Sicht zu bestimmten Situationen zu erzählen … Geben Sie dieser Versuchung nicht nach. Hören Sie einfach zu.

Nur Verständnisfragen sind erlaubt, zum Beispiel: „Wie meinst du das genau?“ oder „Kannst du mir dafür ein Bespiel geben?“ Manche Gedanken sind flüchtig. Deshalb ist es eine gute Idee, die Antworten während des Gesprächs gleich zu notieren. Später kannst du sie übersichtlich strukturieren.

Sie überlegen, ob das zu aufwendig ist?

Simone hat im Herbst 2020 diese Gespräche geführt. Im Juni 2021 wird sie eine leitende Stelle übernehmen. Bei einem Telefonat erzählt sie mir: „Gabriele, es war dieses eine Gespräch im Herbst. Es hallt immer noch in mir nach. Da sind mir die Augen aufgegangen und plötzlich wusste ich, was ich zu tun hatte. Das war spielentscheidend für diese Beförderung!“

Bündeln, Verstärken, Ausdifferenzieren

Haben Sie mehrere Gespräche geführt, dann vergleichen Sie die Antworten miteinander. Haben Sie vielleicht Stärken gehört, die für Sie so selbstverständlich sind, sodass Sie sie selbst gar nicht aufgeschrieben hattest?

Wurden manche Stärken und Eigenschaften von allen Gesprächspartner*innen genannt? Vielleicht gibt es auch Ausreißer aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen, Lebensphasen, Teamkonstellationen, unterschiedlicher Branchen …?

Jedenfalls sind Sie nun Wetterfee gewesen und haben einen erfrischenden Sommerregen in Ihr Leben gezaubert. Übrigens: Es soll schon vorgekommen sein, dass die Feedback-Rollen als Dankeschön auch gewechselt wurden. 😊

Am nächsten Montag zeige ich Ihnen, wie Sie Ihren WOW-Positionierungssatz finden und definieren, damit Sie beruflich so richtig abheben.

Herzliche Boost-Grüße aus Wien,

Gabriele Strodl-Sollak

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