StartBusinessWechselwirkung: Gemeinsam neu Wert schöpfen

Wechselwirkung: Gemeinsam neu Wert schöpfen

In unserem heutigen Interview sprechen wir mit Katharina Roehrig, Managing Director Corporate Communications & Sustainability bei der Melitta Gruppe, und Lavinia Bauerochse, Global Head of ESG Corporate Bank bei der Deutschen Bank. Sie sind maßgeblich an der Gestaltung und Umsetzung von ESG-Strategien beteiligt und treiben so die nachhaltige Transformation voran.

Wie gestaltet sich die ESG-Transformation bei der Melitta Gruppe und welche Rolle spielt dabei die Deutsche Bank?

Katharina Roehrig: Wir glauben regeneratives Wirtschaften ist die unternehmerische Antwort auf die globalen Herausforderungen der Nachhaltigkeit. Es erfordert Zusammenarbeit über alte Systemlogiken hinweg. Daher haben wir uns bei der Melitta Gruppe verpflichtet, unsere Geschäftsprozesse und Wertschöpfungsketten bis 2030 umfassend zu überdenken und neu zu gestalten: alles von der Produktentwicklung bis zu unseren Arbeitsweisen und Partnerschaften. Ökonomische, soziale und ökologische Faktoren determinieren wechselseitig die ganzheitliche Wertschöpfung und werden in strategische Entscheidungen einbezogen.

Lavinia Bauerochse: Die Deutsche Bank sieht sich als Partner auf dem Weg zur ESG-Transformation. Wir unterstützen Unternehmen und beraten sie bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien. Unser Ziel ist es, bis 2025 kumulativ 500 Milliarden Euro in nachhaltige Finanzierungen zu investieren und durch unsere Beratung dazu beizutragen, dass Unternehmen ihre ESG-Ziele erreichen.

Lavinia Bauerochse, Global Head of ESG Corporate Bank bei der Deutschen Bank

Wie sieht Ihre Zusammenarbeit aus und wie wichtig ist diese für den Erfolg der ESG-Ziele?

Katharina Roehrig: Die Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern ist entscheidend. Unser erster Nachhaltigkeitsbericht war ein wichtiger Schritt, um unsere Ziele und Fortschritte transparent zu machen. Die Deutsche Bank ist ein wichtiger Partner für uns, da sie uns mit ihrem Know-how im Bereich ESG zur Seite steht. Diese Partnerschaft ermöglicht es uns, innovative Projekte und Initiativen zu realisieren, die einen echten Unterschied machen.

Lavinia Bauerochse: Es geht um eine Partnerschaft, die über Finanzierung hinausgeht. Wir arbeiten mit Melitta zusammen, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch nachhaltig sind. Dieser Austausch ist essenziell, um die komplexen Herausforderungen der ESG-Transformation zu meistern und gemeinsam innovative Wege zu beschreiten.

Frau Roehrig, können Sie ein Beispiel für ein Leuchtturmprojekt bei Melitta nennen, das zeigt, wie Sie Nachhaltigkeit in die Praxis umsetzen?

Katharina Roehrig: Gerne. In Brasilien haben wir das Projekt „Back to the Roots“ gestartet, das Kleinbauern unterstützt, nachhaltige Anbaumethoden zu nutzen. Dies hat nicht nur zu einer Reduzierung des Chemikalienverbrauchs geführt, sondern auch die Erträge gesteigert. Solche Projekte sind essenziell, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und gleichzeitig die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern. Es zeigt, wie wir durch direkte Zusammenarbeit und den Einsatz innovativer Methoden positive Veränderungen bewirken können.

Daten spielen eine entscheidende Rolle bei der Analyse von Lieferketten. Wie nutzen Sie datenbasierte Analysen, um Lieferketten nachhaltiger zu gestalten?

Katharina Roehrig: Wir nutzen datenbasierte Analysen, um unsere Lieferkette transparenter zu machen und unsere Nachhaltigkeitsperformance zu verbessern. Beispielsweise arbeiten wir mit der SINE Foundation zusammen, um einen Data Commons für Nachhaltigkeit zu schaffen. Dies beschleunigt die Digitalisierung in der Lieferkette und ermöglicht es uns, die Qualität der ESG-Daten zu erhöhen, sie sicher zu teilen und zu nutzen, um unsere Scope-3-Emissionen gemeinsam mit unseren Partnern zu reduzieren.

Lavinia Bauerochse: Auch für uns ist die datenbasierte Analyse ein wesentliches Werkzeug. Wir nutzen sie, um die Nachhaltigkeitsleistung unserer Kunden zu bewerten und um zu verstehen, wo wir mit unseren Finanzierungen den größten Impact erzielen können. Durch die Kombination unserer Daten mit denen unserer Kunden können wir gemeinsam Strategien entwickeln, die zu echten Verbesserungen in der Lieferkette führen.

Welche Herausforderungen sehen Sie auf dem Weg zur Net-Zero-Emission?

Katharina Roehrig: Die größte Herausforderung sind die Scope-3-Emissionen, also jene, die außerhalb unserer direkten Kontrolle liegen. Hier setzen wir auf Transparenz und Zusammenarbeit. Dies wird uns helfen, unsere Emissionen besser zu verstehen und effektive Maßnahmen zur Reduzierung zu ergreifen.

Lavinia Bauerochse: Wir müssen unsere Rolle in der Finanzierung der Dekarbonisierung verstehen und aktiv gestalten. Wir setzen uns mit den Dekarbonisierungsstrategien unserer Kunden auseinander und entwickeln Lösungen, die zu einer nachhaltigen Wirtschaft beitragen. Die Finanzbranche hat eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Klimaziele.

Welche Botschaft möchten Sie unseren Leserinnen und Lesern mitgeben?

Katharina Roehrig: Nachhaltigkeit ist eine Reise, die wir alle gemeinsam antreten müssen. Jeder Schritt zählt, und es ist wichtig, dass wir alle – Unternehmen, Banken und Konsumenten – unseren Teil dazu beitragen.

Lavinia Bauerochse: Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitzuwirken.

STAY CONNECTED