StartInnovationStartup der Woche: Probando

Startup der Woche: Probando

Probando ist ein 2020 gegründetes Startup, das einen Internetmarktplatz für Studien betreibt, der Forscher*innen und Studienteilnehmer*innen zusammenführt und vernetzt. Grundlage ist eine intelligente, Machine-Learning-basierte Plattform, die mit der smarten Anwendung von Algorithmen effiziente Lösungen erzielt. Forschungseinrichtungen stellen ihre Studie bei Probando ein und finden schnell und einfach ihre Proband*innen – Gesunde wie Kranke. Julia Harrer ist Co-Founderin, Head of Marketing, Operation Manager und verantwortlich für Förderungsprogramme. Sie hat gemeinsam mit den Geschäftsführern Manuel Leal Garcia und Dr. Matthias Ruhri im Mai 2020 das Start-up gegründet.

Julia Harrer ist keine Unbekannte in der österreichischen Startup Szene, Probando ist bereits ihre dritte Gründungs-Story. Sie ist überzeugt: Jede Idee ist es wert, weiterverfolgt zu werden. „Sicher ist im Startup Leben eigentlich nichts. Aber dass diese Idee etwas bewegen kann, haben wir schnell gemerkt, als wir auch anderen davon erzählt haben. Zweifel hatte ich nie.“, so Harrer. Die Idee einen Marktplatz zu starten, der Studienteilnehmer*innen mit Forscher*innen aus der Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikbranche zusammenbringt, kam von Co-Gründer Manuel Leal Garcia. „Er hat kurz erklärt, worum es geht – und ich wusste vom ersten Moment an: Das ist es jetzt. Dieses Mal ist es anders. Ich musste nicht überlegen, habe sofort zugesagt und wir fingen sofort an, zu recherchieren. Der Kaffee wurde kalt, den haben wir glatt vergessen“, erinnert sich Harrer zurück. Die gebürtige Neudorferin hatte zunächst in Graz das Studium der Pharmazie begonnen. Gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Manuel Leal Garcia entwickelte sie eine erste Startup- Idee und besuchte mit ihm gemeinsam das Programm „Timegate – Betriebswirtschaft für Alle!“ der Uni Graz. Hier entdeckte sie ihre Begeisterung für Unternehmensorganisation, Entrepreneurship und Marketing, was letztlich zum Wechsel in das Fach Betriebswirtschaftslehre führte. Harrer arbeitet und lebt in Graz und widmet sich gemeinsam mit Garcia und Ruhri schwerpunktmäßig der Entwicklung von Probando.

Das Startup kommt an

Zu den Kund*innen, die bereits erfolgreich Probando nutzen, zählen im medizinisch-pharmazeutischen Bereich unter anderem Bayer, Novo Nordisk und die Forschungseinrichtungen mehrerer Universitäten. Dieses Jahr wurde das Startup gemeinsam mit Instahelp, einem weiteren Grazer Unternehmen, vor der versammelten deutschen Digital-Health-Community, mit dem „Digi Health Award 2021“ geehrt. Der Preis wird seit 2020 vom Symposium „Zukunftsmedizin“ vergeben. Auf der Jahresveranstaltung trifft sich die deutsche digitale Gesundheitsszene vom Startup bis zu etablierten Akteur*innen, von der Krankenkasse über die Pharmaindustrie bis zur Medizintechnik. Auch bei den Investor*innen läuft es beim Grazer Startup rund. In der TV-Show „2 Minuten, 2 Millionen“ hatten Dr. Matthias Ruhri und Manuel Leal-Garcia, Co-Gründer und Geschäftsführer, gleich drei Investoren überzeugt. Business-Angel Alexander Schütz bot dem E-Health-Unternehmen Geld und Unterstützung an. Allerdings entschieden sich Ruhri und Leal-Garcia für das gemeinsame Angebot von Star-Winzer Leo Hillinger und Runtastic-Co-Gründer Florian Gschwandtner. Nach der Show auf PULS 4 kam dann die Überraschung. Gschwandtner brachte im gemeinsamen Gespräch Runtastic-Co-Founder und COO Alfred Luger ins Spiel. Der übernahm dann das Angebot von Hillinger und Gschwandtner und investiert nun in Probando.

Mut haben und an die Öffentlichkeit gehen

Harrers Tipp an alle, die selber gründen wollen: „Die größte Hürde am Anfang ist immer der Schritt in die Öffentlichkeit. Viele junge Gründer trauen sich nicht, anderen von ihrer Idee zu erzählen. Aber man merkt schnell, dass die Startup Community sehr offen ist und auch niemand die Idee sofort klaut. Stellt Euch hin und sagt: Das ist meine Idee, was hältst Du davon? Daraus lernt man extrem viel. Auch das Gründen an sich – neben der Uni, Nebenjobs etc. ist aufwändig. Man muss entscheiden, welche Gesellschaftsform man wählt und vieles andere. Das ist ein langer Weg, aber er lohnt sich“. Auch als Rolemodel geht Harrer voran: „Anderen Menschen, die noch nicht so präsent in der Startup Szene sind, Mut zu machen, ist extrem wichtig. Dabei geht es aber nicht nur um Female Empowerment – sondern genauso um andere Herkünfte, sexuelle Orientierungen und Bildungsgrade“. Auch von Vorurteilen lässt sich die Seriengründerin nicht aufhalten: „Es gibt oft noch alte Denkmuster, z.B. was die Familienstrukturen betrifft. Man kann im Startup nie sicher sein, dass alles klappt, man hat nie so viel Sicherheit wie in einem festen Job als Angestellte. Es fällt aber auf, dass Männer von männlichen Investoren häufiger unterstützt werden. Selbst auf Veranstaltungen für weibliche Gründerinnen ist die Jury oft männlich! Für mich persönlich spielen Geschlechter aber nicht unbedingt eine Rolle, ich gründe nicht, weil ich eine Frau bin – sondern weil meine Leistung zählt. Egal ob Mann, Frau oder divers: Es kommt auf die Idee an!“

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