she.leads Berlin: Wie Klartext, Reverse Mentoring und KI-Mut Leadership verändern
Bei she.leads unter dem Motto „Leadership in Transformative Times“ diskutierten am 17. Juni 2026 Vordenker*innen und Entscheider*innen auf Einladung von Co-Host BDO über den Wandel der Arbeitswelt, den Dialog der Generationen und die unverzichtbare Rolle weiblicher Perspektiven in der Führung.
Der Rahmen war so einladend wie der Auftakt in den Sommer selbst: warmes Licht auf der Spree, eine entspannte Atmosphäre an der frischen Luft. Doch statt des üblichen oberflächlichen Networking-Mingels erlebten die Gäste etwas anderes: eine Atmosphäre der Neugier und des Vertrauens. Selbstbewusste, reflektierte Frauen führten intensive 1-zu-1-Gespräche über Themen, die im Business-Alltag oft zu kurz kommen.
Andrea Bruckner, Vorstandsvorsitzende BDO, eröffnete den Abend mit einer klaren Botschaft: In der traditionell geprägten Wirtschaftsprüfungsbranche ist das Thema Transformation heute so relevant wie nie zuvor. Sie räumte mit dem Vorurteil auf, Frauen würden zu wenig netzwerken, und betonte, dass Veranstaltungen wie she.leads entscheidend seien, um weibliche Führungskräfte zu verbinden. Ein zentraler Punkt ihrer Rede war die Rolle der Empathie: In volatilen Zeiten gehe es darum, Menschen mitzunehmen und Unsicherheiten durch klare Führung zu minimieren.
Generation Z: Verstehen statt nur Führen
Mit ihrer Keynote setzte Anastasia Barner, Gründerin und Business Content Creatorin, neue Impulse zum Thema Generationen. Sie stellte das Konzept des Reverse Mentoring vor, bei dem Wissen generationsübergreifend und auf Augenhöhe in beide Richtungen fließt. Barner kritisierte, dass oft über ihre Generation gesprochen werde, statt mit ihr. Die Gen Z beschrieb sie als eine Generation, die durch Krisen sozialisiert wurde und daher klare Grenzen setze. Ihr Appell an die anwesenden Gäste: Junge Frauen sollten ermutigt werden, KI und Social Media aktiv zu nutzen. Wer KI nur als Ersatz betrachte, riskiere eine „Denkverflachung“. Als Werkzeug eingesetzt, könne sie die eigenen Fähigkeiten dagegen massiv erweitern.
Leadership in transformativen Zeiten: Das Panel
Unter der Moderation von Michaela Ernst, Co-Founderin von sheconomy, und Melanie Schunk, Partnerin und Head of Accounting & Reporting Advisory Group bei BDO, diskutierten drei Expertinnen über die Realität von Führung in der Dauerkrise.
Dominik Jäger (DKB) betonte, dass Führung in der Finanzbranche Offenheit, Neugier und Optimismus erfordere. Führungskräfte müssten „Adult Conversations“ führen – also auch offen zugeben, wenn sie nicht alle Antworten haben. KI sieht Jäger als Chance: Je effizienter Routineaufgaben erledigt würden, desto mehr Zeit bleibt für echte Führung.
Rupali Steinmeier (MetaDesign), mit internationaler Erfahrung aus Indien, den USA und China, plädierte für ein klares Zielbild in der Transformation. Gute Führung bedeute, Orientierung zu geben und menschlich sowie nahbar zu bleiben.
Daniela Feld (BioCompany) brachte die Perspektive des Einzelhandels ein. Während KI im Hintergrund – etwa bei der Warenbestellung – entlasten könne, sei Wärme, Nähe und Vertrauen im persönlichen Kundenkontakt durch sie niemals zu ersetzen.
Fazit: Mut zur Sichtbarkeit
Der Abend schloss mit einem starken Statement aus dem Publikum: „Tu Gutes und sprich darüber.“ Die Gäste wurden ermutigt dazu, sich selbst sichtbar zu machen und offen über Herausforderungen zu sprechen, um nachfolgende Generationen zu inspirieren.