ORF-Direktorium ab 2027: Silvia Lieb und Angelika Simma-Wallinger übernehmen Schlüsselressorts
Der ORF stellt seine Führung für die kommende Funktionsperiode neu auf. Alle 13 vom designierten Generaldirektor Clemens Pig vorgeschlagenen Direktorinnen und Direktoren wurden vom ORF-Stiftungsrat mit großer Mehrheit bestellt. Im künftigen Führungsteam stehen fünf Frauen und acht Männer. Sechs Personen bleiben in ihren bisherigen Funktionen, sieben kommen neu ins Direktorium.
Zu den prominentesten Neuzugängen zählen Silvia Lieb und Angelika Simma-Wallinger. Lieb übernimmt mit 1. Jänner 2027 die Direktion für Finanzen und Verwaltung, Simma-Wallinger verantwortet ab diesem Zeitpunkt die Direktion für Audience und Plattformen.
Lieb wechselt von der Moser Holding zum ORF
Silvia Lieb wurde von Clemens Pig für eine der vier ORF-Zentraldirektionen vorgeschlagen. Der Stiftungsrat stimmte ihrer Bestellung mit 30 von 34 Stimmen zu. Damit trägt die erfahrene Medienmanagerin ab Jahresbeginn 2027 die finanzielle und administrative Verantwortung im größten Medienunternehmen Österreichs.
Lieb verfügt über fast drei Jahrzehnte Erfahrung in der Medienwirtschaft. Nach ihrem Betriebswirtschaftsstudium in Innsbruck begann sie 1998 als Vorstandsassistentin bei der Moser Holding. In der Folge übernahm sie Geschäftsführungsfunktionen in verschiedenen Konzerngesellschaften und rückte in den Vorstand auf, wo sie als CFO und COO tätig war. Später wurde sie zur Vizevorstandsvorsitzenden berufen.
Nachdem der langjährige Vorstandsvorsitzende Hermann Petz sein Amt mit Ende 2023 niedergelegt hatte, trat Lieb 2024 seine Nachfolge als Vorstandsvorsitzende der Moser Holding an. Nun wechselt sie an die Spitze der Finanz- und Verwaltungsdirektion des ORF.
Simma-Wallinger übernimmt Audience und Plattformen
Auch Angelika Simma-Wallinger zieht neu in das ORF-Direktorium ein. Die bisherige Chefredakteurin des ORF-Landesstudios Vorarlberg übernimmt ab 1. Jänner 2027 die Direktion für Audience und Plattformen.
Simma-Wallinger wurde am 21. November 1974 in Innsbruck geboren und wuchs in Dornbirn auf. Sie studierte Politikwissenschaft bis zum Doktortitel und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien sowie Kommunikation an der Donau-Universität Krems, wo sie einen Masterabschluss erwarb.
Ihre Medienlaufbahn begann 1998 als Nachrichtenredakteurin bei Radio NRJ. Ende 1999 wechselte sie zu Ö3 und damit zum ORF. Dort arbeitete sie unter anderem als Radiojournalistin, präsentierte Kindernachrichten im Fernsehen und entwickelte sowie leitete mit „contra | der talk“ ein interaktives Diskussionsformat auf ORF eins. Zuletzt war sie Büroleiterin von TV-Direktorin Kathrin Zechner.
2015 wechselte Simma-Wallinger zur Caritas Österreich und leitete dort bis 2019 die österreichweite Kommunikation. Von 2019 bis 2022 unterrichtete sie im Studiengang InterMedia an der Fachhochschule Vorarlberg.
2022 kehrte sie zum ORF zurück und übernahm die Chefredaktion des Landesstudios Vorarlberg. In dieser Funktion verantwortet sie seither die redaktionellen Inhalte in Radio, Fernsehen und Online sowie deren Weiterentwicklung für die Nutzung auf Plattformen.
Sieben neue Mitglieder im ORF-Direktorium
Neben Lieb und Simma-Wallinger kommt auch Michael Krön als Direktor für Programm und Brands neu in die ORF-Zentraldirektion. Harald Kräuter wurde als Direktor für Technik und Innovation wiederbestellt.
Kontinuität gibt es in fünf Landesstudios: Edgar Weinzettl bleibt Landesdirektor in Wien, Alexander Hofer in Niederösterreich, Klaus Obereder in Oberösterreich, Esther Mitterstieler in Tirol (mehr dazu hier) und Werner Herics im Burgenland.
Neu bestellt wurden Gerd Schneider für Salzburg, Sigrid Hroch für die Steiermark, Martin Weberhofer für Kärnten und Julia Ortner für Vorarlberg. Gemeinsam mit Krön, Lieb und Simma-Wallinger bilden sie die sieben Neuzugänge in der künftigen ORF-Führung.