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Kopf der Woche: Barbara Hotwagner

Barbara Hotwagner ist IT Spezialistin und seit Juli Executive Board Member bei Zühlke Österreich. Die geborene Süd-Burgenländerin kam 2019 als Head of Competence Unit in das Innovations- und Entwicklungsunternehmen. Vor ihrer Zeit bei Zühlke war sie lange Jahre bei Microsoft, Oracle und SAS tätig. Sie verfügt über 20 Jahre fundiertes Wissen in der IT-Branche. Im Interview mit SHEconomy verrät Hotwagner ihre Gedanken zu Gender Equality und was ihr dabei hilft erfolgreich zu sein.

Welches Klischee rund um Frauen im Job können Sie nicht mehr hören?

Ich finde es sehr schade, dass Frauen oft nicht mit führenden Unternehmensrollen assoziiert werden, sondern ihnen meist ausschließlich “softe” Themen zugedacht werden. Das scheint oftmals schon so stark verankert zu sein, dass das unterbewusst geschieht.
Themen wie Finanzen und Co. werden tendenziell eher bei männlichen Mitarbeitern gesehen. Das hinter Soft Skills ebenfalls Business-Strategien stecken können, die nicht nur auf Wohlbefinden abzielen, sondern auch einen wichtigen wirtschaftlichen Mehrwert bringen, wird gleichzeitig oftmals übersehen. 

Was war die größte Hürde, die Sie auf Ihrem bisherigen Karriereweg gemeistert haben?

Eine große Herausforderung war es, meine Stärken auch als solche wahrzunehmen. In jungen Jahren hatte ich das Gefühl ich müsse mich komplett ändern, um erfolgreich zu sein. Das größte Learning für mich war zu erkennen, dass genau die Dinge, die mich anders machten, meine Stärken sind.

Was motiviert Sie jeden Tag Ihr Bestes zu geben?

Ich arbeite grundsätzlich sehr gerne und beziehe daraus auch viel Energie. Es bedarf also zumeist wenig zusätzlicher Motivation. Ich kann mich mit Themen beschäftigen, die mich interessieren und die mir Spaß machen. Es motiviert mich zu sehen, wie man weiterkommt und wie sich Dinge entwickeln. Nicht alles macht immer Spaß, aber es gibt weitaus mehr Dinge, die mich interessieren und motivieren, als jene, die mich Kraft kosten.

Wie gehen Sie mit beruflichen Rückschlägen um?

Meine Erfahrung, Familie und Hobbies helfen dabei den nötigen Abstand zur Arbeit zu bekommen. Ich sehe Dinge als sportliche Herausforderung und als eine Reise an: nach einem Rückschlag kann der nächste Erfolg kommen. Irgendwann sieht man, dass Niederlagen kein Ende sind, sondern Bestandteile des Weges.

Welche drei Eigenschaften helfen Ihnen dabei, erfolgreich zu sein?

Neugierde, Spaß an der Zusammenarbeit mit anderen und eine positive Grundeinstellung.

Haben Sie ein weibliches Vorbild?

Ich durfte in meiner Vergangenheit viele sehr interessante Frauen kennenlernen und konnte von ihnen lernen. Wer mich aber am meisten geprägt hat, war sicherlich meine Oma. In einem männerdominierten Bereich (sie führte den Schlossereibetrieb mit meinem Opa) ist sie immer ihren eigenen Weg gegangen und hat sich behauptet. Speziell ihre Verhandlungsfähigkeiten und ihr bestimmtes Auftreten haben mich sicherlich sehr geprägt. Sie ist mein Sinnbild für eine starke Frau und hat mich nachhaltig inspiriert. 

Mit welcher erfolgreichen Frau würden Sie gerne einmal zu Mittag essen und warum?

Mit unserer Umweltministerin, Leonore Gewessler, weil mich ihre Vision für Österreich interessiert und ich sie als Person spannend finde. Ich würde gerne mehr darüber erfahren, was sie persönlich antreibt, wie sie ihren Optimismus behält und woher sie ihre Energie für ihre wichtige aber sicherlich nicht einfache Aufgabe bezieht. 

Was wären Ihrer Meinung nach die nächsten wichtigen Schritte in Richtung Gender Equality?

Es braucht eine vielfältige Auswahl an Schritten, die aus den verschiedensten Bereichen kommen und im Gesamten einen Unterschied machen können. Ausbildung, Arbeitsteilung, Gehalt, alle Schritte sind wichtig, jeder Schritt zählt, egal wie groß. Auch viele kleine Schritte können etwas bewirken, Hauptsache sie werden gegangen. 

Schon von Beginn an sollten wir uns Gedanken dazu machen, was wir unseren Kindern an Grundeinstellungen, Werten und Vorbildern mitgeben möchten. Aber es gibt auch viele andere Bereiche, die zur Gender Equality beitragen können, wie Netzwerke, Vereine und vieles mehr.

Bei Unternehmen finde ich es besonders wichtig, dass sie den Raum bieten in dem man sich angenommen fühlt und vielfältig entfalten kann. Inklusive Sprache, Flexible Arbeitsmodelle und die generelle Einstellung zu Diversität sollten in der Unternehmenskultur verankert und auch gelebt werden.

Fotomaterial© Zühlke

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