StartRolemodels„Keine Angst – es kann nichts kaputt gehen!“

„Keine Angst – es kann nichts kaputt gehen!“

Wie macht man als Frau im IT-Management Karriere? Mit Spaß am Thema, meint Lilian Weinberger, MA, die als Head of IT bei DB Schenker Österreich tätig ist.

Sie sind Head of IT bei einem großen Logistikunternehmen. Was sind in Ihrer Branche die großen Herausforderungen für die IT?

Die Herausforderungen in der IT in einem Speditions- und Logistikunternehmen sind sicher die Anpassbarkeit der Systeme an Kundenanforderungen und an die internen Prozessanforderungen. IT ist in unserem Fall als Enabler zu sehen: Wir sind meist im Hintergrund tätig und ermöglichen mit viel Know-how und Fingerspitzengefühl unseren Kolleg:innen das operative Arbeiten. Zudem sind wir beratend tätig, wenn es um die Digitalisierung von bestehenden Prozessen geht – und begleiten die erfolgreiche Umsetzung.

Der IT-Bereich gilt nach wie vor als Männerdomäne. Wie setzt man sich da als Frau auf der Management-Ebene durch?

Ich denke, da gibt es kein Patentrezept. Wenn man Spaß am Thema hat und sich einsetzt und immer dranbleibt, kann man auch in einer Männerdomäne wie der IT erfolgreich sein. Auf der Management-Ebene ist man als Leiterin der IT eine Spezialistin und hat dadurch natürlich auch eine ganz andere Zugangsweise und einen anderen Blickwinkel. Dieser andere Blickwinkel wird im Management Board in Österreich sehr geschätzt und auch begrüßt.

Wie wird generell bei DB Schenker mit dem Thema Diversität umgegangen?

Ich bin der Überzeugung, dass wir als DB Schenker Diversität leben. In allen Ebenen werden allen Mitarbeitenden dieselben Chancen eingeräumt. Vielfalt ist gut und wichtig. Sie ist meiner Meinung nach der einzige Weg, um Diskriminierung abzubauen und mittels Chancengleichheit den Zusammenhalt innerhalb eines Unternehmens und auch der Gesellschaft zu stärken.

Welche Tipps geben Sie jungen, technikinteressierten Frauen?

Keine Angst – es kann nichts kaputt gehen! Spaß beiseite. Es hat mich schon immer sehr gewundert, dass es so wenige Frauen in der IT gibt. Ende der 80er Jahre waren es in den USA noch um die 40 Prozent Frauen, die maßgeblich an der Entwicklung von Software beteiligt waren. Wenn wir uns heute die Beschäftigungsstatistik der WKO 2020 ansehen, dann haben wir einen Frauenanteil in der IT-Dienstleistung von rund 31 Prozent Ich denke, was immer noch vermittelt wird, ist ein sehr eng gefasstes Bild der IT. Ich habe den Eindruck, dass man immer noch der Meinung ist, IT wäre entweder Computer zusammenschrauben, wie wir es in meiner Jugend getan haben, oder irgendwelche Server aufzusetzen. Hier muss es zu einem besseren Verständnis kommen. Wenn wir meine Teams hernehmen, gibt es viele unterschiedliche interessante Jobs wie etwa IT-Projektmanager, IT-Demandmanager, Solution Designer, Datenbankspezialist:innen, Systemadmins, Developer und vieles mehr!

STAY CONNECTED