StartInnovation„Jeder fünfte Euro fließt in die Circular Economy“

„Jeder fünfte Euro fließt in die Circular Economy“

Nach zahlreichen Krisen steht die Wirtschaft vor der Herausforderung, trotz Rezession weiter in die Erreichung der „EU-Umweltziele“ zu investieren. Harald Hauke, ARA-Vorstand, und Birgit Rechberger-Krammer, Präsidentin von Henkel Österreich, zeigen sich dennoch optimistisch.

Wie steht es Ende 2023 um die Kreislaufwirtschaft in Österreich? Was sind aktuell die größten Challenges für Unternehmen bei der Umsetzung?

Harald HaukeBereits zum fünften Mal haben wir österreichische Unternehmen befragt, wie weit sie bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft sind. Das Ergebnis unseres ARA Circular Economy Barometer ist erfreulich: Mittlerweile fließt jeder fünfte Euro in die Circular Economy. Zugleich verschärft sich der Fachkräftemangel im Bereich Green Jobs. Als Herausforderung betrachten Unternehmen auch die komplexe Gesetzgebung und den
Einsatz von Sekundärrohstoffen. 

Wie ist der Status quo bei Henkel? Welche Projekte liegen aktuell zur Abstimmung auf Ihrem Schreibtisch?

Birgit Rechberger-KrammerBei Henkel haben wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt: 100% recyclingfähige oder wiederverwendbare Verpackungen bis 2025 sowie einen Recycling-Anteil von über 30 Prozent in unseren Kunststoff-Verpackungen. Außerdem werden
unsere Flüssigwaschmittel-Flaschen von 25 Prozent auf 50 Prozent recyceltes Plastik umgestellt.

Birgit Rechberger-Krammer,
Präsidentin von Henkel Österreich

Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) steigen die Anforderungen an das Verpackungsdesign …

Birgit Rechberger-KrammerGrundsätzlich begrüßen wir diese gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Verordnung wird dazu beitragen, die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Logistik und in den Handelsoutlets zu erhöhen, da die Verpackungen kleiner werden. Dennoch: Die Anforderungen der PPWR zu erfüllen, wird definitiv eine Herausforderung! Wir arbeiten mit unseren Lieferanten intensiv daran, eine hohe Transparenz bei Verpackungsdaten zu ermöglichen. Im Bereich der Recycling-Fähigkeit gilt es, unsere Blister-Kunststoffverpackungen auf eine reine Papierlösung umzustellen. Plastik-
Sleeves werden auf sogenannte „Floatable Sleeves“ umgestellt. So werden die Flaschen im Recyclingprozess sortierbar. Beim Einsatz von Sekundärrohstoffen gibt es technische Restriktionen, an deren Lösung unsere R&D-Teams arbeiten. Was für viele Ziele in der Wirtschaft gilt, gilt auch in der Kreislaufwirtschaft: Die berühmten letzten fünf Prozent zu erreichen, ist am schwierigsten!

Wie unterstützt die ARA hier die Industrie?

Harald HaukeUmweltgerechtes Verpackungsdesign ist eine wesentliche Vorgabe der EU für nachhaltige Ressourcennutzung. Dazu müssen Verpackungen recyclingfähig sein und zu einem möglichst hohen Anteil aus Sekundärrohstoffen bestehen. Mit ARA Circular Design beraten wir die Industrie dabei, die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen zu steigern, und stellen ihnen hochwertige Sekundärrohstoffe zur Verfügung. Für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft drehen wir an vielen Stellschrauben entlang der gesamten Wertschöpfungskette: vom effizienten Stoffstrommanagement in Betrieben über die Optimierung der getrennten Verpackungssammlung bis hin zum Bau einer Sortieranlage und neuen Recycling-verfahren.


Die ARA als Innovationstreiber

Zukunft. Kreislauf. Wirtschaft. Seit 30 Jahren agiert die ARA als treibende Kraft der österreichischen Abfall- und Kreislaufwirtschaft und ist Marktführer unter den Sammel- und Verwertungssystemen für Verpackungen sowie Elektroaltgeräte und Batterien. Die ARA gilt heute als internationales Best Practice und entwickelt als Servicepartner der Wirtschaft maßgeschneiderte Entsorgungslösungen im Bereich der Abfall- und Kreislaufwirtschaft: vom Entpflichtungsservice über Stoffstrom- und Abfallmanagement bis zu ARA Circular Design reicht das Leistungsspektrum, das zudem die Digitalisierung der Kreislaufwirtschaft forciert.

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