StartInnovation„Die neue Arbeitswelt wird eine Herausforderung“

„Die neue Arbeitswelt wird eine Herausforderung“

Melanie Wagner ist HR-Expertin und Country Managerin für den DACH Raum für das HR-Tool „bob“. Im Gespräch mit SHEconomy spricht sie über die Herausforderungen, die hybrides und remotes Arbeiten mit sich bringen und wie innovative HR Tools dabei helfen können, Unternehmenskultur und Mitarbeiter:innen-Bindung zu fördern und Vorurteilen gegenüber Remote-Work entgegenzuwirken. 

Frau Wagner, Sie sind HR-Expertin und haben als solche auch die gesamte Pandemie mitgemacht. Wie hat sich die Arbeitswelt während Corona verändert?

Ich spreche ganz gerne davon, dass Corona die Veränderungen am Arbeitsmarkt eklatant beschleunigt hat. Wir haben natürlich schon zuvor das Thema Remote beziehungsweise hybrides Arbeiten gesehen, jedoch war das keinesfalls der Standard. Für mich persönlich ist der hybride Arbeitsplatz auch der, der sich in Zukunft durchsetzen wird. Ich glaube nicht an das reine remote Arbeiten, weil es einfach zu viele Herausforderungen mit sich bringt. Das Thema hybrides Arbeiten wird HR generell vor viele Herausforderungen stellen. 

Ein großes Schlagwort während der Pandemie ist auch Digitalisierung geworden. Während dem Lockdown kann ich nicht einfach in das Büro von der Personalabteilung gehen und meinen Urlaubsantrag einreichen. Viele papierbasierte Prozesse funktionieren in unserer hoch digitalisierten Zeit nicht mehr so wie vorher.

Corona hat die Veränderungen am Arbeitsmarkt eklatant beschleunigt

Ist es ein Leichtes für die HR-Welt, sich an die neuen Anforderungen der Arbeitnehmer:innen anzupassen?

Ein leichtes ist es absolut nicht. Ich glaube sowieso, dass Change Management immer ein ganz schwieriger Prozess, bei dem viele Blickwinkel aufeinander prallen. Beispielsweise geben 54 % der Führungskräfte an, dass sie glauben, Remote-Work schadet der Produktivität, während 80 % der Mitarbeiter:innen glauben ihre Produktivität wird durch Remote-Work gesteigert. Das zeigt eventuell schon mal ein bisschen, wo die Herausforderungen liegen. Natürlich spielt auch das Generationen-Thema eine große Rolle. Wir sprechen immer wieder auch von der Generation Y, die jetzt in der Arbeitswelt angekommen ist. „Y“ auch im Sinne des Sinns, diejenigen, die den „Purpose“ suchen. Damit werden Unternehmenswerte, Kultur, die Vision des Unternehmens viel wichtiger. Last but not least laufen wir in eine Phase rein von großen makroökonomischen Veränderungen – auch angefeuert von dem Krieg in der Ukraine – die HR komplexer machen und einen Blick nach innen zwingend machen, um wirklich alle Mitarbeiter:innen auf die Reise mitzunehmen. 

Woran kann es liegen, dass die Wahrnehmung von Remote beziehungsweise hybriden Abrieten so unterschiedlich ist zwischen den Generationen?

Ich glaube, das ist noch immer das Element der Kontrolle ein Stück weit in den Köpfen der Menschen. Wenn man etwas sehen und fühlen kann ist etwas einfach greifbarer und ich denke, da gehört ein loslassen dazu. Ich behaupte, dass wir hier natürlich auch einen Generationenkonflikt haben, da die Führungskräfte stand heute doch eine andere Generation im Sattel sitzen haben und da die Erwartungshaltungen aufeinanderprallen. 

„bob“ bietet Unternehmen an, ihre HR auf die neue Arbeitswelt anzupassen. Wie funktioniert das Tool?

bob“ ist ein cloudbasiertes Tool, die Mitarbeiter:innen auf der gesamten Reise durch das Unternehmen begleitet. „bob“ bietet so eine technische Lösung für die Verwaltung der Stammdaten der Mitarbeiter:innen, der Unternehmensdaten bis hin zum Talentmanagement an. Dabei schafft es „bob“ auf einmalige Art und Weise hybride beziehungsweise remote Teams miteinander zu verbinden, Kollaboration zu stärken und dabei auch Transparenz zu schaffen. Gleichzeitig macht es die gemeinsame Vision der Zusammenarbeit im Unternehmen erlebbar. 

Jetzt gibt es natürlich auch andere Tools, die Funktionen haben, die in eine ähnliche Richtung gehen. Was macht „bob“ so besonders?

Einerseits ist es die tiefe Funktionalität und die Bandbreite an Möglichkeiten, die „bob“ bietet. Ein großer Punkt – auch wenn er etwas weicher ist – ist das Look-and-Feel. Natürlich ist man bereits aus dem Privatleben mit Instagram, Twitter und Co gewohnt, mit sehr schönen Tools und Lösungen zu arbeiten und „bob“ erreicht genau das. Es hat eine Leichtigkeit und schafft es, dass man einfach gerne mit dem Tool arbeitet. Ein HR Tool ist immer nur so gut wie die Daten, die eingegeben werden. Wenn ich es schaffe, dass gerne mit dem Tool gearbeitet wird und dadurch Austausch und Engagement gefördert wird ist das etwas 

Ich glaube, dass Unternehmenskultur und Zugehörigkeit immer schon eine Herausforderung war

Die Home-Office-Regelungen haben bei vielen Arbeitnehmer:innen das Interesse geweckt, auch in nicht-Krisenzeiten von Zuhause aus zu arbeiten. Was bedeutet das für die Unternehmenskultur in großen Firmen?

Ich glaube, dass Unternehmenskultur und Zugehörigkeit immer schon eine Herausforderung war. Das Zugehörigkeitsgefühl jetzt über den Bildschirm hinweg weiterhin zu fördern, ist ein ganz wichtiges Thema. Es muss also gelingen, Unternehmenskulturen aus der Entfernung pflegen, weil das dazu führt, dass die Loyalität und Zugehörigkeit der Mitarbeiter:innen sich erhöht und ihre Bindung an das Unternehmen steigert. Das können Lösungen wie „bob“ ermöglichen.

Glauben Sie, dass Tools wie „bob“, die remotes und hybrides Arbeiten fördern, Frauen dabei unterstützen können, leichter in der Berufswelt – auch mit Kindern und Familie – Fuß zu fassen?

bob“ soll es schaffen, Vorurteile gegenüber Menschen, die von Zuhause arbeiten wollen, zu bekämpfen. Denn es tritt eine Verzerrung auf, wenn Manager:innen Beiträge der im Büro anwesenden Mitarbeiter:innen besser bewerten als die von den zu Hause arbeitenden. Jetzt wissen wir auch, dass Frauen einen Großteil der häuslichen Care Arbeit abfangen und daher noch ein Stück weiter exkludiert werden und noch weiter aus dem Arbeitsmarkt herausgedrängt werden. Wenn es uns gelingt, das aufzulösen, haben alle ganz viel gewonnen.


Zur Person

Melanie Wagner ist HR-Expertin und Country Managerin für den DACH Raum. Zuvor war sie als Regional Vice President DACH bei Icertis sowie Vice President, Head of SAP SuccessFactors General Business, Middle Eastern & Europe.
Bei SAP hielt Wagner bereits zwischen 2010 und 2014 Positionen. Von 2014 bis 2020 hat sie das Management mehrerer Vertriebsabteilungen bei Workday verantwortet.

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