StartInnovationPlanetDatenmüll: Wie Sie mit der Löschtaste das Klima schützen

Datenmüll: Wie Sie mit der Löschtaste das Klima schützen

Datenmüll frisst Energie und treibt den CO2-Ausstoß. Diese Tipps können Sie leicht umsetzen, um das Klima zu schützen.

 

Ein Schnappschuss hier, ein Video da – und später schaut sich das niemand mehr an: Aufnahmen mit dem Smartphone geraten schnell in Vergessenheit. Fast jede und jeder Zweite (44 Prozent) schaut sich die meisten Fotos oder Videos später kaum noch an. Lediglich 16 Prozent bearbeiten ihre Fotos oder Videos im Nachhinein und nur 9 Prozent löschen Fotos oder Videos regelmäßig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Ungelesene E-Mails im Spam-Postfach, Cloud-Back-ups, ungenutzte Apps und Duplikate von Fotos, Videos und Dateien: tagtäglich produzieren wir riesige Datenmengen und horten diese auf unseren Geräten und in Clouds. Doch diese unnötigen Daten verbrauchen viel und erzeugen noch dazu eine erstaunliche Menge CO2.

Laut einer Studie des amerikanischen Unternehmens Veritas Technologies wurden allein in 2020 5,8 Millionen Tonnen CO2 durch digitalen Datenmüll produziert. Der Berg an digitalem Datenmüll zeigt: Digitalisierung ist zwar einerseits der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit, andererseits sollte die Aufmerksamkeit stärker auf Datensparsamkeit liegen.

„Das Smartphone ist allgegenwärtig und seine äußerst leistungsfähigen Kameras halten nahezu alles fest, was unseren Alltag bestimmt. Umso wichtiger ist es, bei der immer weiter steigenden Menge an Fotos und Videos halbwegs den Überblick zu behalten“, unterstreicht Dr. Sebastian Klöß, Bereichsleiter Consumer Technology im Branchenverband Bitkom. „Nahezu jede Nutzerin und jeder Nutzer von Smartphones macht damit Fotos und Videos, aber weniger als ein Zehntel mistet regelmäßig überflüssige Aufnahmen aus.“

Eine E-Mail so schädlich wie eine Plastiktüte

Auch Streaming verursacht hohe Datenmengen und benötigt viel Speicherkapazitäten. Serienjunkies können also von der eigenen Couch aus durchaus einen hohen CO2-Ausstoß verursachen. Das britische Vergleichsportal “Save on Energy” hat sich die Werte beliebter Netflix-Serien genauer angesehen. Kombiniert mit den Zahlen zum deutschen PKW-Verkehr zeigt sich, dass allein das Streamen der beliebten Serie “Stranger Things” von insgesamt 64 Millionen Menschen die gleiche Menge CO2 verursacht wie etwa 56.700 deutsche Autofahrer pro Jahr.

Sogar das Löschen von E-Mails kann einen Beitrag leisten, denn dies reduziert den benötigten Speicherplatz auf den Servern. In einem Experiment von „Galileo“ konnte das Löschen von insgesamt 300.000 E-Mails ganze 50 Gigabyte Festplattenkapazität auf den Servern frei machen. Vor dem Sommerurlaub könnte es also eine gute Idee sein, noch einmal das Postfach zu leeren. Es lohnt sich, fürs Klima: Schätzungen des Guardians zufolge hat der jährliche E-Mail-Verkehr eines Business-Users einen ökologischen Fußabdruck von 135 kg CO2-Äquivalenten. Das entspricht dem Treibhausgas-Ausstoß eines durchschnittlichen Autos auf 320 Kilometern Strecke. Und laut Umwelt-Experten des Verbraucher-Service Bayern ist eine E-Mail genauso klimaschädlich wie eine Plastiktüte.

Jede:r von uns kann jedoch schon mit wenigen Klicks gegen die digitale Umweltverschmutzung aktiv werden.

-Smartphone aufräumen: Überprüfen Sie alle Anwendungen, die Sie lange nicht genutzt haben. Löschen Sie Fotos und Fotos. Selbst alte Spiele verbrauchen Energie.

-PC oder Laptop ausmisten: Unnötige Dateien können gelöscht, Fotos sortiert und Duplikate entfernt werden. Erst, wenn auch der Papierkorb geleert ist, sind die Daten final gelöscht.

-Mailbox aufräumen: Filtern Sie Ihre E-Mails und verschieben ältere Mails ins Archiv. Auch hier gilt: Regelmäßig den Papierkorb leeren. Lange Messenger-Chats sollten ebenfalls überprüft werden.

-Verhaltensmuster ändern: Jede E-Mail zählt. Versuchen Sie deshalb, auf „Ok“- und „Danke“-E-Mails zu verzichten. Schon kleine Änderungen der Internet-Gewohnheiten verbessern den ökologischen Fußabdruck. Dazu gehören das Ausschalten von Videos während virtueller Meetings, weniger Gaming-Zeit und das Abmelden von Newslettern und E-Mail-Listen. Auch die Streaming-Gewohnheit lohnt ein genaues Hinschauen.

Grüner suchen: Die Suchmaschine Ecosia wirbt damit, dass mit jeder Anfrage Bäume gepflanzt werden. Zwar gibt es auch hier immer wieder Kritik, aber grundsätzlich sollte vor jedem spontanen Such-Klick noch einmal kurz überlegt werden, wie wichtig und nötig eine Anfrage gerade ist.

Ein weiterer Tipp: Der Mobilfunk-Anbieter Vodafone hat einen Online-Rechner bereit gestellt, der gesparte Megabyte und gespartes CO2 ins Verhältnis setzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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