Women Groundbreakers in Wien: Diese Ausstellung widmet sich Frauen, die Zukunft möglich machten
Bei einer bewegenden Vernissage in Wien verwandelte die Künstlerin Anya Vero gemeinsam mit dem Jane Goodall Institut Austria den Begriff „Groundbreaker“ in eine lebendige Realität. sheconomy war als Medienpartner dabei. Unter den Porträts von 33 Frauen diskutierten Expertinnen in einem geschützten Raum darüber, warum Gemeinschaft, Fürsorge und der Mut, „den Boden aufzubrechen“, die zentralen Hebel für eine lebenswerte Zukunft sind.
Wenn man an das Wort „Groundbreaker“ denkt, sieht man jemanden vor sich, der auf hartem, unwegsamem Boden stampft, bis dieser bricht und Platz für Neues schafft. Genau dieses Bild prägte den Abend der Vernissage von Anya Vero. Die Künstlerin, deren Wurzeln in Lettland, der Ukraine und Russland liegen, und die an der Oxford University Bildende Kunst sowie Anthropologie studierte, widmet ihre Kollektion jenen Frauen, die Grenzen verschoben und Narrative neugestaltet haben.
Von Konsumenten zum Caretakern
Der Abend, moderiert von Natalie Staniewicz, war mehr als eine bloße Kunstausstellung; es war ein Aufruf zum Handeln. Anya Vero betonte in ihrem Artist Statement, dass sie erst nach ihrem 30. Lebensjahr realisierte, wie sehr ihre Vorbilder fast ausschließlich männlich geprägt waren – von der Literatur bis zur Kunst. „Diese Kollektion ist eine persönliche Reise der Entdeckung und Selbstermächtigung“, so Vero. „Zwei der Frauen, die ich gemalt habe, wurden in dieser Stadt geboren – Lise Meitner und Hedy Lamarr. Die Ausstellung nach Wien zu bringen, fühlt sich an, als würde ich sie nach Hause zurückbringen.“
Im Talk mit den Botschafterinnen des Jane Goodall Instituts, der Schauspielerin Lilian Klebow und der Dokumentarfilmerin Katalin Hanappi, wurde deutlich, dass heutiges „Groundbreaking“ nicht laut sein muss. Klebow inspirierte das Publikum mit dem Gedanken, dass wahre Stärke oft in der Weichheit liegt: „Dein Herz muss so weich sein, dass selbst die unvorsichtigsten Hände es nicht brechen können“. Sie plädierte leidenschaftlich für einen Paradigmenwechsel: weg vom reinen Konsumenten, hin zum „Caretaker“ (Betreuer) unserer Erde.
“Wer ein Mädchen ausbildet, bildet eine ganze Familie aus.” – Doris Dienst-Schreyvogel
Ein zentraler Bestandteil des Abends war die Silent Auction. Unter dem Motto „Dein Geldbeutel ist Macht“ wurden Gebote für Veros Werke abgegeben. Der Erlös des Jane-Goodall-Porträts kommt zu 100 % dem Projekt „Clever Girls“ in Uganda zugute, das Mädchen durch Bildung den Weg aus der Armut ermöglicht.
Doris Dienst-Schreyvogel, Geschäftsführerin des Jane Goodall Instituts Austria, erinnerte daran, dass Jane Goodall selbst als 26-Jährige ohne akademischen Grad die wissenschaftliche Welt revolutionierte, indem sie Geduld und Mitgefühl zur Methode machte. Diese Hoffnung und Beständigkeit müsse man in die Zukunft tragen.
Der Abend endete, wie er begann: mit einer Ermutigung. Die Gäste wurden eingeladen, beim Betrachten der Porträts nicht nur die Geschichten der dargestellten Wegbereiterinnen zu bewundern, sondern zu fragen: „Was kann ich von ihnen für mein eigenes Leben mitnehmen?“
Über die Ausstellung
„Women Groundbreakers“ (InsideOut Gallery, Kirchengasse 33) beleuchtet das Leben und Werk von 33 Frauen aus den Bereichen Naturwissenschaften, Kunst und Geisteswissenschaften, die ihr Leben dem Ziel gewidmet haben, die Welt zum Besseren zu verändern. Wir reisen um die Welt und durch die Jahrhunderte, um mehr über die Erfindung von Kevlar, die Entdeckung des festen Erdkerns, die Geschichte der abstrakten Malerei, den Kampf gegen Malaria, den Kampf für Bürgerrechte in Amerika, die Anfänge der klassischen Mathematik, unsere Verwandtschaft mit unseren Affenvorfahren und unzählige andere unglaubliche Entdeckungen und Ideen zu erfahren.