Wer im Retail Marketing wirklich Impact haben will, muss aufhören, nur im Hintergrund zu agieren. Für die Gründerin von SELECT war klar: Wer gesehen werden will, muss sich seine Bühne selbst bauen. In diesem Interview räumt sie mit dem Mythos vom „perfekten Moment“ auf und erklärt, warum eine klare Kante wichtiger ist als jedes Detail-Feintuning.

Was war Ihr persönlicher Game-Changing-Moment?

Mein Game-Changer war der Moment, in dem ich begonnen habe, meine eigene Plattform zu denken – nicht nur als Event, sondern als Bühne für andere. Mit meiner erfolgreichen Eventreihe MINI MARKT habe ich verstanden, welche Kraft darin liegt, Menschen, Marken und Themen bewusst zusammenzubringen. Mit SELECT habe ich diesen Gedanken weiterentwickelt – hin zu einer kuratierten Messe Plattform und Agentur für Retail Marketing. Ab diesem Punkt war ich nicht mehr nur Umsetzerin, sondern aktive Gestalterin von Sichtbarkeit.

Was hätten Sie zu Beginn Ihrer Karriere gebraucht, was damals noch nicht vorhanden war, aber heute verfügbar ist?

Vor allem mehr Sichtbarkeit und direkteren Zugang zu Netzwerken. Heute gibt es viel mehr Möglichkeiten, sich selbst zu positionieren und unabhängig Reichweite aufzubauen. Gleichzeitig hätte ich mir mehr weibliche Vorbilder gewünscht, die unterschiedliche Karrierewege sichtbar machen. Das erleichtert es, den eigenen Weg selbstbewusst zu gehen.

Was hatte den größten Impact auf Ihre Laufbahn?

Die Kombination aus meiner Erfahrung im Premium- und Luxusbereich und dem Schritt in die Selbstständigkeit. Ich habe früh gelernt, wie wichtig Markenführung, Inszenierung und Qualität sind. Dieses Know-how konnte ich in meinen eigenen Projekten in eine klare Handschrift übersetzen. Genau diese Verbindung prägt meine Arbeit bis heute.

Was war der größte Karriere-Boost?

Der größte Boost war, Dinge umzusetzen, bevor sie perfekt sind. Viele meiner Projekte sind aus einer klaren Idee entstanden, die ich Schritt für Schritt weiterentwickelt habe. Gleichzeitig war der Aufbau eines starken Netzwerks entscheidend – Menschen, mit denen man auf Augenhöhe arbeitet und die gegenseitig unterstützen. Das ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

In welchen Situationen denken Sie heute: „Hätte ich das bloß früher gewusst“?

Dass Klarheit wichtiger ist als Perfektion. Ich habe lange versucht, alles vollständig auszuarbeiten, bevor ich nach außen gehe. Heute weiß ich: Es ist viel wirkungsvoller, mit einer klaren Positionierung zu starten und sich weiterzuentwickeln. Und auch, dass man sich selbst früher größer denken darf.

Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit mehr Frauen Führungspositionen erreichen und welche, damit sie erfolgreiche Unternehmerinnen werden?

Es braucht vor allem Zugang zu Netzwerken, mehr Sichtbarkeit und echte Vorbilder. Frauen müssen sehen, dass unterschiedliche Wege möglich sind. Gleichzeitig braucht es Strukturen, die Vereinbarkeit realistisch ermöglichen. Und ein Umfeld, das unterstützt und stärkt – im beruflichen wie im privaten Kontext.

Ihr persönlicher Karriere-Rat an alle?

Bauen Sie sich Ihre eigene Bühne. Vertrauen Sie auf Ihr Gespür, gehen Sie los und entwickeln Sie Dinge weiter, statt auf den perfekten Moment zu warten. Und umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie weiterbringen – das macht oft den entscheidenden Unterschied.

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