Impact und Authentizität, statt Show and Shine
Wenn Sie an Ihren Weg in den Maklervertrieb zurückdenken: Wann war für Sie klar: Vertrieb ist Ihr Spielfeld?
Ganz ehrlich: Das war kein einzelner Moment – das war ein Gefühl, das mich nicht mehr losgelassen hat. Ich liebe es, Menschen zu überzeugen, Lösungen zu bauen und gemeinsam etwas voranzutreiben. Vertrieb ist für mich wie ein strategisches Spielbrett: dynamisch, ehrlich, manchmal herausfordernd, aber immer voller Möglichkeiten. Als ich gemerkt habe, wie sehr mich der Austausch mit Geschäftspartner:innen antreibt und wie viel Energie mir der gemeinsame Erfolg gibt, war klar: Hier gehöre ich hin. Vertrieb ist mein Spielfeld – und ich spiele, um zu gewinnen.
Welche Stärke hat Ihnen als Frau im Vertrieb geholfen, sich in einer Männerdomäne zu behaupten, ohne sich zu verbiegen?
Meine größte Stärke war immer, dass ich mich nicht verstelle. Ich bringe Klarheit, ein bisschen Humor und viel Herz mit – und das funktioniert auch in einem männlich geprägten Umfeld.
Ich glaube, gerade Authentizität ist ein Gamechanger: Wenn man sich selbst treu bleibt, spüren das die Menschen. Und das schafft Vertrauen, Respekt und echte Zusammenarbeit.
Ich habe nie versucht, lauter zu sein als andere – ich war einfach ich, habe mich auf meine Stärken konzentriert und diese kontinuierlich ausgebaut. Das reicht vollkommen.
Welche „Spielregeln“ im Vertrieb würden Sie gerne verändern, damit mehr Frauen in diesem Umfeld langfristig sichtbar und wirksam sind?
Ich wünsche mir Vertriebs-Spielregeln, die Wirkung statt Show belohnen. Es geht nicht darum, wer am lautesten auftritt oder am meisten Kilometer sammelt, sondern wer Kund:innen versteht, Lösungen baut und nachhaltig Geschäft entwickelt.
Karriere im Vertrieb darf kein „Wer ist dauerpräsent?“ mehr sein, sondern ein „Wer schafft echten Mehrwert?“.
Und dafür brauchen wir klare Rahmenbedingungen: transparente Ziele, flexible Arbeitsmodelle auch in Führungsrollen und gleiche Chancen auf Sichtbarkeit.

Sie gehen in Kürze in Mutterschutz. Was hat sich durch die Schwangerschaft an Ihrem Blick auf Leistung, Verantwortung oder Grenzen verändert, und was würden Sie anderen Führungskräften daraus mitgeben?
Meine Schwangerschaft hat mir gezeigt, wie kraftvoll es ist, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert. Ich bin ehrgeizig wie eh und je – aber heute mit einem völlig neuen inneren Kompass.
Meine Botschaft an andere Führungskräfte: Erlaubt euch, Leistung neu zu definieren. Stress ist keine Auszeichnung, sondern ein Effizienz-Killer. Führung ist kein Sprint, sondern ein Staffel-Lauf. Man muss nicht alles selbst tragen. Delegieren ist kein Kontrollverlust, sondern eine Einladung an andere, zu wachsen.
Was wünschen Sie sich von Unternehmen und der Branche, damit Elternschaft und Karriere im Vertrieb kein „Entweder-Oder“ ist – gerade in Führungsrollen?
Ich wünsche mir, dass wir Führung weniger mit Dauerverfügbarkeit und mehr mit Wirkung verbinden. Eltern können – und wollen – führen. Aber sie brauchen Rahmenbedingungen, die ihnen ermöglichen, sowohl beruflich als auch privat richtig gut zu sein.
Jobsharing, flexiblere Zeiten, Hybridmodelle, klare Delegation: Das sind keine „Zugeständnisse“, sondern moderne Führungsinstrumente.
So wird Karriere im Vertrieb nicht zum Balanceakt, sondern zu einer echten, erfüllenden Perspektive.
Welche Entscheidung in Ihrer Karriere würden Sie heute wieder genauso treffen, auch wenn sie nicht der bequemste Weg war?
Den Schritt in die Führung. Es war herausfordernd, oft unbequem und definitiv kein Spaziergang – aber es war der Schritt, der mich am meisten wachsen ließ und zu mir passt. Verantwortung zu übernehmen, Menschen zu entwickeln und ein Team zu formen ist für mich Berufung, keine Jobbeschreibung.
Ich würde es jederzeit wieder tun. Wenn’s ums Vorangehen geht, bin ich einfach in meinem Element.