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Career Story. Diesmal im Portrait: Dr. Gabriele Lang MBA, Gründerin und Geschäftsführerin von UP’N’CHANGE GmbH & Create Success Consulting. Sie zeigt nicht nur Haltung in der Bewertung klassischer Männerdomänen in der digitalen Start-Up Szene, sondern bespricht auch Herausforderungen in Mitte dieser.

 

Frau Lang, Sie sind Gründerin & GF der UP’N’CHANGE GmbH, einem digitalen Start-up. Mit einem Start-up-Unternehmen sind Sie in einem Umfeld tätig, das eigentlich eine klassische Männerdomäne ist. Warum haben Sie sich für diesen Bereich entschieden?

Ich habe mich für die Gründung eines digitalen Start-ups entschieden, weil ich meine Learnings aus Psychologie, Wirtschaft und 27 Jahren Berufserfahrung kompakt weitergeben möchte. Dieses Wissen wurde in digitale Produkte konvertiert, um andere in Zeiten von Stress, Druck und Herausforderungen einfach und kompakt beim Weiterkommen zu unterstützen. Mit diesen digitalen Tools sind persönliches Weiterkommen und die Entwicklung persönlicher, sozialer und kreativer Kompetenzen für effektivere Kommunikation und Zusammenarbeit zeiteffizient und diskret möglich. Und gerade jetzt in Zeiten der Krise ist die Stärkung dieser Fähigkeiten für nachhaltigen Erfolg wichtiger denn je. Das kann jeder von uns tagtäglich erleben.

Welchen besonderen Herausforderungen müssen sich Frauen stellen, die in ihrer Sparte/Fachgebiet/Branche tätig sind? Was waren Ihre Erfahrungen?

Täglich klarzumachen, dass persönliche, soziale und kreative Kompetenzen essentiell für betriebswirtschaftlichen Erfolg sind. Kein nice-to-have sondern ein need-to-have. Viele Manager reden von der Wichtigkeit emotionaler Intelligenz und machen dann doch anderes. Diese Themen haben in der Rekrutierung und Selektion von Führungskräften noch nicht den notwendigen Stellenwert. Und werden zeitweise sogar belächelt. Und ich will nicht müde werden, den Nutzen emotionaler Fähigkeiten klarzustellen. In der Start-up Welt – auf der Suche nach Investments – gibt es eigene Herausforderungen: das Potenzial von konkreten Lösungen im Bereich der emotionalen Weiterentwicklung wird für Erfolg meiner Meinung nach vollkommen unterschätzt. Warum? Sichtbare Erfolge bei emotionalen Kompetenzen brauchen Zeit und Fokus, um sich zu zeigen. Aber dann schlagen sie ein. Und diese Zeit muss eben investiert werden. Sonst zahlt man einen hohen Preis.

Und was ist das Spannende daran? Was reizt Sie persönlich?

Ich habe ein klares Ziel: Menschen in herausfordernden Situationen konkrete Hilfe zu bieten. Und zwar ohne Hürden. Jeder, der weiterkommen will, soll sich helfen können.

Warum sollten mehr Frauen diese Klischees überwinden und beruflich neue, unübliche Pfade einschlagen?

Weil Diversität für Kreativität notwendig ist. Weil Frauen und Männer gemeinsam Lösungen für die Challenges der Zeit finden. Weil die Wirtschaft nicht auf diese Ressourcen verzichten kann. Weil jeder etwas zum Weiterkommen beitragen kann.

Wenn wir über das Thema Leadership sprechen, gibt es aus Ihrer Sicht Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften?

Führungsstile sind so individuell wie Menschen. Auch als weibliche Führungskraft kann ich mit sehr starken männlichen Attributen auftreten und wo ist dann der Unterschied? Nicht jede Frau ist empathisch, nicht jeder Mann karriereorientiert. Und das Wichtigste: emotionale Kompetenzen und Intelligenz kann sich jeder aneignen und stärken. Ich wurde vor Jahren einmal mit einem T68 von meinem Vorgesetzten verglichen. Zuerst musste ich einmal checken, was das überhaupt ist. Ein Panzer. Ich war schockiert. Ich, die zeitlebens gerne geholfen hat, ein kalter Stahlpanzer? Heute kann ich herzhaft darüber lachen, denn anders hätte ich als Frau den Wahnsinn damals nicht ausgehalten. Ich musste mir einen Schutzpanzer zulegen. Über die Jahre habe ich es allerdings mit Psychohygiene geschafft, auch in herausfordernden Zeiten meine emotionalen Stärken zu spielen. Das hat aber Jahre an Entwicklung und Konfrontation mit meinen Ängsten und Glaubenssätzen benötigt. Die Belohnung für diese Entwicklung zeigt sich aber tagtäglich, da ich mir das notwendige Skillset zum Weiterkommen in Stress-Situationen angeeignet habe. Und dieses fundierte Wissen kann ich jetzt an andere weitergeben.

Wordrap:

Darüber kann ich lachen… Über mich selber.
Fehler, die ich am ehesten verzeihe… Wenn jemand vollkommen überfordert ist.
Ohne diese Handy-App könnte ich nicht leben… WhatsApp bzw. Signal
Das findet sich bei mir immer im Kühlschrank… Himbeeren und Red Bull Sugarfree.
Mein letztes Geld würde ich ausgeben für… Die Entwicklung meines Sohnes und mein Unternehmen.
Die männlichste Eigenschaft an mir… Geradlinigkeit in beruflichen Themen.
Frauen müssen… Rein gar nichts. Sie dürfen!
Männer dürfen… unzulänglich sein und trotzdem Verständnis erhalten.
Mit dieser Frau würde ich gerne einmal zu Mittag essen … Michelle Obama
Ein Satz, der mich schon lange begleitet … Es gibt einfach nichts Perfektes. Alles hat Vor- und Nachteile.

(c) New Age Fotografie

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