StartThemenSHEsuccessVom Profi-Volleyball in die Kreativbranche: Florentina Büttner im Interview

Vom Profi-Volleyball in die Kreativbranche: Florentina Büttner im Interview

Florentina Büttner ist Projektleiterin des Kreativ-Dienstleistungsportals designenlassen.de und bildet mit Portalmanagerin Nadja Bayerschmidt die Spitze des Unternehmens. Im Interview mit SHEconomy.media erzählt sie von der Entstehungsgeschichte der Plattform und welche Veränderungen die Pandemie für Kreativ-Freelancer*innen mit sich gebracht hat.

Frau Büttner, Sie unterstützen mit designenlassen.de Freelancer*innen dabei, Aufträge zu erhalten. Wie funktioniert das und was macht es so unkompliziert?

Wir sind eine Online-Plattform, auf der Auftraggeber*innen, mehrheitlich sind das Gründer*innen, Start-Ups und KMUs, Kreativprojekte ausschreiben können. In den meisten Fällen ist das ein Logo oder verschiedene Designs, aber auch Namensfindung, Apps, Website Design und ähnliche Dienste. Auf unserer Plattform designenlassen.de können alle Designer*innen die ausgeschriebenen Projekte einsehen und ihre Entwürfe an die Auftraggeber*innen senden. Der große Vorteil ist, dass so Auftraggeber*innen die Möglichkeit haben, zwischen vielen verschieden Entwürfen und Designs auszuwählen. Dabei achten wir darauf, dass auf unserer Plattform nur qualifizierte Designer*innen ihre Dienste anbieten.

Wie ist designenlassen.de entstanden?

Müller Medien, früher mal bekannt als die Gelben Seiten, ist mittlerweile ein Medienunternehmen, das in vielen Bereichen tätig ist – unter anderem auch im New-Business-Bereich. Hier sind viele innovative Unternehmen zuhause, auch die Freelancermap. Die Plattform funktioniert ähnlich wie designenlassen.de mit dem großen Unterschied, dass die Nutzer*innen hier Dienstleistungen im Tech- und IT-Bereich offerieren. Fehlte nur der Kreativbereich. Zeitgleich kam das Gründerteam von designenlassen.de auf Müller Medien zu, um die Plattform nach über zehn Jahren zu verkaufen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Freelancermap erweitert sein Portfolio und die Gründer von designenlassen.de wissen das Unternehmen in gute Hände.

Meine beruflichen Wurzeln liegen im Management-Bereich, ich habe aber davor Erfahrungen im Marketing und im Vertrieb gesammelt. Ursprünglich komme ich tatsächlich vom Profi-Volleyball und habe bereits dort gelernt, wie wichtig es ist, ganzheitlich zu denken und strukturiert und organisiert zu arbeiten. Im Herbst 2021 habe ich mich mit den Geschäftsführern Michael Amtmann und Thomas Maas geeinigt die Leitung der Plattform designenlassen.de gemeinsam mit meiner Portalmanagerin Nadja Bayerschmidt zu übernehmen.

Ich bin davon überzeugt, dass starke Persönlichkeiten mit hoher Motivation viel erreichen können – unabhängig von ihrem Geschlecht

Wie hat die COVID-19 Pandemie die Branche verändert? Ist es schwerer geworden, als Freelancer*in oder Berufseinsteiger*in Aufträge zu finden, um damit ein finanzielles Auskommen zu erwirtschaften?

Zu Beginn der Pandemie mussten viele Unternehmen Einsparungen vornehmen, das hat zunächst besonders den Marketingbereich getroffen. Die Budgets sind wesentlich kleiner geworden und daher sind auch kleinere Aufträge gefragter denn je. Das kommt designenlassen.de und den Designern natürlich entgegen. Durch die Pandemie wurde die Digitalisierung stark vorangetrieben, auch in der Kreativbranche. Viele kleinere und mittelständische Unternehmen mussten umdenken. Das löste neue Tools und Ansätze aus, bringt aber auch neue Erwartungen an Kreative mit sich.

Denken Sie, dass Erfolg in der Kreativbranche vom eigenen Geschlecht abhängig ist?

Auf designenlassen.de können Auftraggeber*innen ein Projekt ausschreiben und bekommen dann Designentwürfe digital gesendet. Ich denke, die meisten Auftraggeber*innen schauen sich in erster Linie den Designentwurf an. Die Kreativen haben ohnehin oft Nutzernamen, bei denen ihr Geschlecht auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Sprich, was zählt ist die Qualität des Designs, die Genderrolle wird hintenangestellt. Ich bin davon überzeugt, dass starke Persönlichkeiten mit hoher Motivation viel erreichen können – unabhängig von ihrem Geschlecht. Dafür möchten wir als Plattform einen Raum bieten.

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