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Startup der Woche: Outfittery

Das digitale Curated Fashion Startup Outfittery wird heuer zehn Jahre alt. Die Gründerin Julia Bösch zählt zu einen der ausdauerndsten Entrepreneurinnen und ist im vergangenen Jahrzehnt mit Outfittery durch Höhen und Tiefen gegangen. 

Die Pandemie hat die Modebranche schwer gebeutelt und so auch das 2012 gegründete Tech-Startup Outfittery. Wenn sich sowohl die Arbeit als auch das stark eingeschränkte Sozialleben in die eigenen vier Wände verlegt, gibt es kaum Bedarf für Office-Kleidung oder Partyoutfits. Geschweigeden für Personal Shopping. Immerhin: „Wir haben so viele Hoodie-Pullis verkauft wie nie zuvor“, sagte Outfittery-Gründerin Julia Bösch Anfang 2021 in einem Interview. Mittlerweile konnte sich das Unternehmen jedoch wieder erholen. Im Herbst 2021 wurde das Angebot, nämlich die Online-Stilberatung, erweitert: nun können nicht nur Männer, sondern auch Frauen das Service nützen.

Outfittery-Founder und CEO, Julia Bösch. | © OUTFITTERY

Beratung durch Stylist*innen und Algorithmen

Outfittery ist ein 2012 in Berlin gegründetes Fashion/Tech-Startup, das individuelle Stilberatung vollständig digital abwickelt. Kund*innen beantworten auf der Website zunächst Fragen zu ihrem Kleidungsstil, Größen und Budget. Daraufhin stellen Algorithmen und persönliche Stylist*innen eine Auswahl an Kleidungsstücken zusammen, die per Versand an den oder die Käufer*in gelangt. Danach funktioniert es wie von gewöhnlichen Online-Shopping-Betreibern gut erprobt: man behält, was man mag und schickt zurück, was nicht gefällt.

Die studierte BWLerin Julia Bösch gründete Outfittery gemeinsam mit Anna Alex, die mittlerweile als Co-CEO ausgeschieden, aber weiterhin als Vorstandsmitglied aktiv ist, nachdem sie zwei Jahre lang für Zalando tätig war. Dort arbeitete sie in einer Zeit schnellen Wachstums an der Internationalisierung, verlor „die Angst vor Geschwindigkeit“ und baute sich ein Netzwerk auf. Beides sollte Bösch beim Aufbau von Outfittery zugute kommen, etwa als sie zu Beginn bei der Investor*innen-Suche in ihrem bestehenden Netzwerk fündig wurde. So lautet auch ein Tipp von Bösch, die 2017 unter die Top 50 der einflussreichsten Frauen in der Startup und Venture Capital Welt gewählt wurde, an angehende Gründer*innen: „Ein Netzwerk aufbauen, bevor man es braucht.“

Fokus auf bestehende Kund*innen

Mittlerweile beschäftigt Outfittery 350 Mitarbeiter*innen und macht einen Umsatz von 100 Millionen Euro pro Jahr, wie Bösch kürzlich im OMR-Podcast verrät. Seit dem Zusammenschluss mit Modomoto im Jahr 2019 ist Outfittery auf neun Märkten aktiv: Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Schweden, Dänemark und Frankreich. Während die Generierung von Neukunden eher unbefriedigend ist, steigt der Umsatz pro Bestandskunde. Zuletzt sogar um mehr als zehn Prozent. Genau darauf baut das Geschäftsmodell von Outfittery auf: es gehe weniger darum, so viele Kund*innen und so schnell wie möglich zum Check-Out zu bewegen, sondern dafür zu sorgen, dass sich Stammkund*innen immer und immer wieder beraten lassen. „Das was uns stark macht, ist am Ende der CLV. (Anm.: Customer Lifetime Value) Und das ist auch das, worauf wir abzielen. Unser Umsatz pro aktivem Kunden liegt deutlich über jenem des Marktes“, so Bösch im Marketing Transformation Podcast. Sogar über jenem von ihrem ehemaligen Arbeitgeber, Zalando.

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