Silvia Vicente: „Mein Ziel ist, etwas zu bewegen“
Sie sind seit 2000 in der BTV Vier Länder Bank tätig. Kam die Berufung in den Vorstand für Sie überraschend?
Ja genau, ich bin seit 26 Jahren Teil der BTV. In dieser Zeit durfte ich unglaublich viele Erfahrungen sammeln und mich stetig weiterentwickeln. Ich hatte das Glück, Führungskräfte zu haben, die Potenzial in mir sahen. Das gab mir Mut, immer wieder neue Herausforderungen anzunehmen. Seit 2019 bin ich Teil der ersten Führungsebene. Als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, Vorständin zu werden, kam das schon überraschend. Aber ich musste nicht lange überlegen. Ich bin sehr eng mit dem Unternehmen verbunden, und die Zukunft der BTV mitzugestalten ist jeden Tag aufs Neue ein Privileg.
Sie sind die einzige Frau im Vorstand der BTV. Muss man sich da gegen althergebrachte männliche Denkmuster durchsetzen?
Nein, in keiner Weise. Ich kenne meine Vorstandskollegen schon seit vielen Jahren und sie begegnen mir genauso wie den männlichen Vorständen. Es geht um die Leistung, die Qualifikation, das Mindset und den Charakter. Ich habe andere Perspektiven, Erfahrungen und neues Wissen mit in den Vorstand gebracht – das ist maßgeblich. Diverse Teams führen kritischere Diskussionen, treffen bessere Entscheidungen und sind erfolgreicher. Aber mir ist bewusst, dass ich ein riesengroßes Glück habe, weil das in vielen Unternehmen nicht selbstverständlich ist.
Wie werden Frauen in der BTV generell gefördert?
Aktuell unterstützen wir Frauen in der Kundenbetreuung mit der internen Initiative „Female Spirit“. Aber auch der Austausch ist uns ein wichtiges Anliegen. Dazu sind wir Teil des „Female Future“-Netzwerks, das branchenübergreifend organisiert ist. Darüber hinaus bieten wir flexible Arbeitszeitmodelle an und haben mit MUKKI eine eigene Kinderbetreuung in Innsbruck und Dornbirn geschaffen. Es gibt auch Modelle, bei denen sich zwei Mitarbeiter*innen eine Führungsrolle teilen. Das alles zeigt Wirkung: Wir konnten innerhalb von nur fünf Jahren – von 2020 bis 2025 – den Anteil von Frauen in Führungspositionen von rund 15 Prozent auf fast 34 Prozent steigern.
Welche Ihrer Ziele haben Sie bisher erreicht? Und was bedeutet für Sie ein erfülltes Berufsleben?
Ganz ehrlich, ich hatte nie eine wirkliche Karriereplanung. Mein Ziel war und ist es jeden Tag, für die BTV etwas zu bewegen. Für mich ist entscheidend, einen konkreten Beitrag zu leisten. Die vielen Gespräche mit unseren großartigen Kund*innen, die beeindruckenden Menschen und ihre Geschichten – sie erfüllen meine Arbeit. Und wir können sie als Bank unterstützen und ihre Ideen zum Fliegen bringen. Sie schenken uns ihr Vertrauen ebenso wie unsere Mitarbeiterinnen, unsere Investor*innen, unser Aufsichtsrat und die Aufsicht. Nur so können wir als Bank erfolgreich sein.