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Netzwerk der Woche: Webgrrls

Der Name „Webgrrls“ lässt nicht vermuten, dass Ihr Netzwerk mit zu den ältesten im Lande zählt. Wie und wann haben die „Webgrrls“ das Licht der Welt erblickt?

Bereits 1995 gründeten sechs Frauen in den USA die „webgrrls New York“ und legten damit den Grundstein für das Netzwerk. Karin Maria Schertler brachte die Idee nach Deutschland und erweckte im Oktober 1997 mit einigen Mitstreiterinnen die „Webgrrls Deutschland“ zum Leben. Zusätzlich zu Regionalgruppen in den Ballungsräumen wie München setzten die Webgrrls von Anfang an auf den überregionalen, virtuellen Austausch mit Newslettern und thematisch differenzierten Mailinglisten. Und sie hielten die erste virtuelle Vereinswahl in Deutschland ab. 

Wenn „grrls“ gleich Girls: wie alt ist frau bei Euch – im Durchschnitt?

Bei uns dürfen sich alle jung fühlen im Sinne von: Es ist nie zu spät für Veränderungen und Neues! Business-Frauen jeden Alters sind willkommen. 

Sie bieten an Walk&Lunch, webgrrlies-Veranstaltungen und werben mit coolen Events für coole Frauen. Haben sich die Webgrrls verjüngt im Laufe der Zeit?

Nach unserem Motto „Wissen. Erfahren. Teilen“ sehen wir unsere Aufgabe darin, Frauen in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu stärken und zu unterstützen. Zwar hängt deren Stellung in der Berufswelt nicht unbedingt vom Alter ab, doch uns liegen besonders jüngere Frauen am Herzen, die gerade ins Business-Leben einsteigen. Daher gibt es für die jüngeren „webgrrlies“ – bis gefühlte 32 Jahre – zusätzliche Angebote. Dazu gehören Workshops, Treffen und besonders unser jährliches Mentoring-Programm. Dabei begleiten erfahrene Webgrrls über sechs Monate jüngere Frauen bei ihrem Start ins Berufsleben.

„Webgrrls“ – begegnen sich Frauen ausschließlich im Netz? Oder bietet das Netzwerk auch ein analoges Leben?

Gerade hier in Bayern haben sich ein sehr aktives und analoges Miteinander sowie gemeinsame Treffen rund um München etabliert. Bis Anfang 2020 – und hoffentlich auch bald wieder – netzwerkten wir regelmäßig und tauschten uns dabei persönlich aus. Das bunte Programm besteht pro Jahr aus: über zehn Vorträge und Workshops, sechs

Frühstückstreffen, sechs Netzwerkabende, sechs Walk&Lunchs, etwa zehn Afterwalks, einem gemeinsamen Ausflug und mehr. Ein Teil davon findet Corona bedingt in der virtuellen Welt statt, anderes wollen wir möglichst bald in der realen Welt nachholen.

Und – wird bei Euch eine ganz besondere Affinität zum digitalen Leben im und mit dem Internet vorausgesetzt?

Entstanden sind die Webgrrls aus der Bewegung von Fachfrauen rund um Webdesign und Programmierung, was auch heute noch einen thematischen Schwerpunkt bildet. Allerdings ist das keine Voraussetzung mehr, um dabei zu sein. Inzwischen arbeiten und leben wir alle in einer digitalen Welt – seit einem Jahr sogar meist mehr als analog. 

Nachdem sich unser Leben mehr und mehr digital abspielt: spiegelt sich diese Entwicklung auch bei den „Webgrrls“ wider? Erleben die „Webgrrls“ immer noch ein „wildes Wachstum“ wie vor zwei Jahrzehnten prophezeit?  

Ganz wild ist das Wachstum nicht, zumindest nicht bei den Mitgliedszahlen. Dazu ist die Landschaft der Netzwerke und Vereine besonders für Frauen heute zu bunt und das Angebot ausgesprochen vielfältig. Aber wir waren im März 2020 bestens gerüstet und erfahren, sodass wir unsere Veranstaltungen unmittelbar ins Netz verlegen konnten. Vor Kurzem hatte auch das Format Barcamp bei den Webgrrls erfolgreich Premiere, virtuell versteht sich. 

Sie haben einen hohen Anspruch, was die Zahl der jährlichen Veranstaltungen angeht. Konnten Sie diese Erwartungen erfüllen, und in welchen konkreten Formaten. Wurde Ihre Veranstaltungsplanung auf überregionalen Austausch erweitert?

Nicht alle Veranstaltungen lassen sich sinnvoll ins Netz verlegen, etwa ein Walk in München. Daher hatten wir in den vergangenen Monaten ein etwas reduziertes Programm. Bei den Online-Vorträgen und Frühstücksmeetings allerdings konnten wir den Kreis der Referentinnen und Teilnehmenden wesentlich erweitern und bekamen großen Zuspruch über München und Bayern hinaus. Die Teilnehmer:innen wählten sich von quer durch Deutschland und sogar Europa ein: Hamburg, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Köln, Wetzlar, Harz, Bergisches Land, Finnland, Niederlande, Österreich, Schweiz, Mallorca und mehr. 

Stehen Sie mit anderen Netzwerken oder Verbänden in enger Verbindung oder sogar in Kooperation?

Wir arbeiten eng mit anderen Netzwerken und Verbänden zusammen. Dazu organisieren wir gemeinsame Treffen und beteiligen uns an Kooperationen und Aktionen. Die Webgrrls Bayern sind Mitglied im Bayerischen Landesfrauenrat und im Stadtbund Münchner Frauenverbände. Im Rahmen des Equal Pay Day engagieren wir uns für mehr Lohngerechtigkeit für Frauen. Zusammen mit dem Verband der Gründer und Selbstständigen e.V. (VGSD), der Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen eine Stimme gibt, veranstalten wir gemeinsame Netzwerk-Events. Die Digital Media Women unterstützen wir dabei, für mehr Sichtbarkeit von Frauen auf allen Bühnen zu sorgen – ob Konferenzen, Fachmedien oder Management Board. Vertreten sind wir auch beim Unternehmerinnentag der IHK und dem Frauen-Forum der FOM Hochschule München.

 

Mehr über die Webgrrls finden Sie hier:

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