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Netzwerk der Woche: Frauendomäne

Frauendomäne – Datenbank für Expertinnen

Die Frauendomäne ist die erste Datenbank in Österreich, in die sich Expert*innen aus allen Fachbereichen kostenlos eintragen können und auf die alle Menschen und Organisationen kostenlos und uneingeschränkt zugreifen können. Wir unterstützen Organisator*innen, Unternehmen und Medienvertreter*innen dabei, ihre Panels, Seminare, Teams und Interviews geschlechterausgewogen und divers zu konzipieren. Durch unsere Arbeit machen wir darauf aufmerksam, dass homogene Gremien und Panels in der Öffentlichkeit und in der Berufswelt nicht mehr zeitgemäß sind.  Wir wirken darauf hin, die Rahmenbedingungen an die Lebensrealitäten von allen Menschen anzupassen. Denn wir sind der Meinung, dass viele Menschen in der Art und Weise, wie unsere Welt gebaut ist, nicht mitgedacht werden.Wir streben nach einer Welt, in der Menschen eine Expertise und Kompetenz nach ihren Stärken und nicht nach ihrem Geschlecht aufbauen.

Womit beschäftigt sich Ihr Netzwerk und wie läuft der Austausch innerhalb Ihrer Community ab?

Die Frauendomäne ist eine Datenbank, in die sich Expertinnen aus allen Fachbereichen kostenlos eintragen können und die für alle kostenlos zugänglich ist. Damit erleichtern wir es Unternehmen, Veranstalter*innen und Medien, ihre Teams, Interviews oder Panels divers und geschlechterausgewogen zu konzipieren. Gleichzeitig macht die Frauendomäne durch zahlreiche Projekte und Initiativen darauf aufmerksam, dass die geltenden Rahmenbedingungen die Bedürfnisse vieler Menschen nicht mitdenken. Wir setzen uns für Chancengerechtigkeit und dafür ein, dass die Regeln geändert werden.

In der Zwischenzeit sind fast 1000 Expert*innen in unserer Datenbank eingetragen und wir bemühen uns sehr darum, größtmögliche Diversität zu erreichen. Wir vernetzen sowohl die Expert*innen als auch die Netzwerkpartner*innen und die Social Media Follower*innen durch unsere Online- und Offline-Kanäle.

Welches Klischee rund um Frauen im Wirtschaftsleben können Sie nicht mehr hören?

“Die Kollegin ist ja nur deswegen dort wo sie ist, weil sie über die Frauenquote reingekommen ist”.

Wie kam es zur Gründung Ihres Netzwerks?

Die Frauendomäne wurde im Jahr 2018 gegründet, um dem Argument “Wir haben keine qualifizierte Frau gefunden”, etwas entgegenzusetzen. Wir kennen uns von unserem ehrenamtlichen Engagement am Europäischen Forum Alpbach wo wir uns mit Fragen rund um kollektive Sichtbarkeit von weiblicher Kompetenz und Anti-Harassment bzw. Codes of Conduct auseinandergesetzt haben. Wir waren damals überzeugt davon, dass es genügend qualifizierte Frauen in allen Fachbereichen gibt und wollten dazwischenliegende Barrieren abbauen.

Was braucht es um noch mehr Frauen für die Branche zu gewinnen?

Ist schwierig zu beantworten, da wir in keiner spezifischen Branche sind. Grundsätzlich braucht es unserer Ansicht nach ein Umdenken von Geschlechterstereotypen und ein neues Denken von Arbeit und Leistung, um allen Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, jeden Job ausüben zu können. Die alten Vorstellungen von z.B. einem/einer erfolgreichen Entrepreneur sind für viele Menschen nicht erfüllbar und nicht mehr zeitgemäß.

Welche drei Eigenschaften helfen Ihrem Netzwerk dabei, erfolgreich zu sein?

intersektional denkend – inklusiv – kooperativ

Was wären Ihrer Meinung nach die nächsten wichtigen Schritte in Richtung Gender Equality?

Wir verwenden statt des Wortes “Gender Equality” gerne “Equity” oder “Chancengerechtigkeit”, denn das zeigt auch sehr deutlich auf, dass es nicht darum geht, allen Gruppen dieselben Möglichkeiten zu geben, sondern anzuerkennen, dass sich jede Person in anderen Lebenssituationen und Umständen befindet, auf die in der Ressourcenumverteilung Rücksicht genommen werden muss.

Wir sehen Geschlechterungerechtigkeit als strukturell fest verankertes gesamtgesellschaftliches Problem. Aus diesem Grund schlagen wir auf diese Frage stets Schritte vor, die genau diese strukturellen Herausforderungen tackeln. Dazu gehört auf jeden Fall mehr Geld und mehr Aufklärungsarbeit im Bereich Gewaltschutz auf allen Ebenen, Beseitigung von Geschlechterstereotypen von Seiten der Politik durch entsprechende gesetzliche Maßnahmen (z.B. verpflichtende Karenzregelungen für Väter etc.) und durch Bildung und Gehalts- und Besetzungstransparenz im Berufsleben.

Haben Sie das Gefühl, dass sich Frauen oft doppelt oder dreifach anstrengen müssen um gleiche Positionen wie Männer zu bekommen?

Eher dreifach als doppelt. Frauen sind bereits im Berufseinstieg bei der Einstellung oftmals von versteckten oder offenen Sexismen und Diskriminierungen betroffen. Wie allgemein bekannt, ist der Aufstieg in eine höhere Position für Frauen oftmals nicht so leicht wie für Männer. Haben sie eine bestimmte Position erreicht, sind sie in vielen Fällen härteren Bewertungen über ihre Verhalten sowie auch ihr Äußeres ausgesetzt.


Mehr über die Frauendomäne erfahren Sie hier.

Fotomaterial© Frauendomäne

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