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Mode im Umlauf

Berlin, Hamburg, München, Wien – und bald auch Köln. Was diese Städte gemeinsam haben? Man kann Edelfashion mit einem Klick mieten oder selbst in Umlauf bringen. sheconomy hat sich einige Leihplattformen näher angesehen und mit den Gründerinnen von WeDress Collective und Fobe darüber gesprochen, wie neue Wege im Konsum von Mode beschritten werden können.

Von Alexandra Russ

Wir schaufeln uns unser eigenes Grab”, so dramatisch schilderte António Guterres in
seiner Eröffnungsrede zum Weltklimagipfel in Glasgow Anfang November die Abhängigkeit der Menschen von fossilen Brennstoffen und die damit verbundene Ausbeutung der Natur. Bei diesen üblichen Aussichten spielt Mode bedauerlicherweise keine unwesentliche Rolle: Sie hat mit 10 Prozent einen größeren Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß als die gesamte Luft- und Schifffahrt zusammen. Mode ist der Spiegel der Gesellschaft, und um dieses Bild wirklich nachhaltiger zu gestalten, ist ein Umdenken im Konsum notwendig. Aber wie?

Mode Mieten

Laut einer Studie von Clothing – International Carbon Flows reduziert die Verlängerung der Lebensdauer unserer Kleidung von einem auf zwei Jahre die CO2-Emmission um 24 Prozent. Je länger wir Kleidung im Umlauf halten und auch nutzen, umso mehr reduziert sich ihre umweltbelastende Produktion. Sie amortisiert sich sozusagen: Für viele wird Kleidung nach ein paar Mal tragen langweilig und hängt ihre restliche Lebensdauer im Schrank ab, bevor sie im Altkleidercontainer landet. Diese Kleidung ist aber kein Müll, sondern bares Geld. Miet-Apps sind am Vormarsch und könnten so den Modekonsum nachhaltig revolutionieren. Eine davon ist die Plattform WeDress Collective. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Modedurst zu stillen, ohne dadurch die Umwelt zu belasten. Gründerin Jasmin Huber hat damit eine Plattform für Mietmode von privat an privat geschaffen. WeDress-Collective-Mitglieder, derzeit noch ausschließlich aus Deutschland und Österreich, können Kleidungsstücke online stellen und anderen Mitgliedern
auf Tages- oder Wochenbasis zum Verleih anbieten. Das Angebot
beschränkt sich im Moment auf die Städte Wien, Berlin, Hamburg und München. Köln folgt in Kürze. „Unser Ziel ist es, den Fashion-Rental-Markt inklusiver und nachhaltiger zu gestalten, indem wir Lokalität, Community und Inklusion in das Zentrum
unserer Verantwortung stellen. Als erstes müssen wir es jedoch schaffen, den Zauber von Mietmode auch in der Mitte der Gesellschaft ankommen zu lassen“, sagt Jasmin Huber. Neben weiteren Expansionsplänen innerhalb Deutschlands möchte Huber in den
kommenden fünf Jahren auch den restlichen europäischen Markt erschließen. Zurzeit zählt WeDress Collective über 500 Mitglieder. Ein weiteres Mietkonzept bietet das Berliner Unternehmen Fobe. Dort können Luxushandtaschen, zum Beispiel von Bottega Veneta oder Gucci, über eine monatliche Mitgliedschaft geliehen werden. Fobe bezieht die Taschen direkt vom Hersteller, um Authentizität garantieren zu können. Im Moment sind
neben Deutschland und Österreich auch Frankreich, Spanien, die Niederlande, Belgien, Schweden und Dänemark von Lieferungen umfasst. „Wir wollen uns für Modeinteressierte in Europa in Bezug auf IT-Bags als Alternative zum herkömmlichen Konsum etablieren. Unsere Kund*innen sollen wissen, dass sie bei uns alle aktuellen Taschentrends finden”, so Gründerin Marlena Dietz.

Die gesamte Story können Sie im aktuellen SHEconomy Magazin weiterlesen. Hier gelangen Sie zu Ihrer Ausgabe.

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