FAIRdinand verbindet hochwertigen Spezialitätenkaffee mit nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit – wie passt das eigentlich zusammen?

Ausgezeichnet – genauso sollte Wirtschaft gelebt werden. Qualität und Nachhaltigkeit sind für uns kein Widerspruch, sondern verstärken sich gegenseitig: Wenn Kaffee-Familien für ihre hervorragende Handarbeit fair und direkt bezahlt werden, können sie in ihre Familien, Bildung ihrer Kinder, ihre Zukunft und einen verantwortungsvollen Kaffeeanbau investieren. Gleichzeitig schafft diese langfristige Perspektive die Grundlage dafür, dass sie weiterhin Kaffee von außergewöhnlicher Qualität anbauen. So wird aus einer hochwertigen Tasse Spezialitätenkaffee ein Produkt, das Menschen und Umwelt langfristig zugutekommt.

FAIRdinand steht für direkten Handel auf Augenhöhe. Was bedeutet das in der Praxis?

Der entscheidende Unterschied zwischen Almosen und fairem Handel auf Augenhöhe liegt in der Wahrung der Würde und der Schaffung nachhaltiger Strukturen. Während Spendengelder oft nur kurzfristige Symptome lindern und eine einseitige Abhängigkeit sowie ein Machtgefälle zwischen Gebenden und Nehmenden zementieren, setzt FAIRdinand auf eine echte Partnerschaft. Indem wir Preise zahlen, die weit über dem Weltmarktniveau liegen, erkennen wir die exzellente Qualität der Arbeit der Kaffeebauern in Tansania als wertvolle Marktleistung an. Dieser Ansatz transformiert die Produzenten von Bittstellern zu selbstbestimmten Akteuren. Wirkliche soziale Gerechtigkeit entsteht nicht durch Mitleid, sondern durch faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die es jedem Menschen ermöglichen, durch seine eigene Leistung ein Leben in Sicherheit und Selbstachtung zu führen.

Andrea auf den Kaffeefeldern Manyovus

Wie ist die Idee zu FAIRdinand entstanden?

Ich arbeitete gerade ehrenamtlich als Wirtschaftspädagogin an einer Schule in einem kleinen Dorf in einem der ärmsten Regionen Tansanias. Eines Tages stand ich auf dem Dorfplatz, es war gerade Wochenmarkt, und mir war völlig klar: Die Menschen hier brauchen einen direkten Marktzugang zu Konsument:innen ohne Zwischenhändler – und ein direktes Sprachrohr zu Kund:innen, die auf verantwortungsvollen Konsum und Spitzenqualität Wert legen. Zurückgekehrt nach Österreich ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los.

Was war die größte Herausforderung bei diesem Projekt? Und wie haben Sie sie gemeistert?

Die größte Herausforderung war die immense Anzahl und Vielfalt an Aufbauarbeiten, die in Tansania und in Österreich zu bewältigen waren: vom Einsammeln der Kaffeebohnen bei den Kaffee-Familien auf Staubstraßen mit einem super wackeligen Lkw, das Aufspüren einer Schälmaschine, das Besorgen von Verpackungsmaterialien und den Exportpapieren in Tansania über den internationalen Transport nach Europa bis zur Entwicklung eines marktfähigen Produktes in Österreich – und zeitgleich dem Schaffen eines unternehmerisch-rechtlichen Rahmens, um das Produkt zu vertreiben. Mit dem festen Glauben an die FAIRdinand-Mission, Mut für Neuland, Durchhaltevermögen und der täglichen Freude am Dazulernen und am Lösen der vielfältigen Aufgaben wurde FAIRdinand Schritt für Schritt Wirklichkeit.

Ihr Unternehmen wurde mit dem Verified Social Enterprise Label (1) prämiert. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Für mich ist das weit mehr als eine Auszeichnung. Es ist eine Bestätigung unseres täglichen Handelns und unseres Anspruchs, mit jeder Tasse Kaffee einen positiven Beitrag zu leisten – sowohl in Tansania als auch in Österreich. Sie motiviert uns, unseren Weg konsequent weiterzugehen, um mit Unternehmertum Mehrwert zu schaffen. 

Wie wichtig ist Ihnen persönlich guter Kaffee? Und woran erkennt man ihn?

Guter Kaffee zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, er schenkt mir beim Start in den neuen Tag einen Glücksmoment. Guten Kaffee erkenne ich an einer Mischung von Aromen auf meinem Gaumen, die ich als interessant, charaktervoll und gleichzeitig harmonisch empfinde und daran, dass mich die Herkunft des Kaffees zu einer Kaffeegenießerin macht, die damit ganz nebenbei Gutes tut.

  1. Das Verified Social Enterprise-Label wird vom Bundesministerium Wirtschaft, Energie und Tourismus vergeben und von der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) in enger Zusammenarbeit mit dem Social Entrepreneurship Network Austria (SENA) sowie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) abgewickelt. ↩︎
FAIRdinand
Innovatorinnen Advertorial Startups