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Kopf der Woche: Maria Ressa

Für die Journalistin Maria Ressa hatte Berichterstattung immer Priorität. Aber die frischgebackene Friedensnobelpreisträgerin sagt, sie sei gezwungen gewesen, „zur Nachricht zu werden“, einfach weil sie entschlossen war, ihre Arbeit richtig zu machen und die Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Ressa ist die erste Frau, die in diesem Jahr mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wird.

In einer Pressemitteilung erklärte das Nobelkomitee, Ressa habe „die Meinungsfreiheit genutzt, um Machtmissbrauch, Gewaltanwendung und wachsenden Autoritarismus in ihrem Heimatland, den Philippinen, aufzudecken“. Es fügte hinzu: „Als Journalistin und Geschäftsführerin von Rappler hat sich Ressa als unerschrockene Verteidigerin der Meinungsfreiheit erwiesen. Rappler hat die kritische Aufmerksamkeit auf die umstrittene, mörderische Anti-Drogen-Kampagne des Duterte-Regimes gelenkt.“

Kritisch über Drogenkrieg berichtet

Maria Ressa, hat die Nachrichten Website Rappler im Jahr 2012 mitbegründet. Die Website hat inzwischen 4,5 Millionen Follower auf Facebook und ist für ihre intelligenten Analysen und knallharten Recherchen bekannt geworden. Rappler ist eine der wenigen philippinischen Medienorganisationen, die Präsident Rodrigo Duterte und seiner Politik offen kritisch gegenüberstehen. Das Unternehmen hat ausführlich über den tödlichen Drogenkrieg des populistischen Präsidenten berichtet und sich auch kritisch mit Fragen der Frauenfeindlichkeit, Menschenrechtsverletzungen und Korruption auseinandergesetzt.

Journalismus gegen Machtmissbrauch

Ressa teilt sich den diesjährigen Friedenspreis mit dem russischen Journalisten Dmitri Muratow, der die unabhängige russische Zeitung Nowaja Gaseta leitet. „Freier, unabhängiger und faktenbasierter Journalismus dient dem Schutz vor Machtmissbrauch, Lügen und Kriegspropaganda“, sagte Berit Reiss-Andersen, Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, bei der Bekanntgabe des Preises am Freitag in Oslo. Aufgrund ihrer Beharrlichkeit gegen die philippinische Regierung war Ressa mit zahlreichen Gerichtsverfahren konfrontiert, die ihrer Meinung nach politisch motiviert sind.
In einer Erklärung teilte ihr Unternehmen Rappler mit, es sei „geehrt und erstaunt“, dass Ressa den Preis erhalten habe. „Er hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können – in einer Zeit, in der Journalisten und die Wahrheit angegriffen und untergraben werden“, hieß es.

 

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