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Im Einsatz für Diversität und Inklusion

Die Genderforscherin und Informatikerin Edeltraud Hanappi-Egger ist sei 2015 Rektorin der WU in Wien.

von Nicholas Werner

Die WU wurde 1898 gegründet, Sie sind seit 2015 die erste weibliche Rektorin. Was ist in den ersten 117 Jahren schiefgelaufen?

Nun, im Vergleich zu anderen Universitäten könnte man ja sagen, es waren “nur 117 Jahre”. Im Ernst: Wenn man bedenkt, dass Frauen erst in den 1920er-Jahren an Hochschulen akzeptiert waren, ist das vielleicht nicht so verwunderlich. Zurzeit werden sechs von 22 österreichischen Universitäten von Frauen geführt. Es ist also immer noch ein Sonderstatus, der aber einen ganz wichtigen Symbolwert hat.

Wie weit sind wir heute generell mit der Geschlechtergleichheit an den Unis?

An der WU haben wir bei den Studierenden ein Verhältnis von 50/50, aber auf der wissenschaftlichen Karriereleiter gehen Frauen verloren. 30 Prozent der Professuren an der U sind von Frauen besetzt, das liegt über dem österreichischen Schnitt. Es bräuchte aber europaweit auf allen Stufen ein ausgewogenes Verhältnis.

Was hat sich bei dem Thema in Ihrer Amtszeit an der WU getan?

Ich habe mich von Anfang an für Diversität und Inklusion eingesetzt. Etwa mit dem “Wise Women of WU”-Mentoringprogramm, das junge Absolventinnen auf ihrem Karriereweg unterstützt, oder dem Stipendienprogramm “WU4YOU” für Menschen mit schwierigen Einkommensverhältnissen. Oder durch ein Leistungsbewertungskonzept in Berufungsverfahren, das wissenschaftliche Karriereleistungen in Relation zu den Möglichkeiten einer Person setzt. Ein Beispiel: Zehn wissenschaftliche Artikel sind auf den ersten Blick mehr als sechs. Aber wenn die zehn in Vollzeit, die sechs jedoch in Teilzeit geschrieben wurden, ist das zu berücksichtigen.

Wie weit sehen Sie sich als Rektorin einer der größten Wirtschaftsuniversitäten Europas in der Verantwortung, dass in Wirtschaft und Gesellschaft die nötigen Paradigmenwechsel passieren?

Die WU selbst sieht sich als eine “Responsible University”. Das bedeutet, dass wir in allen Bereichen gesellschaftlich verantwortungsvoll agieren. Die WU wird im Lichte der derzeitigen Krise wichtige Beiträge zur Lösung ökonomischer, ökologischer, sozialer und rechtlicher Probleme erbringen und damit wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichen Wohlstand fördern.

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