StartBusinessSkills„Entrepreneurship ist keine One Man-Show“

„Entrepreneurship ist keine One Man-Show“

Sabine Theresia Köszegi leitet das MBA Programm „Innovation Entrepreneurship & Digitalisation“ am der TU Wien. Im Interview erklärt sie, wie man Innovationskultur fördern kann – und welche Rolle Frauen dabei spielen.

Sie forschen an der TU Wien zu Themen wie Innovation, Digitalisierung und Unternehmertum. Warum haben Sie sich auf diese Bereiche spezialisiert?

Mich haben neue Technologien immer fasziniert. Während meines Doktorats bin ich der Frage nachgegangen, wie man die Entscheidungsprozesse von Gruppen mit Technologie unterstützen kann – und welche Auswirkungen das auf unser Verhalten und auf Verhandlungsergebnisse hat.

Wie können den Unternehmen aus ihrer Sicht eine Innovationskultur fördern?

Ganz wesentlich ist Diversität. Sie bringt auf natürliche Weise verschiedene Perspektiven ein und schafft die Notwendigkeit, sich mit dieser Verschiedenheit auseinanderzusetzen. Ebenfalls wichtig ist es, eine positive Fehlerkultur zu entwickeln. 

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse sollen die Studierenden durch den MBA „Innovation Entrepreneurship & Digitalisation“ erwerben?

Wir setzen auf vier Säulen. Die erste ist ein klassisches MBA Programm mit betriebswirtschaftlichen Grundlagen, die zweite ein großer Block zum Thema soziale und persönliche Skills. Wir bringen die Leute in herausfordernde Situationen, in denen sie scheitern. Dann arbeiten mit ihnen daran. Die dritte Säule ist erfahrungsbasiertes Lernen. Die Studierenden bringen ihre Probleme aus der beruflichen Praxis mit, arbeiten im Kurs daran und können in der Praxis schauen, ob die entwickelten Strategien funktionieren. Die vierte Säule ist Gründungs-Know How – von der Ideengenerierung bis hin zum Pitch eines Businessplans.

Welche Rolle spielen Frauen in der Innovationslandschaft?

Es gibt viele großartige Frauen – aber auch Vorurteile, was ihre Entreneurship-Rolle betrifft. Sie werden als Unternehmergattinnen wahrgenommen oder wenn sie einen Klamottenshop, ein Nagelstudio, einen Friseurladen oder etwas Mom-spezifisisches eröffnen. Und selbst da traut man ihnen nicht zu, Risiko zu übernehmen, also kriegen sie auch weniger Risikokapital. Das ist empirisch belegt. Es gibt dieses Bild des Startup-Gründers, der 100 Stunden in der Woche für sein Unternehmen da ist und dafür brennt und vermutlich auch ausbrennt. Das sind stereotype, maskuline Vorstellungen, die nicht zu den Geschlechterrollen-Stereotypen von Frauen passen. Dabei ist Entrepreneurship keine One Man-Show, sondern Teamwork. Gerade die sozialen Kompetenzen von Frauen sind für Entrepreneurships besonders geeignet.

Sie sind an KI Panels und Diskussionen auf Regierungsebene beteiligt. Wie schaut es da mit der Frauenbeteiligung aus?

Ich war in der KI-Expert:innengruppe der Europäischen Kommission, das ist auch der Hintergrund für meine Policy-Beratungen. In Europa ist das Bewusstsein für die Gestaltung von diversen Expert:innen-Teams längst vorhanden. In Österreich haben wir noch Nachholbedarf, auch wenn sich in Wien und auf Bundesebene schon einiges getan hat. Aber in der Landespolitik müsste sich noch vieles ändern.


Abschluss: Executive Master of Business Administration (EMBA) in Management & Technology | Innovation, Digitalization & Entrepreneurship

ECTS-Umfang: 92

Dauer: 3 Semester + Masterthese

Format: Berufsbegleitend, geblockt in Modulen

Lehrgangsbeitrag: EUR 26.890,00 (Mwst.-frei, exkl. Reise- und Aufenthaltskosten. Aufpreis bei Teilnahme an International Field Study), -10% Rabatt für TU Wien Absolvent_innen

Zulassungsvoraussetzungen: Erster akademischer Abschluss*, mindestens 3 Jahre Berufserfahrung, Persönliches Aufnahmegespräch
(* Personen mit einer gleichwertigen Ausbildung und beruflichen Qualifikation können ebenfalls zugelassen werden)

Unterrichtsorte: TU Wien, Wien-Umgebung; Möglichkeit einer Studienreise

Lehrgangsleiterin: Univ. Prof. Dr. Sabine Köszegi

FotomaterialLuiza Puiu

STAY CONNECTED