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Eine Tram für Lohngerechtigkeit

In München startet die Equal Pay Tram. Einen Monat lang soll sie in der bayerischen Landeshauptstadt auf fehlende Lohngerechtigkeit aufmerksam machen. Mehr als 30 Frauennetzwerke sind beteiligt.

 

Einsteigen, Foto machen, auf Social Media teilen – auf diesem Weg will das Münchner Aktionsbündnis zum Equal Pay Day auf das Thema Lohngerechtigkeit aufmerksam machen. Die „Equal Pay Tram“ fährt dafür einen Monat lang auf verschiedenen Linien durch München. Neben verschiedenen städtischen Einrichtungen zählen mehr als 30 Frauennetzwerke zum EPD-Aktionsbündnis, darunter beispielsweise FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte), Webgrrls Bayern und der deutsche Juristinnen-Bund (djb).

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen rein rechnerisch umsonst arbeiten, während Männer schon seit Jahresbeginn bezahlt werden – in Deutschland konkret 66 Tage. Hier verdienen Frauen durchschnittlich 18% weniger als Männer. Immerhin: Der EPD ist inzwischen im Kalender weiter nach vorn gerückt.

In diesem Jahr stehen die Aktionen unter dem Titel „Equal Pay 4.0 – gerechte Bezahlung für Frauen in der digitalen Arbeitswelt“. In der digitalisierten Wirtschaft ist der Gender Pay Gap (Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen) mit sieben Prozent zwar geringer als in anderen Branchen, dafür sind aber nur 17 Prozent der Beschäftigten Frauen. Hier sieht das Münchner EPD-Bündnis die Gefahr, dass Frauen von der positiven Entwicklung der Branche abgehängt werden.

Ob der Digitalisierungsprozess eine Chance oder ein Risiko für Geschlechtergerechtigkeit ist, hänge weniger von der Technik als vielmehr von der Organisation der Arbeit, der Arbeitsteilung und Arbeitsbewertung ab, mahnen die Veranstalter, die eine gerechtere Aufteilung der Care-Arbeit, Gehaltstransparenz und einer Frauenquote in Führungspositionen fordern. Speziell in der digitalen Arbeitswelt gehe es um genaue Arbeitszeiterfassung, Festlegung von Nichterreichbarkeit sowie Schulung von Führungskräften zum Umgang mit mobiler Arbeit.

Staatliche Fördermaßnahmen konzentrieren sich mehr auf die Förderung von Kompetenzen als darauf, die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen, kritisiert das Bündnis. Die zunehmende Bedeutung der Digitalbranche mache es deshalb besonders wichtig, den Zugang und die Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen dort geschlechtergerecht zu gestalten.

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