Das sind die Top Female Workplaces 2026 in Österreich und Deutschland
Unternehmen, die Frauen fördern, sichern sich die besten Talente, stärken ihre Innovationskraft und investieren in ihre Zukunft. Genau diese Arbeitgeber rücken die Top Female Workplaces 2026 ins Rampenlicht. Die feierliche Verleihung fand mit einem inspirierenden Diskussionsprogramm, spannenden Einblicken aus der Unternehmenspraxis und einem Sommerfest hoch über den Dächern Wiens am Donauturm statt.
Bereits zum dritten Mal zeichneten sheconomy und kununu jene Unternehmen aus, die aus Sicht ihrer Mitarbeiterinnen besonders attraktive Arbeitsplätze bieten.
Die Top Female Workplaces sind aber weit mehr als eine klassische Auszeichnung. Sie machen sichtbar, welche Unternehmen Gleichstellung, Vielfalt und moderne Führung nicht nur kommunizieren, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich leben.
Grundlage des Rankings bilden acht Millionen anonyme Bewertungen auf kununu. Berücksichtigt wurden ausschließlich Bewertungen von Arbeitnehmerinnen, die sich im Rahmen ihrer Bewertung als weiblich identifiziert haben. Ausgewertet wurden Unternehmen aller Branchen und Größen in Österreich und Deutschland. Dabei gelten strenge Qualitätskriterien – nur Unternehmen mit einer ausreichend hohen Zahl an qualifizierten Bewertungen und einer überdurchschnittlichen Gesamtperformance werden überhaupt berücksichtigt.
Das Ergebnis ist ein Ranking, das auf der Wahrnehmung jener Menschen basiert, die Unternehmenskultur täglich erleben: den Mitarbeiterinnen selbst. „Ein attraktiver Arbeitsplatz für Frauen entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch eine Unternehmenskultur, in der Chancengleichheit jeden Tag erlebbar ist. Gemeinsam mit sheconomy machen wir diese Vorbilder sichtbar und geben anderen Unternehmen Orientierung“, so Nina Zimmermann, CEO von kununu.
„Top Female Workplace ist mehr als ein Gütesiegel. Es ist eine Einladung zur Exzellenz und ein starkes Signal an Talente wie an den Markt: Hier wird weibliche Karriere nicht behauptet, sondern ermöglicht. Wer das versteht, schafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil im Kampf um die besten Köpfe“, so sheconomy Geschäftsführerin und Herausgeberin Kristin Hanusch-Linser.
Eine Bühne für Unternehmen, die neue Maßstäbe setzen
Zur Verleihung der Top Female Workplaces 2026 begrüßten sheconomy und kununu zahlreiche Vertreter*innen aus Wirtschaft, Personalmanagement und Unternehmensführung am Wiener Donauturm. Gastgeber Roman Bauer, Geschäftsführer des Donauturms, hieß die Gäste herzlich willkommen und verwies auf die besondere Symbolkraft des Veranstaltungsortes. Seit 1964 stehe der Donauturm für neue Perspektiven und Weitblick. Passend dazu lud er die Besucherinnen und Besucher augenzwinkernd dazu ein, Europas höchste Rutsche auszuprobieren. Wer sie einmal überwunden habe, wolle meist gleich noch einmal hinunter, denn manchmal brauche es eben nur den ersten mutigen Schritt.
Wirtschaftlicher Erfolg braucht Frauen
In ihrer Eröffnungsrede machte Kristin Hanusch-Linser, Geschäftsführerin und Herausgeberin von sheconomy, deutlich, warum das Thema längst kein gesellschaftliches Randthema mehr ist. „Es gibt einen beinharten wirtschaftlichen Grund, warum Unternehmen sich um Frauenarbeitsplätze kümmern müssen. Es geht um die wirtschaftliche Zukunft, ums wirtschaftliche Überleben und um den Kampf um die besten Köpfe.“
Sie betonte, dass Unternehmen heute in einem intensiven Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte stehen. Wer Frauen gezielt fördere, moderne Arbeitsbedingungen schaffe und Vielfalt ernst nehme, stärke damit nicht nur seine Arbeitgebermarke, sondern auch seine Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig verwies sie auf die Rolle von sheconomy als Medienplattform, die weibliche Wirtschaftskraft sichtbar macht und Unternehmen eine Bühne bietet, die diesen Wandel aktiv gestalten.
Daten schaffen Orientierung
Wie fundiert das Ranking ist, erklärte anschließend Hermann Sporrer, Co-Founder von sheconomy und Initiator der Zusammenarbeit mit kununu. Er erinnerte daran, dass die Top Female Workplaces mittlerweile bereits zum dritten Mal vergeben werden und sich als wichtiger Benchmark für moderne Arbeitgeber etabliert haben. „Unser Partner kununu wertet anhand von über acht Millionen Arbeitgeberbewertungs-Daten von Mitarbeiterinnen aus dem deutschsprachigen Raum die Top 300 Arbeitgeber*innen in Österreich aus. Die Kriterien haben wir sehr hart gesetzt – nur ein Prozent der Unternehmen im gesamten DACH-Raum erfüllt sie überhaupt.“Ziel der Kooperation sei es, Unternehmen sichtbar zu machen, die Diversität, Chancengleichheit und moderne Unternehmenskultur nicht als Marketingbotschaft einsetzen, sondern deren Werte von den eigenen Mitarbeiterinnen bestätigt werden.
Gerade deshalb, so Sporrer, seien die Auszeichnungen besonders wertvoll: Sie entstehen nicht durch Juryentscheidungen oder Einreichungen, sondern ausschließlich durch authentische Bewertungen aus dem Arbeitsalltag.

Die Faktoren
Welche Faktoren hinter den ausgezeichneten Unternehmen stehen, zeigte Chesran Glidden, Vice President bei kununu, anhand aktueller Auswertungen. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Arbeitgeber nicht durch einzelne Frauenförderprogramme überzeugen, sondern durch eine Unternehmenskultur, die sich konsequent durch sämtliche Bereiche zieht.
Unternehmen, die von ihren Mitarbeiterinnen besonders gut bewertet werden, schneiden in allen relevanten Dimensionen besser ab als der österreichische Durchschnitt – angefangen bei der Führungskultur über Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zu Work-Life-Balance, Kommunikation, Vertrauen und Gleichberechtigung.
Besonders auffällig ist die hohe Weiterempfehlungsrate. Während österreichische Arbeitgeber im Durchschnitt auf rund 70 Prozent kommen, würden bei den Top Female Workplaces nahezu 90 Prozent der Mitarbeiterinnen ihren Arbeitgeber weiterempfehlen.
Für Glidden ist das kein Zufall, denn ein attraktiver Arbeitsplatz für Frauen entstehe nicht durch einzelne Programme: „Entscheidend ist eine Unternehmenskultur, in der Entwicklungsmöglichkeiten, Vertrauen, Führung und Gleichberechtigung jeden Tag gelebt werden.“ Ebenso spannend sei die Erkenntnis, dass sich Unternehmen mit einer starken Kultur nicht nur positiv auf ihre Mitarbeiterinnen auswirken, sondern insgesamt bessere Arbeitgeber*innen seien.

Chesran Glidden, Vice President B2B kununu, Amina Yassin, Teamleitung Kartenservice & Fraud Service Center beim S Servicecenter der Erste Bank und Sparkassen, Manja Kuchel, Vice President Marketing bei Cloudflight, Eszter Brhlik, Leitung Events & Operations sheconomy, mit Roman Bauer, Geschäftsführer Donauturm, Hermann Sporrer, Co-Gründer sheconomy, und Gloria Stebernjak, Redaktion und Projektmanagement sheconomy.
Top Female Workplaces zeichnen sich nicht durch einzelne Benefits aus, sondern durch eine Unternehmenskultur, die sich über alle zentralen Bereiche des Arbeitsalltags hinweg bemerkbar macht. Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied bei den Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten: Hier liegen die ausgezeichneten Unternehmen im Schnitt um 0,51 kununu Score-Punkte über dem österreichischen Durchschnitt. Auch bei der Work-Life-Balance (+0,36), der Qualität der Führung (+0,33) und der Gleichberechtigung (+0,30) erzielen sie deutlich bessere Werte. Gleichstellung wird damit nicht nur als Unternehmensziel formuliert, sondern in konkreten Karrierechancen, einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie einer vertrauensvollen Führungskultur erlebbar.
Gleichzeitig erreichen Top Female Workplaces eine durchschnittliche Weiterempfehlungsrate von 87,3 Prozent und liegen damit 16,9 Prozentpunkte über dem österreichischen Durchschnitt. Hinter diesen Ergebnissen stehen klare kulturelle Muster: Mitarbeitende erleben mehr Förderung (+14 %), identifizieren sich stärker mit ihrem Unternehmen (+14 %), verfügen über größere Freiräume (+8 %) und genießen mehr Vertrauen (+5 %). Die Ergebnisse zeigen, dass starke Arbeitgebermarken dort entstehen, wo Entwicklungsmöglichkeiten, Flexibilität, Vertrauen und Fairness fest in der Unternehmenskultur verankert sind.
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Was gute Unternehmenskultur im Alltag bedeutet
Eines der Highlights des Abends war eine Podiumsdiskussion, moderiert von Eszter Brhlik (Eventmanagerin sheconomy). Auf der Bühne diskutierten Manja Kuchel, Vice President Marketing bei Cloudflight, sowie Amina Yassin, Teamleiterin Kartenservice & Fraud Service Center beim S Servicecenter der Erste Bank und Sparkassen. Schnell wurde dabei deutlich, dass erfolgreiche Frauenförderung weit über flexible Arbeitszeiten oder einzelne Benefits hinausgeht. Manja Kuchel schilderte sehr persönlich, warum Unternehmenskultur für sie entscheidend ist. Sie erinnerte sich an eine frühere internationale Managementveranstaltung, bei der jungen Frauen geraten worden sei, möglichst leise zu sein und ihren Vorgesetzten zu unterstützen, um irgendwann selbst Karriere machen zu können.
Für sie sei genau in diesem Moment klar gewesen, dass sie in einem solchen Umfeld nicht arbeiten wolle.„Ich möchte in einem Unternehmen sein, in dem ich ich selbst sein darf.“ Vielfalt bedeute für sie nicht Anpassung, sondern Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Persönlichkeiten erfolgreich sein können.
Künstliche Intelligenz schafft Freiräume
Auch das Thema Künstliche Intelligenz spielte in der Diskussion eine wichtige Rolle. Auf die Frage, ob KI frauenfreundlichere Arbeitsplätze schaffen könne, antwortete Manja Kuchel mit einer bewusst erweiterten Perspektive. Sie glaube nicht, dass künstliche Intelligenz speziell Frauen oder Männer bevorzuge. Vielmehr könne sie Arbeitsplätze insgesamt menschlicher machen.
Routineaufgaben könnten automatisiert werden und dadurch mehr Zeit für kreative Arbeit, Innovation und zwischenmenschliche Zusammenarbeit entstehen. Gerade Menschen mit Betreuungsverantwortung oder komplexen Lebensrealitäten würden von diesen Freiräumen profitieren. „KI macht Arbeitsplätze nicht frauenfreundlicher oder männerfreundlicher, sondern menschenfreundlicher.“

Transparenz schafft Vertrauen
Wie wichtig eine gelebte Unternehmenskultur im Alltag ist, zeigte auch Amina Yassin anhand ihres eigenen Karrierewegs. Nach ihrer Karenz kehrte sie zunächst in Teilzeit ins Unternehmen zurück und entwickelte ihre Laufbahn Schritt für Schritt weiter.Dass Teilzeit oder Familienverantwortung dabei niemals als Karrierehindernis gesehen wurden, sei ein entscheidender Faktor gewesen.
„Karriere und Familie dürfen sich nie ausschließen.“ Heute setzt sie sich selbst als Führungskraft dafür ein, Mitarbeiterinnen ausschließlich nach ihren Fähigkeiten und Leistungen zu fördern – unabhängig vom Arbeitszeitmodell. Besonders wichtig seien transparente Gehaltsmodelle, flexible Arbeitszeiten, Betriebskindergärten und eine Unternehmenskultur, die Chancengleichheit nicht nur verspreche, sondern sichtbar mache. „Wenn Frauen sehen, dass Führungspositionen tatsächlich mit Frauen besetzt werden und gleiche Chancen gelebt werden, entsteht Vertrauen. Dann wird Gleichberechtigung Realität.“

Die besten Arbeitgeber Österreichs
Im Anschluss an die Diskussion wurden die diesjährigen Top Female Workplaces ausgezeichnet.
Den ersten Platz sicherte sich die Ndigital Consulting GmbH, die sich seit ihrer Gründung 2019 zu einem der führenden Recruiting-Partner der Planungs-, Bau- und Immobilienbranche entwickelt hat.
Auf Platz zwei folgt die Smarter Ecommerce GmbH aus Linz, die mit ihrer modernen Unternehmenskultur und hohen Bewertungen in den Bereichen Vielfalt und Arbeitsatmosphäre überzeugen konnte.
Den dritten Platz belegt die Monel GmbH, die bereits zum dritten Mal in Folge zu den besten Arbeitgebern für Frauen zählt.

Die Top 3 KMU in Deutschland
Mit über 99 Prozent gehören die meisten Unternehmen in Deutschland zur Kategorie der Klein- und Mittelunternehmen (KMU). In welchen Klein- und Mittelunternehmen sind Frauen in Deutschland besonders zufrieden?
Platz 1: Momentum Media Consulting GmbH
Mit einem Ranking Score von 4,99 von 5 Punkten sichert sich die Saarbrückener Momentum Media Consulting GmbH den ersten Platz der Top Female Workplaces 2026 in Deutschland. Das Marketing-Unternehmen beschreibt seinen Umgang mit Kund:innen, Berater:innen und Coach:innen mit den Worten „Wir hören zu“ – offenbar gilt das auch für die Bedürfnisse der weiblichen Beschäftigten.
Platz 2: Dorow Clinic
Die Dorow Clinic aus Waldshut-Tiengen erreicht den zweiten Platz. Die Klinik für Schönheitschirurgie und Zahnmedizin überzeugt nicht nur Patient:innen, sondern auch ihre Mitarbeiterinnen. Auf kununu erhält sie jeweils 4,9 Sterne in den Kategorien Gleichberechtigung, Umgang mit älteren Kolleg:innen und Arbeitsatmosphäre. Die Unternehmenskultur wird als modern wahrgenommen und liegt 37 Prozent über dem Branchendurchschnitt.
Platz 3: Seniorenbetreuung Saar GbR
Den dritten Platz belegt die Seniorenbetreuung Saar GbR aus Schiffweiler. Das Unternehmen unterstützt Senior:innen im Landkreis Saarlouis im Alltag sowie bei Reisen und überzeugt mit hoher Mitarbeiterinnenzufriedenheit.