Das sind die Frauen hinter Wiens neuer Hospitality-Generation
Zwei Frauen, zwei Hotels, zwei unterschiedliche Wege in der Hotellerie: Franziska Beigel, Operations Manager im Radisson RED Vienna, und Anica Remetić, General Manager des Radisson Blu Das Triest Hotel, wissen, dass guter Hotelbetrieb weit über reibungslose Abläufe hinausgeht. Für die eine zeigt sich Führung besonders dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft, für die andere in der Fähigkeit, Veränderung mit Klarheit und einer starken Unternehmenskultur zu gestalten.
Im Stuwerviertel, rohe Betonstrukturen, zeitgenössische Kunst, Donaukanal-Blick vom Rooftop – das Radisson RED hat sich nie um klassische Business-Hotellerie bemüht. Ihr GM kannte Franziska Beigel von einer früheren gemeinsamen Station und holte sie gezielt ans RED. Heute verantwortet sie ein Haus, in dem mehrere zentrale HOD-Positionen von Frauen besetzt sind – darunter Operations, Meetings & Events und Front Office.
Mehrere Frauen sind im Radisson RED in HOD-Positionen. Ist das Absicht?
Franziska Beigel: Das Ergebnis davon, einfach auf die Person zu schauen und nicht auf die Kategorie. Wir haben die Besten geholt. Die Dynamik ist trotzdem besonders: sehr direkt, lösungsorientiert, wenig Ego. Das beschleunigt Entscheidungen.
Die REDROOF Bar – was macht diesen Ort aus?
Franziska Beigel: Sie ist der Puls des Hauses. Wenn die Bar gut läuft, stimmt die Energie im ganzen Haus. Gäste, Locals, Musiker, Kreative – Menschen, die nichts miteinander zu tun haben, außer dass sie gerade alle hier sein wollen. Das Team muss die Atmosphäre lesen. Das steht in keinem Handbuch.
Eine kaiserliche Kutschenwerkstatt im 4. Bezirk, Innenhof, stille Grandeur – Das Triest trägt einen Namen, der in Wien für sich steht. Anica Remetić ist die zweite GM seit der Wiedereröffnung und zum ersten Mal in dieser Rolle. Ihr Hintergrund: MSc in Unternehmensführung, Masterarbeit im Change Management, Karriere durch Hotel-Openings und Rebrandings in der Wiener Hotellerie.
Sie sind zum ersten Mal GM – in einem Haus mit bereits gesetzten Erwartungen. Wie fühlt sich das an?
Anica Remetić: Ich komme nicht in ein leeres Haus. Das gibt Boden unter den Füßen – und Spielraum, die nächste Phase wirklich zu prägen. Ich hätte es mir einfacher machen können. Aber ich glaube, man wächst in Rollen, die einen fordern.
Bistrot Bertarelli, Silber Bar, Apotheke – drei sehr verschiedene Orte. Was steckt dahinter?
Anica Remetić: Wir wollten Orte, die eigenständig funktionieren. Das Bistrot Bertarelli ist ein Mailänder Konzept erstmals in Wien. Die Silber Bar hat einen Status in Wien, den man nicht kaufen kann. Und die Apotheke als Event-Space ist ein Ort mit Gedächtnis – das kann man nicht bauen.