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Neue Direktorin für das Jüdische Museum Wien

Barbara Staudinger wird 2022 die neue Direktorin des Jüdischen Museums Wien. Aktuell leitete die 48-Jährige das Jüdische Museum in Augsburg und unterrichtet Europäische Ethnologie und Volkskunde an der Universität Augsburg.

Staudiger wurde einstimmig von der Findungskommission aus 20 Bewerber*innen aus dem In- und Ausland ausgewählt. Darunter befand sich auch die derzeit aktuelle Amtsinhaberin, Danielle Spera. Elf Jahre lang leitete die 64-Jährige das Jüdische Museum Wien und wollte ihren Vertrag noch einmal verlängern. Warum die Wahl trotz eines offenen Briefs, in dem zahlreiche Prominente ihre Unterstützung für Spira aussprachen, auf Barbara Staudinger fiel, begründet die Wiener Kulturstadträten Veronice Kaup-Hasler (SPÖ) so: “Aufbauend auf der großartigen Arbeit von Danielle Spera wird sie ein neues Kapitel in der Geschichte des Museums schreiben, das einen besonderen Fokus auf die wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlung, die Vermittlung und den Rezeptionsgewohnheiten einer jungen Generation legt: Digitale Formate werden ausgebaut, gesellschaftspolitische Diskurse stärker in der Stadt verankert und die Sammlung intensiver vermittelt.”

Viel Lob für Danielle Spera

Von Staudinger erwartet sich die Wien Holding, zu der das Jüdische Museum Wien gehört, demnach, näher an den Bedürfnissen der Jungen dran zu sein als ihre Vorgängerin. Diese wurde nach der Bekanntgabe der Personalentscheidung von allen Seiten für ihre Arbeit gelobt: “Wir übergeben ihr (Anm.: Barbara Staudinger) ab Mitte 2022 ein ausgezeichnet geführtes Haus, das Danielle Spera durch ihre hervorragende Arbeit und ihr unermüdliches Engagement zu einem Fixpunkt der Wiener Museumslandschaft gemacht hat”, so Peter Hanke (SPÖ), der für die Wien Holding zuständige Stadtrat, in einer Aussendung. Medienberichten zufolge ist unklar, ob die Entscheidung gegen Spira doch auch mit politischen Differenzen zwischen Spiras Ehemann, dem ÖVP-Nationalratsabgeordneten Martin Engelberg, und der Wiener SPÖ bzw. den Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Zusammenhang stehe.

Staudinger ist Expertin für jüdische Geschichte

Barbara Staudinger ist jedenfalls keine Fremde zum JMW: Von 2005 bis 2007 war sie dort bereits Kuratorin. Die Wienerin arbeitete im Anschluss einige Jahre als freie Ausstellungskuratorin in Wien und entwickelte in dieser Zeit etwa Ausstellungen im Wien Museum, im Museum für Volkskunde, sowie im Weltmuseum und Jüdischen Museum Wien. Seit 2018 steht sie dem Jüdischen Museum Augsburg vor, seit 2014 ist Staudinger zudem Mitglied des kuratorischen Teams für die Neugestaltung der österreichischen Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Ihre Position als neue Direktorin des Jüdischen Museums Wien wird sie im Juli 2022 antreten.

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