„Entwicklung passiert nicht zufällig“
Was braucht es, damit Female Leadership funktionieren kann?
Female Leadership funktioniert nur nachhaltig, wenn die Organisation
das richtige Mindset mitbringt. Entscheidend ist, dass Mitarbeitende diese Kultur an jedem Berührungspunkt mit dem Unternehmen erleben – bei Führungsentscheidungen, Entwicklungsgesprächen, Beförderungen und in der Zusammenarbeit. Dazu gehört, gesellschaftlich geprägte Annahmen offen zu hinterfragen. Themen wie Sichtbarkeit, Karriereambitionen oder Familienplanung dürfen keine Tabus sein. Gleichzeitig müssen aus Diskussionen konkrete Maßnahmen entstehen.
Wie werden weibliche Führungskräfte bei PARSA Beauty konkret unterstützt?
Mit einem Frauenanteil von rund 85 Prozent erleben wir viele Themen anders als in klassischen Männerdomänen. Deshalb setzen wir nicht auf Sonderprogramme für Frauen, sondern auf eine Unternehmenskultur, die Entwicklung für alle ermöglicht. Unsere Führungskräfte haben die Möglichkeit, mit externen Coaches zusammenzuarbeiten und persönliche Herausforderungen in einem geschützten Rahmen zu reflektieren. Besonders wichtig ist uns, Frauen früh Verantwortung zuzutrauen. Unsere Employer Value Proposition lautet „Deine schönste Entwicklung“. Dahinter steckt die Überzeugung, dass Entwicklung nicht zufällig passiert, sondern aktiv ermöglicht werden muss.
Welche Rolle spielt das Mindset für den Karriereweg von Frauen?
Karriere bedeutet nicht nur, gute Arbeit zu leisten, sondern sie auch sichtbar zu machen – in Meetings, Projekten, Präsentationen und Gesprächen. Karrierefördernd ist ein Mindset, das Chancen erkennt und ergreift. Gleichzeitig müssen Unternehmen aktiv Räume schaffen, in denen Menschen sichtbar werden können. Was wir Frauen häufig mitgeben, ist die Ermutigung, nicht zu lange auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Niemand muss bereits die perfekte Führungskraft sein, bevor sie Verantwortung übernimmt.
Einer Ihrer Slogans lautet „Lead Like Her“. Was könnten männliche Führungskräfte von Female Leaders lernen?
Die ehrliche Antwort lautet: Vielleicht gar nichts. Wir glauben nicht an die Romantisierung eines weiblichen Führungsstils. Genauso wenig wie an das Bild, dass erfolgreiche Führung traditionell männlich sein muss. Der Gedanke hinter „Lead Like Her“ ist ein anderer: Wir wollen hinterfragen, warum wir Eigenschaften als männlich oder weiblich bewerten. Warum wird Durchsetzungsfähigkeit bei Männern oft als Stärke und bei Frauen als Härte wahrgenommen? Warum wird Empathie als weibliche Kompetenz eingeordnet, obwohl sie für jede Führungskraft essenziell ist? Für uns geht es nicht darum, von Frauen oder Männern zu lernen. Es geht darum, voneinander zu lernen. Deshalb ist „Lead Like Her“ vor allem eine Einladung zum Dialog. Über Führung, Vorurteile, Erwartungen und die Frage, welche Art von Leadership wir in Zukunft brauchen.