Durch ihre Bemühungen für mehr Diversität und belegbar gute Performance in Führungsposition, finden immer mehr Frauen den Weg an die Verhandlungstische von Unternehmen. Oft kommt es jedoch vor, dass sie von Ihren männlichen Kollegen nicht gehört werden. Besonders in Zoom Calls zeigt sich, dass dabei zu sein nicht immer bedeutet auch eine Stimme zu haben. Doch kein Grund zur Sorge, es gibt genügend Strategien um die eigenen Wortanteile zu steigern.

Durch die Covid-19 Pandemie mussten sich Unternehmen auf neue Arten der Kommunikation einstellen. Dadurch erlebten Videokonferenzplattformen wie Zoom, Skype und Google Hangouts ein explosionsartiges Wachstum. Die bereits bekannten Ungleichheiten in Face to Face Meetings, scheinen sich aber auch in der Onlinewelt zu manifestieren. Fast die Hälfte (45 Prozent) der befragten weiblichen Führungskräfte in den USA gaben in einer von Catalyst durchgeführten Umfrage an, dass es für Frauen schwierig sei, in virtuellen Meetings das Wort zu ergreifen. Jede fünfte Frau hatte sogar das Gefühl, in solchen Gesprächen ignoriert zu werden.

Forscher der Brigham Young University in den USA fanden heraus, dass die Geschlechterdynamik, die Frauen ausbremst, selbst in wohlwollenden Gesprächsumgebungen zum Tragen kommt. Männliche Führungskräfte werden als kompetenter wahrgenommen wenn sie mehr sprechen. Weibliche Führungskräfte, die häufiger sprechen, wird hingegen eine niedrigere Kompetenz zugerechnet. Frauen werden als weniger autoritär und einflussreich wahrgenommen. Dies ist wohl auch ein Grund warum die Hälfte der befragten Frauen des Women in Workplace Reports die Erfahrung gemacht, unterbrochen oder übergangen zu werden. Bei 38 Prozent wurden sogar Lorbeeren für eigene Ideen von anderen Kollegen eingeheimst.

Um diese Dynamik umzukehren haben BYU Forscherinnen verschiedene Wege gefunden um die Stimme der Frau in Meetings zu stärken:

  • Männer gehen in Diskussionen mit der Erwartung, selbst einflussreich zu sein. Wichtig ist, dass Frauen sich auch so fühlen. Männern muss die Dringlichkeit des Zuhörens nahegebracht werden. Bei ihnen geht es vor allem darum sich der Dynamik bewusst zu werden.
  • Frauen sollen sich nicht davor scheuen das Wort zu ergreifen und keine Furcht davor haben Geschlechterrollen zu verletzen. Wenn Frauen selbstbewusst im Gespräch auftreten, sehen andere Frauen das und reagieren darauf.
  • Mangel an positiver Unterstützung, in Kombination mit Unterbrechungen, entwertet Frauen im Gespräch. Wer unterbrochen wird, sollte darauf aufmerksam machen, den eigenen Gedanken zu Ende führen zu wollen. Auch Kolleginnen können in solchen Situationen unterstü
  • Wenn für Entscheidungen Einstimmigkeit herrschen muss, hören Männer besser zu. Schließlich ist dann jede Person im Meeting gleich Entscheidungskräftig und es gilt eine Mehrheit zu erzielen. In einer solchen Umgebung kann es Frauen leichter gelingen ihre Punkte einzubringen.
  • Auch Führungskräfte können ihren Beitrag leisten, indem sie die richtigen Signale aussenden. Die Forscherinnen der BYU empfehlen, sich um Einigkeit zu bemühen und gemeinsam zu beraten, bis alle mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Obwohl es nicht immer leicht ist. Das Ziel sollte lauten, das Gesprächsklima im Raum zu verändern, egal ob real oder virtuell. Unternehmen, die planen, eine Arbeitskultur der Gleichberechtigung zu schaffen, müssen verstehen, dass dies nur mit voller Überzeugung und dem richtigen Engagement umzusetzen ist. Hierfür benötigt es aber auch Role Models die auf Probleme aufmerksam machen und den Mut haben Veränderung herbeizuführen.

 

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