Ihre All But Sugar GmbH stellt eine gesunde Alternative zu Zucker her. Warum wird die gebraucht?

Zucker ist eine der funktional vielseitigsten Zutaten in der Lebensmittelherstellung. Er prägt nicht nur die Süßwahrnehmung, sondern beeinflusst auch Textur, Bräunungsreaktionen, Fermentation sowie das gesamte Verarbeitungsverhalten. Ein echter 1:1-Ersatz ist daher weit mehr als eine Frage der Süßkraft, er stellt eine anspruchsvolle technologische Herausforderung dar.

Wie kommt Ihr Produkt zustande?

Wir kopieren Zucker: gleicher Geschmack, gleiche Anwendung ohne künstliche Süßungsmittel und ohne Kompromisse für die Gesundheit. Wie machen wir das? Wir haben die erste Plattformtechnologie entwickelt die Data Science, Prozessinnovation und Applikationstechnologie mit ernährungs- und gastroenterologischer Expertise zusammenführt, um die sensorischen und funktionellen Eigenschaften von Zucker nachzubilden – ohne die typischen Nebenwirkungen herkömmlicher Zuckerersatzstoffe.  Das Ergebnis ist eine perfekte Imitation von Zucker in Form von 1-zu-1-Plug-and-Play-Lösungen für jede Lebensmittelapplikation mit wertvollen Ballaststoffen und deutlich weniger Kalorien als Haushaltszucker.

All But Sugar ist nicht Ihr erstes Gründungsprojekt…

All But Sugar ist tatsächlich das erste Unternehmen, das ich offiziell selbst gegründet habe – und zugleich das erste Projekt, das vollständig aus meiner eigenen Idee und Leidenschaft heraus entstanden ist. Zuvor war ich bereits an einem Startup beteiligt, das wir letztlich aufgrund ungelöster IP-Herausforderungen nicht weitergeführt haben. Diese Erfahrung hat meinen Blick für Substanz, Schutzfähigkeit und langfristige Tragfähigkeit von Innovationen stark geschärft.

Was fasziniert Sie am Unternehmertum?

Der Wunsch, selbst etwas Neues aufzubauen, war jedoch schon sehr früh da. Mit etwa fünfzehn hatte ich meine erste ernsthafte Businessidee. Noch früher, mit elf oder zwölf, habe ich Geschichten für meine kleine Schwester geschrieben und davon geträumt, einmal ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Rückblickend war dieser Drang, etwas Eigenes zu erschaffen, immer präsent. Zwischen meinen frühen Ideen und All But Sugar lagen verschiedene Ansätze, Projekte und Lernphasen, die für meinen Weg entscheidend waren. Mit All But Sugar habe ich schließlich ein Unternehmen auf dem Problem Zuckerüberkonsum aufgebaut, das mich persönlich betroffen, extrem interessiert und stark motiviert hat. Ich war mir sicher, dass ich mit ausreichend Disziplin mit dem richtigen Umfeld in der Lage bin, an einer echten Lösung zu arbeiten. Wenn mich ein Thema einmal wirklich packt, gehe ich sehr tief hinein und bin ein echter Nerd, haha.

Wie sind Sie auf das Thema Zucker gekommen?

Bereits 2017 habe ich mich intensiv damit beschäftigt, ausgelöst durch die Erkrankung meiner Großmutter. 2021 habe ich dann die bewusste Entscheidung getroffen, wirklich in die Forschung zu gehen. Es hat mich nicht losgelassen, dass es für ein so großes, alltägliches Problem bis dahin keine überzeugende Lösung gab. In diesem Moment war klar: Genau daran möchte ich langfristig arbeiten und darauf ein Unternehmen aufbauen, was nach positiven Forschungsergebnissen dann Mitte 2024 der Fall war.

Sie haben am Förderprogramm Austria Wirtschaftsservice (aws) Preseed – Innovative Solutions teilgenommen. Welche Voraussetzungen mussten Sie dafür erfüllen?

Ich war selbst nicht für die Einreichung dieser Förderung verantwortlich, aber grundsätzlich geht es bei aws Preseed darum, dass man ein wirklich innovatives, technologiebasiertes Projekt vorweisen kann. Es reicht nicht, einfach nur ein weiteres Unternehmen zu gründen, man muss zeigen, dass man etwas Neues schafft, das ein relevantes Problem löst und einen klaren technologischen Mehrwert bietet. Wichtig sind ein starkes Produkt, ein realistischer Umsetzungsplan und ein kompetentes Team. Im Kern muss man nachweisen, dass man die Vision auch in die Praxis umsetzen kann. Innovation, Umsetzungsfähigkeit und Teamqualität sind meiner Meinung nach die entscheidenden Kriterien

Welchen Rat würden Sie einer Frau geben, die zum ersten Mal ein Unternehmen gründet?

Ich würde einer Frau denselben Rat geben wie einem Mann: Wenn man an etwas glaubt, sollte man es konsequent verfolgen. Entscheidend ist, sich früh die richtigen Menschen an die Seite zu holen, Menschen, die ähnliche Wege bereits gegangen sind und als Door Opener, Sparringspartner und zur Fehlerprävention unterstützen können.

Zentral sind ein starkes Team und die frühe, ehrliche Suche nach Product-Market-Fit – zu verstehen, ob das, was man aufbaut, tatsächlich gebraucht wird. Man sollte sich immer wieder die Frage stellen: Löse ich damit wirklich ein relevantes Problem? Und manchmal gehört auch der Mut dazu, Dinge trotzdem zu tun, selbst dann, wenn andere davon abraten. Fehler sind unvermeidlich und gehören zum Prozess. Man sollte sich früh davon verabschieden, alles richtig machen zu wollen. Viel wichtiger ist es, aus Fehlern zu lernen und sie wenn möglich nicht zu wiederholen.

Was sind die besten Fehler, die man machen kann?

Rückblickend finde ich, bereut man meist weniger die Dinge, die man getan hat, als jene, die man sich nicht getraut hat. Unternehmertum erfordert immer wieder Mut, die Bereitschaft, über den eigenen Schatten zu springen, und auch die Akzeptanz, sich gelegentlich zu übernehmen. Gerade daraus entstehen die wichtigsten Lernprozesse. Es ist ja nach wie vor ein Learning Prozess, der ja nie abgeschlossen ist. Und dann: einfach machen. Dranbleiben, auch wenn es schwierig wird. Resilienz ist die wichtigste Eigenschaft. Man lernt, die schönen Momente mehr zu schätzen, wenn man auch die herausfordernden kennt.  Es ist auch wichtig zu erkennen, wie man mit Kritik umgeht und vor allem zu unterscheiden, welche Kritik berechtigt ist und welche nicht. Berechtigte Kritik sollte man ernst nehmen, sich selbst reflektieren und daraus lernen. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht alles ungefiltert zu übernehmen und nicht jedem Rat automatisch zu folgen. Ich selbst habe auch schon mal unfaire oder schlicht falsche Aussagen über mich gehört. In solchen Momenten ist es wichtig, sich nicht in die Opferrolle zu begeben, stattdessen denke ich mir immer: und jetzt erst recht!

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