One/Size: Make-up, das Grenzen sprengt

„Listen, I’m a gay, plus size, make-up-wearing, fashion loving Filipino man.“ Ginge es nach den Gesetzen der jenigen, die die Kosmetikin dustrie jahrzehntelang fest im Griff hatten, hätte Patrick Starr keine Chance gehabt. Als Sohn philippinischer Einwanderer fühlte sich der inzwischen 35jährige Amerikaner die längste Zeit seines Lebens unsichtbar. Weil niemand in der Beauty-Welt so aussah wie er, launchte er 2013 einen eigenen YouTube Channel – und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum digitalen Superstar. Starrs erste eigene Makeup-Brand „One/Size“ ist nicht nur Asian- und LGBTQ+-owned, sondern bietet auch Produkte, die auf allen Haut
farben- und -texturen funktionieren.

Nø Cosmetics: Nein zu überflüssigen Kategorisierungen

Was man von einem Vater lernen kann, der jahrelang für Kosmetikgiganten wie L’Oréal gearbeitet hat? Zum Beispiel, dass es auch anders geht. Ernüchtert von dem, was deutsche Drogerien damals anzubieten hatten, entwickelte Caroline Renée Kroll mit gerade mal 22 Jahren die Idee zu „Nø Cosmetics“: eine Brand, die nicht nur auf umstrittene Wirkstoffe, sondern auch auf völlig überholte Standards verzichtet. Während die meisten Konkurrent*innen immer noch in Altersgruppen, Geschlechter-Unterteilungen und Hauttypen denken, verfährt Nø Cosmetics nach dem One-fits-all-Prinzip: gender-neutral verpackt, unmissverständlich deklariert und überraschend bezahlbar. So zählt das einstige Mini-Start-up heute zu den erfolgreichsten Beauty-Disruptoren Deutschlands. Kein Wunder.

Shabbes: Makeup Koschere Kosmetik

Obwohl weltweit etwa 14 Millionen Menschen dem Judentum angehören, spielen deren Bedürfnisse in der Kosmetikindustrie bisher kaum eine Rolle. Yael Cohen Shor will das ändern: Mit „Shabbes Makeup“ gründete die Israelin eine der ersten koscheren Beauty Brands, die es gläubigen jüdischen Menschen erlaubt, sich sogar an Feiertagen und für die so genannte Shabbatruhe zurechtzumachen. Alle Produkte der Linie sind außerdem hundertprozentig natürlich und „cruelty free“ – also auch safe für Veganer*innen.

HOLGER PUHL FOTOGRAFIE, ELIZABETH SHRIER, BEIGESTELLT
Salon Mode & Beauty