StartErfolg„KI-Assistenten sind Sparringspartner“

„KI-Assistenten sind Sparringspartner“

Lisa Weinert, AI-Managerin bei der msg for banking ag, beschäftigt sich mit den regulatorischen Anforderungen von KI. Im Interview erklärt sie, wie man ein traditionelles Thema mit moderner Technik verknüpft.

Sie sind bei msg for banking im Bereich Artificial Intelligence tätig. Wie sind Sie zu diesem Berufsfeld gekommen?

Ich bin ursprünglich über einen ungewöhnlichen Weg in die IT gekommen: Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau gemacht und einige Jahre in diesem Bereich gearbeitet. Mit der Finanzkrise habe ich mich neu ausgerichtet und bin durch Zufall ins Anforderungsmanagement einer Heizöl-Vergleichsplattform gewechselt – dort als Schnittstelle zwischen Plattform, Betreiber*innen, Kund*innen und Händler*innen. Berufsbegleitend folgte zunächst ein BWL-Studium, später – mit dem Wechsel in die Beratung – der Master in Wirtschaftsinformatik. Bei der msg for banking ag startete ich im Bereich Process Excellence; daraus hat sich Schritt für Schritt AI-Business Development entwickelt. Heute verbinde ich Prozessoptimierung und -automatisierung mit KI und Microservices – mit einem klaren Fokus auf Regulatorik: Wie setzen Banken KI rechts- und aufsichtskonform ein, vom ersten Use Case bis zum skalierbaren Betrieb?

Sie verbinden dabei zwei unterschiedliche Welten

Genau. Regulatorik gilt oft als „alte Welt“ – nüchtern, formal, stark prozess- und nachweisgetrieben. Die „neue Welt“ ist KI: schnell, experimentell, wertschöpfungsorientiert. Meine Aufgabe ist es, beides zusammenzuführen. In der Praxis heißt das: Wir starten mit einem konkreten, geschäftsrelevanten Use Case – zum Beispiel einem Knowledge-Lake-Ansatz oder einem Corporate-GPT – und verankern Governance von Beginn an („by design“): Risikoklassifizierung, KI-Register, Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen, Rollen & Verantwortlichkeiten, dokumentierte Human-Oversight-Mechanismen. So entsteht aus einem Pilotprojekt ein belastbares, audit-festes Betriebsmodell, das Nutzen stiftet und skaliert.

Was ist für Sie das Faszinierende an KI? Welche Chancen bietet sie – speziell für Frauen?

KI erweitert unsere Fähigkeiten – sie ist ein produktiver Sparringspartner, der Recherche, Strukturierung und Ideengenerierung beschleunigt und damit Raum für Urteilsvermögen, Kreativität und Kommunikation schafft. Gerade in hybriden Settings hilft ein KI-Assistent, den spontanen Büro-Austausch digital zu ergänzen: Er liefert Impulse, die ich kritisch prüfe und weiterdenke. Für Frauen – und eigentlich für alle – entstehen dadurch sehr konkrete Chancen: Zugang zu Expertise unabhängig von Hierarchien, flexible Arbeitsmodelle, effizientere Vorbereitung auf Meetings und Entscheidungen. Wichtig bleibt: Wir nutzen KI reflektiert, achten auf Datenqualität, Fairness und Transparenz – und behalten die menschliche Aufsicht bewusst in der Hand.

FotomaterialMSG for Banking AG

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