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Anhaltende Lieferengpässe und die neue Corona-Welle belasten die globale
Konjunkturerholung. Umso mehr rücken stabile Börsen-Investments in den Fokus,
zu denen Unternehmen zählen, die von Familien und Eigentümer*innen geführt werden. Womit insbesondere dieses Aktiensegment im aktuellen Umfeld punktet, hat sich Sheconomy angesehen.

An den globalen Börsen weht ein zunehmend rauer Wind. Anhaltende Lieferengpässe und steigende Energiepreise, die vor allem auf den Aufholprozess nach den harten Lockdowns im Jahr 2020 zurückgeführt werden, machen Industrie und privaten Haushalten weltweit zu schaffen und heizen obendrein die Inflation weiter an. Allein im Oktober stieg die Inflationsrate in den USA um 6,2 Prozent auf Jahressicht, in der Eurozone um 4,1 Prozent – der höchste Wert seit 2008, wobei ein rasches Abebben nicht in Sicht ist. Volkswirtin Ulrike Karstens von der Deutschen-Bank-Vermögensverwaltungstochter DWS sagt, „die jüngsten Preissprünge bei Energie und Elektrizität haben sich noch nicht in der Inflation niedergeschlagen“. Angesichts solcher Entwicklungen wird eine sorgfältige Aktienwahl
umso wichtiger. Anlegerinnen sollten den Fokus vor allem auf jene Konzerne legen, die selbst in solch einem kniffligen Umfeld etwa Preissteigerungen durchsetzen können. Dabei könnte der Blick auf Unternehmen, die von Eigentümer*innen und Familien geführt werden, besonders interessant sein, wobei eine ganze Reihe solcher Unternehmen an Europas Börsen gelistet ist. Sie zählen dort meist zu den kleinen, aber feinen Nebenwerten abseits der Liga der großen, multinationalen Konzerne. Und haben sich oftmals mit speziellen
Nischenprodukten erfolgreich etabliert.

Solide Bilanzen, fokussierte Geschäftsmodelle

Brigitte Olsen, Lead Portfoliomanagerin der Bellevue Entrepreneur Investments und Fondsmanagerin des BB Entrepreneur Europe Small Bellevue Funds (LU0631859229), nutzt seit vielen Jahren Chancen bei jenen Gesellschaften, die von einer Unternehmer*in oder einer Familie mit mindestens 20 Prozent der Stimmrechtsanteile maßgeblich beeinflusst werden. Olsen kennt das Segment deshalb sehr genau. Und verweist auf einige Eigenschaften solcher Firmen, die sich inmitten der Corona-Krise als besonders wichtige Stütze erwiesen haben: „Aufgrund solider Bilanzen, fokussierter Geschäftsmodelle, kurzer Entscheidungswege und einer starken Unternehmerkultur konnten sich solche Unternehmen in der Covid-Krise weiterhin auf Innovation und strategische Weiterentwicklung fokussieren“.

Familien und Gründer*innen haben meist einen substanziellen Anteil
in das Unternehmen investiert.

Birgitte Olsen
Portfoliomanagerin, Bellevue AM

Gerade der Aspekt solider Bilanzen rückt im aktuellen Umfeld zunehmend in den Fokus. Der Grund liegt in der schrittweisen Zinswende, die bereits in vielen Regionen eingesetzt hat. Erste Zentralbanken, wie etwa jene in Norwegen, haben ihren Leitzins nach Jahren der Tiefzinspolitik jüngst erstmals angehoben. Auch die Renditen für längere Laufzeiten bei Anleihen und Krediten klettern seit Monaten nach oben. Die Finanzierung von Fremdkapital verteuert sich damit ein gutes Stück, wenngleich die Folgen auf die globale Unternehmenslandschaft unterschiedlich ausfallen. Aufgrund ihrer überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalquote von 60 bis 70 Prozent sind etwa eigentümergeführte Unternehmen sehr krisenresistent, da sie nicht auf externe Kreditgeber angewiesen sind.

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen SHEconomy-Ausgabe. Den gesamten Artikel können Sie hier lesen.

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