Feinfühligkeit, eine ausgeprägte Wahrnehmung und emotionale Intelligenz werden im Berufsleben noch immer häufig als Schwäche missverstanden. Besonders in leistungsorientierten oder männlich geprägten Umfeldern entsteht bei vielen Frauen das Gefühl, „zu sensibel“ zu sein. Doch gerade die Fähigkeit, Stimmungen, Dynamiken und komplexe Zusammenhänge früh zu erkennen, kann zu einer entscheidenden Leadership-Kompetenz werden.

Genau diesem Perspektivwechsel widmet sich Evelyn Dechant-Tucheslau auch in einer neuen Ausgabe der sheconomy Career Session am 21. September. Die Leadership-Coachin und Organisationsberaterin zeigt, wie feinfühlige Frauen ihre Wahrnehmung als strategische Ressource einsetzen, souveräner mit Reizdichte umgehen und klar führen können, ohne sich selbst zu verbiegen. Auf Basis des SENDA-Modells für NeuroSensitive Leadership verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Impulsen für einen wirksamen und langfristig gesunden Führungsalltag.

Im Interview für die Serie „know she knows“ spricht Dechant-Tucheslau über ihren eigenen, keineswegs geradlinigen Karriereweg, die Kraft von Empathie und Intuition sowie die Frage, warum die Führung der Zukunft Klarheit und Menschlichkeit gleichermaßen braucht.

Was war Ihr persönlicher Game-Changing-Moment?

Mein Berufsweg war alles andere als geradlinig. Als kreativer und vielseitig interessierter Mensch hatte ich ursprünglich künstlerische Ambitionen. Gleichzeitig komme ich aus einer Lehrerfamilie, in der Bildung einen hohen Stellenwert hatte. Deshalb entschied ich mich für ein Lehramtsstudium in Anglistik und Germanistik, sammelte parallel dazu Erfahrungen im Schauspiel und begann schließlich als junge, alleinerziehende Mutter an einer Handelsakademie zu unterrichten. Damals brauchte ich vor allem eines: einen sicheren Arbeitsplatz.

Der erste Game-Changer war genau diese Entscheidung. Obwohl mir die Welt der Wirtschaft zunächst fremd war, eröffnete sie mir neue Perspektiven und weckte mein Interesse für unternehmerische und wirtschaftliche Zusammenhänge. Rückblickend überrascht mich das eigentlich nicht. Meine beiden Großeltern väterlicherseits waren selbstständig: Mein Großvater führte in der Nachkriegszeit ein Tiefbauunternehmen, meine Großmutter ein Wollgeschäft. Vielleicht habe ich tatsächlich ein kleines „Unternehmerinnen-Gen“ geerbt. 

Ein weiterer Wendepunkt war das Angebot, an eine Wiener Hochschule zu wechseln. Dort entdeckte ich meine Leidenschaft für Führung und sammelte als Zentrumsleiterin umfassende Erfahrungen in Personal- und Organisationsentwicklung, Projektmanagement und der Begleitung von Führungskräften.

Der vielleicht größte Game-Changer entstand jedoch aus einer Krise. Eine gesundheitliche Herausforderung brachte mich dazu, mein Leben und meine Arbeit neu zu überdenken. Daraus entwickelte sich schließlich meine Selbstständigkeit – und die Frage: Was möchte ich wirklich noch in die Welt bringen? Rückblickend war genau diese Krise einer der wichtigsten Auslöser für meinen heutigen beruflichen Weg.

Heute begleite ich als Sensitive Leadership Coach feinfühlige Frauen in Führung oder auf dem Weg dorthin. Ich unterstütze sie dabei, ihre Wahrnehmungsstärke in Führungsstärke zu verwandeln und mit Klarheit, Empathie und Selbstvertrauen zu führen – ohne sich zu verbiegen.

Was hätten Sie zu Beginn Ihrer Karriere gebraucht, was damals noch nicht vorhanden war, aber heute verfügbar ist?

Rückblickend hätte ich mir zu Beginn meiner Karriere vor allem eine individuelle Berufs- und Laufbahnberatung gewünscht. Als ich nach der Matura vor dieser Entscheidung stand, war die Auswahl an Studien- und Ausbildungswegen deutlich kleiner als heute. In meinem Umfeld war der klassische Weg klar: studieren gehen.

Was mir damals gefehlt hat, war jemand, der gemeinsam mit mir auf meine Stärken, Interessen und Potenziale blickt und daraus mögliche berufliche Wege entwickelt. Berufsorientierung war zu dieser Zeit noch weit weniger verbreitet als heute.

Die heutige Generation hat hier einen großen Vorteil. Neben professionellen Beratungsangeboten gibt es digitale Plattformen, Netzwerke und Informationsquellen, die einen viel breiteren Blick auf die Welt der Möglichkeiten eröffnen. Junge Menschen können heute Berufe, Lebenswege und Karriereoptionen entdecken, von denen meine Generation oft gar nichts wusste.

Wenn ich mir etwas hätte wünschen können, dann genau diese Kombination aus persönlicher Begleitung und Zugang zu einer größeren Vielfalt an Möglichkeiten. 

Was hatte den größten Impact auf Ihre Laufbahn?

Den größten Impact auf meine Laufbahn hatten vermutlich weniger einzelne Ereignisse als meine Haltung zum Lernen und zur Entwicklung.

Ich war immer ein neugieriger Mensch. Mich interessiert, wie Menschen, Organisationen und Systeme funktionieren, und ich liebe es, Zusammenhänge zu erkennen und unterschiedliche Perspektiven miteinander zu verbinden. Diese Neugier hat mich durch alle beruflichen Stationen begleitet.

Ebenso wichtig war meine Ausdauer. Nicht jede berufliche Phase war einfach, und ich habe durchaus Momente erlebt, in denen ich gezweifelt habe. Entscheidend war jedoch, dass ich nicht aufgegeben habe. Ich habe gelernt, Kurskorrekturen vorzunehmen, wenn etwas nicht mehr stimmig war, statt um jeden Preis an einem eingeschlagenen Weg festzuhalten.

Rückblickend glaube ich, dass genau diese Kombination aus Neugier, Reflexionsfähigkeit und Beharrlichkeit meinen beruflichen Weg stärker geprägt hat als jeder einzelne Karriereschritt.

Was war der größte Karriere-Boost?

Der größte Karriere-Boost war für mich die Erkenntnis, dass ich gestalten möchte – nicht verwalten.

Immer dann, wenn ich Verantwortung übernehmen, Entwicklungen anstoßen und gemeinsam mit anderen etwas aufbauen konnte, habe ich beruflich die größten Schritte gemacht. Deshalb habe ich Führungsverantwortung übernommen, Organisationsentwicklungsprozesse begleitet und mich schließlich selbstständig gemacht.

Ein weiterer entscheidender Faktor war mein Netzwerk. Viele meiner beruflichen Chancen musste ich gar nicht aktiv suchen. Sie sind entstanden, weil Menschen mich kannten, meine Arbeit erlebt hatten und mich weiterempfohlen haben. Dieses Vertrauen war für mich oft der eigentliche Türöffner.

Deshalb definiere ich Karriere nicht über Hierarchiestufen oder Titel. Für mich bedeutet Karriere, dort wirksam zu sein, wo ich für andere bzw. gemeinsam mit anderen etwas bewegen kann. Rückblickend war mein größter Karriere-Boost nicht eine einzelne Beförderung, sondern die Verbindung aus Gestaltungsfreude, vertrauensvollen Beziehungen und der Bereitschaft, Chancen zu ergreifen, wenn sie sich ergeben haben.

In welchen Situationen denken Sie heute: „Hätte ich das bloß früher gewusst‘?“

Als Unternehmerin war mir in meinen Anfängen durchaus bewusst, wie wichtig eine klare Zielgruppe, ein überzeugendes Angebot und Sichtbarkeit sind. Trotzdem habe ich mich oft lange mit der Entwicklung und Ausarbeitung meiner Ideen beschäftigt, einerseits aus Spaß daran, andererseits auch aus einem gewissen Perfektionismus heraus. Heute würde ich früher mit einem guten, aber noch nicht perfekten Angebot nach außen gehen und gemeinsam mit meinen Kundinnen weiterlernen und weiterentwickeln.

Die größte Hürde war für mich jedoch das Verkaufen. Lange Zeit hatte ich innere Widerstände, auf Menschen zuzugehen, die ich nicht kannte. Ich wollte mich niemandem aufdrängen. Heute sehe ich das anders: Wenn ich überzeugt bin, dass mein Angebot einer Frau wirklich weiterhelfen kann, dann darf ich sie auch darauf aufmerksam machen. Erst dadurch hat sie überhaupt die Möglichkeit, zu entscheiden, ob sie mein Angebot annehmen möchte.

Außerdem hätte ich gerne früher über Hochsensibilität, Neurodivergenz und die unterschiedlichen Ausprägungen von Sensitivität Bescheid gewusst. Viele Erfahrungen in meinem Berufsleben, aber auch einige gesundheitliche Herausforderungen, kann ich heute besser einordnen. Dieses Wissen hätte mir geholfen, bewusster mit meiner Energie umzugehen und manche Umwege vielleicht zu verkürzen.

Gerade deshalb ist mir dieses Thema heute auch in meiner Arbeit so wichtig. Ich begleite vor allem feinfühlige Frauen in Führung oder auf dem Weg dorthin, weil ich immer wieder erlebe, wie viele ihre besondere Wahrnehmungsfähigkeit zunächst als Belastung erleben. Dabei kann sie – bewusst eingesetzt – zu einer der größten Führungsstärken werden.

Ähnlich geht es mir beim Thema Gleichstellung. Obwohl ich in einem Umfeld aufgewachsen bin, das Frauen Bildung und Selbstständigkeit zutraute, habe ich viele gesellschaftliche Prägungen lange nicht ausreichend hinterfragt. Heute sehe ich deutlicher, wie wichtig es ist, Frauen gezielt zu stärken und Chancengleichheit aktiv mitzugestalten.

Und was Führung betrifft, denke ich heute weniger: „Hätte ich das bloß früher gewusst“, sondern eher: „Hätte ich bloß früher gewusst, dass ich damit bereits auf dem richtigen Weg bin.“

Mein Führungsverständnis war schon früh von Dialog, Vertrauen, echter Beteiligung und der Überzeugung geprägt, dass Menschen ihr Potenzial am besten entfalten, wenn sie sich gesehen, ernst genommen und wirksam erleben. Damals fehlten mir dafür die Worte und die theoretische Einordnung. Heute finden sich viele dieser Gedanken in Begriffen wie transformationaler Führung, psychologischer Sicherheit oder neurodiversitätssensibler Führung wieder.

Aus der Verbindung dieser Ansätze mit meinen Erfahrungen aus der Organisationsentwicklung, der psychosozialen Beratung und der Begleitung von Führungskräften ist schließlich mein eigener Ansatz Sensitive Leadership entstanden. Im Zentrum stehen für mich Selbstwahrnehmung, Dialogkompetenz, der wertschätzende Umgang mit Neurodiversität und die Fähigkeit, auch unter komplexen Bedingungen klar und menschlich zu führen.

An meinem Führungsverständnis habe ich nie gezweifelt. Die eigentliche Herausforderung war der Mut, meine Haltung auch in hierarchisch geprägten Systemen konsequent zu leben. Mein Learning daraus: Haltung und Handeln müssen übereinstimmen.

Welche Kompetenzen werden Frauen in den kommenden zehn Jahren brauchen, die heute noch unterschätzt werden?

Ich glaube, dass Frauen in den kommenden zehn Jahren vor allem eines brauchen werden: Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Viele Frauen haben gelernt, ihre Intuition, ihre Körperwahrnehmung oder ihr Gespür für Menschen und Situationen zu relativieren. Dabei liegt genau darin oft eine große Stärke. Selbstbewusstsein beginnt für mich damit, die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen und ihr zu vertrauen.

Eine zweite Zukunftskompetenz ist Empathie. Nicht als „nette Eigenschaft“, sondern als Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, Beziehungen aufzubauen und echte Verbindungen zu schaffen. Gerade im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz werden menschliche Beziehungen und soziale Kompetenz an Bedeutung gewinnen.

Drittens wird der Umgang mit Komplexität immer wichtiger. Viele Frauen verfügen über ein feines Gespür für Zusammenhänge, Dynamiken und unausgesprochene Signale. Sie erkennen Muster, Risiken und Potenziale oft frühzeitig. Diese Fähigkeit wird in einer zunehmend komplexen und vernetzten Welt zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.

Eine weitere, oft unterschätzte Kompetenz ist die Fähigkeit, über fachliche und organisatorische Grenzen hinweg zu denken und Menschen miteinander zu verbinden. Führung und Unternehmertum sind längst keine Themen mehr, die nur die klassische Wirtschaft betreffen. Sie spielen ebenso im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen, im Sozialbereich, in der Technik oder in der Industrie eine entscheidende Rolle.

Die Herausforderungen unserer Zeit werden immer komplexer und lassen sich selten innerhalb einer einzelnen Disziplin lösen. Deshalb wird die Fähigkeit wichtiger, unterschiedliche Perspektiven miteinander in Dialog zu bringen. Der Physiker David Bohm hat dafür mit seinen Dialogansätzen wichtige Impulse geliefert, indem er Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen eingeladen hat, gemeinsam über komplexe Fragen nachzudenken.

Ich glaube, dass viele Frauen genau hier besondere Stärken mitbringen: die Fähigkeit zu vernetzen, Brücken zu bauen und unterschiedliche Sichtweisen zu integrieren. Die Zukunft gehört weniger den Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfern als den Menschen, die Räume schaffen können, in denen gemeinsam neue Lösungen entstehen.

Viele dieser Kompetenzen finden wir besonders häufig bei Menschen mit hoher Sensitivität: differenzierte Wahrnehmung, Empathie, Mustererkennung, Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit, komplexe Informationen zu integrieren. Lange wurden diese Eigenschaften eher als persönliche Besonderheiten betrachtet. Ich bin überzeugt, dass sie zunehmend als Führungs- und Zukunftskompetenzen erkannt werden.

Ebenso wichtig wird die Fähigkeit sein, situationsgerecht zu führen. Führungskräfte müssen wissen, wann Beteiligung sinnvoll ist, wann Verantwortung delegiert werden kann und wann eine klare Entscheidung gefragt ist. Sie müssen die Potenziale agiler Arbeitsweisen nutzen können, ohne Orientierung zu verlieren. Gerade in Krisenzeiten wird es darauf ankommen, flexibel zwischen unterschiedlichen Führungsansätzen zu wechseln und Organisationen so zu gestalten, dass sie auch unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben.

Und schließlich brauchen wir mehr Kompetenz im Umgang mit Neurodiversität. Teams werden vielfältiger, unterschiedliche Denk- und Wahrnehmungsweisen sichtbarer. Führungskräfte und Unternehmerinnen werden lernen müssen, diese Unterschiede nicht als Problem, sondern als Ressource zu verstehen.

Was oft noch unterschätzt wird: Feinsinnigkeit, Empathie und Klarheit schließen einander nicht aus. Im Gegenteil. Die Führung der Zukunft braucht Menschen, die klar kommunizieren, Entscheidungen treffen und gleichzeitig menschlich bleiben. Das ist keine Schwäche, sondern eine zentrale Kompetenz für die Arbeitswelt von morgen.

Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit mehr Frauen Führungspositionen erreichen und welche, damit sie erfolgreiche Unternehmerinnen werden?

Ich glaube, dass wir in Österreich viele rechtliche Voraussetzungen für Gleichstellung bereits geschaffen haben. Die größere Herausforderung liegt heute in der Umsetzung – in Unternehmen, Institutionen und gesellschaftlichen Strukturen.

Ein zentraler Hebel ist aus meiner Sicht die Finanz- und Wirtschaftsbildung von Frauen. Viele Frauen lernen noch immer zu wenig über Geld, Vermögensaufbau, Investitionen und unternehmerisches Denken. Dabei beeinflussen finanzielle Entscheidungen maßgeblich die persönliche Unabhängigkeit und die Möglichkeit, Führungsverantwortung zu übernehmen oder ein Unternehmen zu gründen.

Für Gründerinnen braucht es darüber hinaus noch stärker zielgruppenspezifische Unterstützung. Gerade Frauen gründen oft aus anderen Motiven als Männer – etwa aus dem Wunsch nach Selbstverwirklichung, gesellschaftlicher Wirkung oder einer besseren Vereinbarkeit verschiedener Lebensbereiche. Gleichzeitig fehlt häufig eine Begleitung, die sowohl die unternehmerische Realität als auch die spezifischen Herausforderungen von Frauen berücksichtigt.

Neben strukturellen Veränderungen braucht es aber auch einen kulturellen Wandel. Viele Frauen haben gelernt, ihre Wahrnehmung, ihre Intuition und ihre Bedürfnisse zu relativieren. Führung beginnt jedoch oft genau dort: bei der Fähigkeit, sich selbst ernst zu nehmen und den eigenen Standpunkt sichtbar zu machen.

Was viele Frauen nach wie vor davon abhält, in Führung zu gehen oder zu gründen, ist nicht mangelnde Kompetenz, sondern die Frage, ob sie sich die zusätzliche Verantwortung neben Beruf, Familie und Care-Arbeit überhaupt zumuten wollen. Solange diese Belastungen ungleich verteilt sind, bleibt Gleichstellung schwierig.

Gleichzeitig braucht es mehr Frauen an den Entscheidungstischen. Denn nur wenn Frauen dort vertreten sind, wo über Ressourcen, Investitionen und strategische Entwicklungen entschieden wird, können sich Strukturen nachhaltig verändern. Und dafür braucht es auch Männer, die Gleichstellung nicht als Bedrohung verstehen, sondern als Chance für eine gerechtere und zukunftsfähigere Gesellschaft.

Es braucht ein System, in dem das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven gerechtere und nachhaltigere Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft hervorbringt. Perfektion werden wir nie erreichen. Aber wir brauchen eine gemeinsame Vorstellung davon, wohin wir uns entwickeln wollen. Fortschritt entsteht nicht dadurch, dass wir Utopien vollständig verwirklichen, sondern dadurch, dass wir uns ihnen Schritt für Schritt annähern.

Ihr persönlicher Rat an alle, die die große Karriere anstreben?

Mein Rat wäre: Denke größer, als du es dir im Moment zutraust. 

Viele Frauen unterschätzen sich, ihre Fähigkeiten und ihre Möglichkeiten. Dabei entsteht persönliches und berufliches Wachstum oft genau dort, wo wir bereit sind, etwas auszuprobieren, obwohl wir noch nicht sicher sind, ob wir es schaffen werden.

Erfolg beginnt nicht damit, keine Angst zu haben. Erfolg beginnt damit, sich von der Angst nicht aufhalten zu lassen. Die meisten wichtigen Entscheidungen treffen wir nicht ohne Angst, sondern trotz Angst. Mut bedeutet nicht, furchtlos zu sein. Mut bedeutet, den nächsten Schritt trotzdem zu gehen.

Und vielleicht ist das Wichtigste überhaupt: Kopple deinen Selbstwert nicht an deine Leistung. Ich wünsche jedem Menschen – und besonders jedem Mädchen –, dass es früh die Erfahrung macht: Du wirst geliebt, unterstützt und ernst genommen, unabhängig davon, ob du gewinnst oder scheiterst. Aus dieser Sicherheit entsteht die Freiheit, groß zu denken, Risiken einzugehen und den eigenen Weg zu finden.

Wenn du etwas wirklich willst, dann trau dich, es zu versuchen. Und wenn du unterwegs feststellst, dass es doch nicht dein Weg ist, darfst du auch die Richtung ändern. Beides ist Erfolg.

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