Die COVID-19 Krise hat in wenigen Monaten einen branchenübergreifenden digitalen Wandel herbeigeführt. Innovative Unternehmen konnten laut aktuellen Umfragen die Entwicklung ihrer digitalen Interaktionen um drei bis vier Jahre beschleunigen

Die Folgen der Pandemie werden sich auf die globale Wirtschaft deutlich auswirken. Sie hat aber auch den Wert digitaler Betriebsmodelle aufgezeigt und konnte von vielen Unternehmen als Innovationsschub genutzt werden. Um die Übertragung des Virus bei „Face to Face“-Kontakten zu umgehen waren Unternehmen gezwungen neue Wege der Kommunikation zu finden. Dies bewirkte einen starken Anstieg bei der Nutzung digitaler Technologien, vor allem die Durchführung von Videokonferenzen hat in den letzten Monaten an Bedeutung gewonnen.

Digitale Unternehmen als Profiteure der Pandemie
Eines der Unternehmen, die von diesem Trend profitierten, ist Zoom. In Spitzenzeiten zählte das Unternehmen mehr als 300 Millionen Teilnehmerinnen pro Tag bei virtuellen Meetings. Die Zahl der zahlenden Kunden hat sich 2020 mehr als verdreifacht. Dadurch konnte das Unternehmen seinen Umsatz im vergangenen Jahr fast verdoppeln und verbuchte am Ende über 622 Millionen US-Dollar. Zusätzlich zu Veränderungen im unternehmensinternen Kommunikationsverhalten, gab es auch einen Shift bei Verbrauchern die vermehrt Käufe über Online-Portale tätigen. Dadurch stiegen beispielsweise die Amazon Verkaufszahlen im ersten Quartal 2020 auf 75,5 Mrd. US-Dollar, gegenüber 59,7 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal.

Unternehmen und Branchen reagierten ihrerseits darauf und schwenkten rasch auf Interaktion mit KundInnen über digitale Kanäle um. Lebensmittelhändler wie Billa oder Spar stellten ihren KundInnen nach Einkauf über die Website Waren zu und kamen vor allem am Anfang der Pandemie relativ schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine Zwickmühle von der kleinere Lebensmittelzusteller profitieren konnten, da sie nun die überproportionale Nachfrage bedienten. Die Gastronomie geriet durch den Lockdown zunehmend unter Druck, doch auch hier machten viele aus der Not eine Tugend und nutzten Lieferdienste wie Mjam oder Lieferando um Kundinnen zu bedienen.

First Mover konnten die Krise gut meistern
Generell zeigte sich, dass digital reife Unternehmen in der Lage waren, flexibel auf die Krise zu reagieren, während digitale Nachzügler in Gefahr liefen weiter abgehängt zu werden. So konnte etwa die Konsumgüter- und Dienstleistungsindustrie relativ gut mit der Digitalisierungswelle umgehen, kapitalintensiven Branchen wie Automotive viel es hingegen schwerer sich auf die neuen Marktverhältnisse einzustellen. Bei Unternehmen die erfolgreich mit der Krise umgehen konnten, erwiesen sich technische Fähigkeiten als Schlüsselfaktoren, hinzu kam eine Unternehmenskultur, die das Experimentieren und frühzeitige Handeln fördert. Für digitale Nachzügler gilt es also von innovativen Unternehmen zu lernen und einen Kurs einzuschlagen der den Fokus internen Geschäftsmodelle auf Digitalisierung richtet und den Aufbau digitalitaler Wertschöpfungsprozesse begünstigt.

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