StartThemenSHEmoneyDie Inflation in Österreich stieg im November auf 4,3 Prozent

Die Inflation in Österreich stieg im November auf 4,3 Prozent

Die Inflation in Österreich ist im November stark angestiegen: Die Verbraucherpreise lagen laut Statistik Austria um 4,3 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Die Inflation ist damit mehr als doppelt so hoch wie der Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die durch das jüngste Aufleben der Omikron-Variante auf die Probe gestellt wird.

Die US-Notenbank Fed stellte am Mittwoch ihre Pläne für eine beschleunigte Rücknahme der Konjunkturprogramme vor und signalisiert, dass sie im nächsten Jahr drei Zinserhöhungen erwartet. Um die Lage in den Griff zu bekommen, schlagen die wichtigsten Europäischen Zentralbanken unterschiedliche politische Wege ein. Diese unterschiedlichen Ansätze unterstreichen die Herausforderungen, denen sich die politischen Entscheidungsträger*innen stellen müssen. Die Frage, die sich nun alle stellen, ist, ob diese Inflation nur vorübergehend („transitorisch“) oder dauerhaft ist.

Preise in Österreich so stark wie zuletzt 1992 gestiegen

Haushaltsenergie stieg im November gesamt betrachtet um 16,1 Prozent, dabei ist Heizöl mit einer Verteuerung um 64,5 Prozent Spitzenreiter, Strom verteuerte sich um 10,2 Prozent, Gas um 20,4 Prozent, bei festen Brennstoffen wurden die Preise um 8,1 Prozent angehoben. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2021 stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,7 Prozent. Damit erhöhen sich die Preise derzeit so stark wie zuletzt im Mai 1992. Hätte es keine Teuerungen bei Treibstoffen und Haushaltsenergie gegeben, würde die Inflation 2,4 Prozent betragen. Wohnung, Wasser, Energie kosteten durchschnittlich um 5,3 Prozent mehr. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 1,6 Prozent. Der Pensionsistenverband fordert nun einen Winterzuschuss in Höhe von 300 Euro und eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf Haushaltsenergie.

Herausforderungen der Zentralbanken

Um die steigende Inflation und die erneuten Wachstumsrisiken durch die sich schnell ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus auszugleichen, werden verschiedene Strategien von den Zentralbanken verfolgt. Verschiebungen zeigen, wie die Pläne der Zentralbanken, die milliardenschweren Konjunkturprogramme auslaufen zu lassen und zu höheren Zinssätzen überzugehen, in den großen Volkswirtschaften der Welt, unterschiedlich schnell umgesetzt werden. Auch die Unabhängigkeit der Zentralbank, die vor einigen Jahrzehnten gewährt wurde, steht vor einer größeren Herausforderung. Eine Zentralbank, die Zinssätze unabhängig von der Regierung festlegt, ist in einer großen Wirtschaftskrise möglicherweise nicht gegen Druck von außen gefeit. Die Banker*innen könnten dem Druck von Politik und Medien nachgeben, entweder zu schnell die Inflation zu bekämpfen oder zu langsam, um die wirtschaftliche Erholung zu erhalten.

Fotomaterial© pexels/pixabay

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