Cristina Anculescu verantwortet bei der UNIQA Insurance Group konzernweit die Bereiche Talentmanagement, Performance, Karriereentwicklung und Nachfolgeplanung.

Viele Unternehmen denken noch in festen Rollen. Was ändert sich, wenn Arbeit und Entwicklung stärker an Kompetenzen ausgerichtet werden?

Wir erleben derzeit einen grundlegenden Wandel darin, wie Unternehmen Arbeit verstehen, Menschen wertschätzen und Zukunft gestalten. Lange Zeit waren Rollen, Berufsbezeichnungen und stabile Karrierewege die Basis – das gab Orientierung, schuf aber auch Grenzen. In einer kompetenzbasierten Organisation lösen sich diese Grenzen auf. Durch unser commUNIty-Framework bei UNIQA, ein Netzwerk von Mitarbeitenden, die kompetenzbasiert und bereichsübergreifend an konkreten Fragestellungen arbeiten, denken wir weniger in festen Zuständigkeiten, sondern stärker in vernetzten, dynamischen Zusammenhängen. Kompetenzen sind das zentrale Element, nicht die Position. Der Fokus verschiebt sich von „Wer hat diesen Job?“ zu „Welche Fähigkeiten brauchen wir für dieses Ergebnis?“ Rollen, Erwartungen und Entwicklungsmöglichkeiten werden über Länder und Funktionen hinweg vergleichbar.

Wie kann Technologie Fähigkeiten transparenter machen, ohne den Menschen aus dem Fokus zu verlieren?

Wir verstehen Technologie als Spiegel: Sie macht Potenziale sichtbar, ersetzt aber nicht die individuelle Verantwortung. Deshalb legen wir großen Wert auf Eigenverantwortung. Mit unserem Talent- Intelligence-Ökosystem unterstützen wir genau das: Mitarbeitende übernehmen ihre Entwicklung selbst und gestalten ihren
Weg bewusst.

Wie verändert ein kompetenzbasierter Ansatz den Blick auf Karriere und Potenzial?

Kompetenzen sind die neue Währung. Wenn Menschen das verinnerlichen, verändert sich ihr Blick auf die eigene Entwicklung. Klassische Karrieren verlaufen oft linear, entlang von Positionen und Hierarchien. Ein kompetenzbasierter Ansatz durchbricht diese Logik. Potenzial ist nicht mehr an einen einzigen Karrierepfad gebunden, sondern entfaltet sich über unterschiedliche Erfahrungen hinweg. Was in einem Kontext entsteht, kann in einem anderen neue Perspektiven eröffnen. Entwicklung passiert dadurch breiter, dynamischer und individueller.

Was bedeutet das konkret für Mitarbeitende?

Der wichtigste Fokus liegt auf den eigenen Fähigkeiten – darauf, neue zu entwickeln und sich bestehender bewusst zu werden. Besonders relevant sind sogenannte übertragbare Kompetenzen wie Neugier, Problemlösungs- und Anpassungsfähigkeit sowie Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Sie bleiben unabhängig von Rollen oder Technologien wirksam. Der Wandel zur kompetenzbasierten Organisation ist dabei mehr als ein HR-Thema – er ist ein kultureller Wandel. Es geht darum, wie wir führen, lernen und Verantwortung übernehmen. Bei UNIQA steht der Mensch im Mittelpunkt: mit Transparenz, den richtigen Werkzeugen und dem Vertrauen, den eigenen Weg zu gestalten. Wer das nutzt, gestaltet die Zukunft aktiv mit.

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